Im Berliner Ortsteil Wedding ist 2018 ein mehrgeschossiges Wohnhaus aus Holz entstanden (Quelle: dpa/Lothar Ferstl).
Audio: Antenne Brandenburg | 28.10.2019 | O-Ton Denny Ohnesorge | Bild: dpa/Lothar Ferstl

Brandenburg ändert Bauordnung - Koalition will Bau mehrgeschossiger Holzhäuser erlauben

In Brandenburg soll es nach Plänen der künftigen Landesregierung leichter werden, Wohnhäuser aus Holz zu bauen. Die Vertreter von SPD, CDU und Grünen haben in ihrem Koalitionsvertrag eine entsprechende Änderung der Bauordnung vorgesehen, um sie an Bundesregelungen anzupassen.

Bisher war es nicht zulässig, mehrgeschossige Holzhäuser in Brandenburg zu bauen. In dem am Freitag veröffentlichten Koalitionspapier heißt es dazu: "Die Koalition wird eine Holzbauoffensive starten, um die regionale Wertschöpfung zu steigern und Kohlendioxid zu binden."

Holzbau in Brandenburg ohne große Tradition

Das Land habe in dem Bereich noch großen Nachholbedarf, sagte der Vorsitzende des Landesbeirats Holz, Denny Ohnesorge, am Montag dem rbb. Im Gegensatz zu Süddeutschland habe Holzbau in Brandenburg keine sehr große Tradition. Angesichts strengerer Energiestandards gewinne vor allem der Holzfertigbau aber zunehmend Marktanteile, so Ohnesorge zu Antenne Brandenburg. Als Grund gab er die hohen Dämmwerte von Holz an.

Im Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg haben sich unter anderem Verbände und Unternehmen zusammengeschlossen. Das Netzwerk berät und informiert die Politik. Ziel ist es, die nachhaltige Verwendung von insbesondere regionalem Holz zu fördern. In Berlin konnten entsprechende Projekte von mehrgeschossigen Holzbauten bereits umgesetzt werden.

Auch Bund wirbt für Holzhäuser

Holzhäuser nehmen im Gegensatz zu Massivhäusern oft weniger Bauzeit in Anspruch und können mithilfe von Fertigbauteilen errichtet werden, wodurch sie meist kostengünstiger sind. Zudem können für die Herstellung regionale Rohstoffe verwendet werden, wodurch sich die Materialