Flugzeuge stehen auf dem Rollfeld des Flughafens Berlin-Tegel. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)
Video: Abendschau | 20.10.2019 | Beate Ostermann | Bild: dpa/Christophe Gateau

Ufo-Streik am Sonntag - Warnstreik des Kabinenpersonals führt zu Flugausfällen in Tegel

Fluggäste, die am Sonntag mit Tochter-Airlines von Lufthansa reisen wollten, mussten mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Die Kabinengewerkschaft Ufo hatte zum Warnstreik aufgerufen - und ihn kurzfristig bis Mitternacht ausgedehnt. Auch Tegel war betroffen.

Der Warnstreik der Kabinengewerkschaft Ufo wirkt sich auch auf den Flugbetrieb in Berlin-Tegel aus. Jeweils 22 Ankünfte und Abflüge der Airline Eurowings sind am Sonntag ausgefallen, wie aus den Online-Fluginformationen der Flughafengesellschaft hervorgeht. Das sei mehr als die Hälfte der geplanten Verbindungen, sagte eine Flughafensprecherin.

Betroffen waren innerdeutsche Flüge etwa nach München, Düsseldorf oder Stuttgart, aber auch Flüge von und nach Palma de Mallorca oder London. Weitere Flugausfälle seien im Tagesverlauf möglich. Ein Chaos am Flughafen blieb nach Angaben der Sprecherin aus. Der Flughafen Berlin-Schönefeld ist den Angaben zufolge von den Warnstreiks nicht betroffen.

Streik bis Mitternacht verlängert

Der Streik soll noch bis 0 Uhr gehen, ursprünglich sollte die Arbeit von 05.00 bis 11.00 Uhr niedergelegt werden. Die Gewerkschaft Ufo will höhere Gehälter durchsetzen. Die Gewerkschaft hatte zuvor überraschend angekündigt, den Warnstreik bei Germanwings, Eurowings, CityLine und SunExpress bis Mitternacht zu verlängern. Zu den Warnstreiks hatte Ufo Hunderte Flugbegleiter aufgerufen. In Mittelstreckenflugzeugen sind üblicherweise vier Flugbegleiter an Bord.

Die angekündigten Warnstreiks könnten die Airline empfindlich treffen, denn in insgesamt acht Bundesländern, so auch in Berlin und Brandenburg, gehen am Sonntag die Herbstferien zu Ende. Die Fluggäste sind aufgefordert, sich im Internet über den Status ihrer Flüge zu informieren. Sofern sie ihre Kontaktdaten hinterlegt haben, werden sie direkt informiert. [berlin-airport.de]

Mögliche Erhöhung der Bezüge von 2,0 Prozent

Lufthansa habe angekündigt, die Bezüge für Flugbegleiter rückwirkend zum 1. Juli um 2,0 Prozent zu erhöhen, erklärte Ufo. Die Gewerkschaft hatte 1,8 Prozent gefordert und hält die Übererfüllung der Forderung für "zynisch".

Lufthansa hält Warnstreiks für rechtswidrig

Intern hatte die Lufthansa nach Flugbegleitern gesucht, die am Sonntag freiwillig arbeiten. Zu Einzelheiten wollte sich das Unternehmen aber nicht äußern. 

Hinter dem Arbeitskampf steckt ein tiefes Zerwürfnis zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern. Der Konzern lehnt Gespräche mit der intern zerstrittenen Gewerkschaft Ufo seit Monaten ab, weil sie deren Vorstand für nicht rechtmäßig hält. Dieser sei nicht satzungsgemäß ins Amt gekommen. Die geplanten Warnstreiks sind aus Sicht von Lufthansa rechtswidrig. Es würden rechtliche Schritte gegen die Aktionen geprüft.

Ufo leidet seit Monaten unter einem internen Führungsstreit

Ufo hat einen heftigen internen Führungsstreit hinter sich, in dessen Verlauf zahlreiche Vorstände und Beiratsmitglieder zurückgetreten sind, darunter der langjährige Vorsitzende Nicoley Baublies, der zwischenzeitlich auch aus seinem Lufthansa-Job entlassen worden ist. Bei einer Mitgliederversammlung am 1. November muss sich der verbliebene Rumpfvorstand Abwahlanträgen stellen.

Sendung: Inforadio, 20.10.2019, 05:00 Uhr

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46 Kommentare

  1. 46.

    na gut, es waren 1,50 hin, 1,50 zurück. Sekt war lecker. Schnäppele macht Spaß. Prosti.

  2. 44.

    aktuell 1500 Flugzeuge über Europa ( Flight Radar ) , es ist die Masse, die das Klima belastet

  3. 43.

    selbst mit Wasser im Tank können absurde Billigpreise nicht realisiert werden : Personalkosten, Start & Landegebühren
    usw , das summiert sich.. da haben Sie völlig recht

  4. 42.

    Schön. Jeder Flug weniger ist eine Hoffnung für unser Klima. Bitte streikt weiter!

  5. 39.

    Eben gebucht von Leipzig nach Paris für 1Euro, war ein extra Angebot. Sekt im Preis mit eingeschlossen. Dazu gibt es Livemusik. Das nenn ich mal ein Schnäppchen. Danke ihr liebes Flugpersonal, ich mag euch gut leiden. Weite so.

  6. 38.

    Auch die Konkurrenz wird sich nicht halten können mit billiger vom Billigsten. Die fliegen nun mal nicht mit Wasser im Tank. Haben Sie Konkurrenz im Job?

  7. 37.

    Schön, da ich kein Er-Fan bin, scheint ja die Hirnwäsche durch Bernd D Co. anzuschlagen.
    Denk mal drüber nach *fg*

  8. 36.

    " Das geringste Flottenalter im Durchschnitt hat der Flugatlas bei Pegasus (2,58 Jahre), Ryanair (3 Jahre) und Easyjet (3,9 Jahre) ermittelt. Lufthansa mit ihren durchschnittlich zehn Jahre alten Maschinen und Condor mit rund 13 Jahre alten Flugzeugen liegen abgeschlagen auf den hinteren Testplätzen " [ Wikipedia ]

    aber natürlich müssen die vorgeschriebenen Wartungen auch durchgeführt werden

  9. 35.

    " Selbst der Liter Kerosin ist teurer als 10 Euro. "

    da ist Ihnen ein kleiner Irrtum unterlaufen : Eine Gallone Kerosin kostet = 1,48 Euro. Eine Gallone entspricht 3,8 Liter. Pro Liter liegt der Kerosinpreis also bei 1,48 : 3,8 = 0,39 Euro.

  10. 34.

    Es soll vorkommen das Angestellte und Arbeiter für ihre Rechte streiken, und das ist auch gut so.

  11. 33.

    hi 19. ManuelaBerlinSonntag, 20.10.2019 | 14:59 Uhr

    Pfennigfuchser werden bald zur Kasse gebeten! Hahaaa

    Vom Preis her vielleicht ja. Aber nicht wegen dem Streik. Denn da lässt es sich ausweichen auf Wettbewerber und die sind dann die lachenden Dritten und das hilft auch der Condor. Und damit heißt es:

    Wind Nordost, Startbahn rechs 03... bis hier hör ich die Motoren.. Wie ein Pfeil ziehn wir vorbei... Und es dröhnt in euren Ohren.. Und der nasse bebt, wie ein Schleier staubt der Regen... bis wir abheben und schweben... der Sonne entgegen...

    Tja.. werte Lufthansa... Es gibt immer irgendwo einen Weg. Wenn bei euch der Streik läuft, fliegt man eben mit der Konkurrenz... Und die schläft nicht..

  12. 32.

    @ 21. leoSonntag, 20.10.2019 | 20:01 Uhr

    Und ja, auch ein normalres Reiseangebot kostet normalerweise mindestens um die 1000 Euro aufwärts. Da sind dann Flug und Hotel dabei. Und der Preis rechnet sich dann aber meistens fuer eine Woche bis 10 Tage. Und auch dass kann eigentlich so nicht funktinieren weil da dann das Hotelpersonal auf der Strecke bleibt.

    Folge daraus: der Preis fuer das Reisen wird deutlich teurer werden.

  13. 31.

    @ 21. leoSonntag, 20.10.2019 | 20:01 Uhr

    Und auch mit dem hier:

    "generell sind die Flugpreise viel zu niedrig und lassen sich halbwegs nur durch massive Kosteneinsparungen realisieren, wo auch immer,. irgenswann ist die Grenze erreicht "

    haben Sie recht. Diese 10-Euro-Fluege sind das Problem. Das geht eben auf Kosten von Wartung, Personal und auch sonstigen Dingen. Sowas funktioniert einfach nicht. Selbst der Liter Kerosin ist teurer als 10 Euro. Deswegen gehören solche Billig-Köderangebote - nichts anderes sind diese 10-Euro-Fluege - verboten.

  14. 30.

    @ 23. leoSonntag, 20.10.2019 | 20:31 Uhr

    Nochdazu weiss ich, dass die deutsche Flugunfallermittlungsbehörde ebenfalls gegen Ryanair vorgeht. Denn auch da geht es offenbar um Sparen am falschen Ende: bei der Wartung!

    https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/Behoerde-untersucht-Ryanair-Flieger-landet-ausserplanmaessig-am-Hahn,ermittlungen-ryanair-landung-hahn-100.html

    Nach der außerplanmäßigen Landung einer Ryanair-Maschine am Flughafen Hahn ermittelt nun die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Laut Ryanair gab es Probleme mit dem Fahrwerk. Im Internet kursieren derweil andere Bilder.

    Die Maschine war am Dienstag auf dem Weg nach Bari in Italien, als sie nach kurzer Zeit in der Luft wieder umkehrte.

    "Im Internet machen derweil Fotos die Runde, die ein Loch in der Tragfläche des Flugzeuges zeigen. Einige Medien berichten, die Maschine habe deswegen umkehren müssen. "

  15. 29.

    hi 23 leoSonntag, 20.10.2019 | 20:31 Uhr

    viele innereuropäische Strecken werden derzeit von Billig-Lindern bedient. Zum Beispiel gerade solche Dumping-Lines wie Ryanair, Easyjet und solche. Bei Ryanair sparen die - auf illegale Weise - an Sozialabgaben und Gehältern mit illegaler Scheinselbständigkeit. Deswegen ermittelt ja aktuell wieder die Staatsanwaltschat gegen Ryanair:

    https://www.manager-magazin.de/unternehmen/industrie/ryanair-beschaeftigt-grossteil-des-kabinenpersonals-offenbar-illegal-a-1235099.html

    "Ryanair beschäftigt offenbar den Großteil des Kabinenpersonals in Deutschland illegal. Dies berichtet das manager magazin. Die in Irland beheimatete Billig-Airline ist die nach Passagierzahlen größte Billigfluglinie Europas."

    "Der Zoll soll ermitteln. Rund 700 Leiharbeiter könnten wohl mit großen Erfolgsaussichten auf eine Anstellung durch Ryanair klagen."

  16. 28.

    @ 12. TobiasBerlinSonntag, 20.10.2019 | 07:35 Uhr

    Zusätzlich muss Lufthansa sich von unrentablen Strecken trennen.

    Auch dadurch können Kosten eingespart werden. Zusätzlich sollte Lufthansa damit aufhören, die UFO zu mobben und so

    a) Gerichtskosten
    b) Verfahrenskosten
    c) Anwaltskosten
    d) Abfindungen wenn Personal von sich aus kuendigt
    e) die fällig werdenen Rueckzahlungen dieser Kuerzungen (die höchstwarscheinlich rechtswidrig sind)
    f) im Fall der Niederlage die Kosten der Gegenseite

    einzusparen.

  17. 27.

    hi 12 TobiasBerlinSonntag, 20.10.2019 | 07:35 Uhr

    "Antwort auf [Andrea] vom 19.10.2019 um 21:41"

    "Schuldenabbau auf Kosten des Personals? Scheint ja nicht wirklich wirtschaftlich zu sein."

    ich hatte doch geschrieben, dass es nicht ganz ohne gehen wird. Aber: Lufthansa muss auf jeden Fall

    1. Anlagevermögen deutlich verringern (also Immobilien und Anlagevermögen verkaufen)
    2. einen Teil der Flotte wohl stillegen muessen um

    a) Wartungskosten
    b) Landegebuehren
    c) Treibstoffkosten

    zu sparen.

    3. wird Lufthansa nicht umhin kommen einen Teil des Personals einzusparen weil sie ihre Schulden bedienen muss.

    Aber: das Personal könnte bei Condor unterkommen. Denn Condor wird als Lachender Sieger aus der Sache rausgehen, auch wenn die derzeit mit einem Staatskredit in der Luft gehalten werden der ebenfalls rueckzahlungspflichtig ist. Aber dadurch dass Condor mehr Fluege kriegen kann durch diesen Streik bei den Lufthansa-Töchtern kann Condor mehr Geld verdienen...

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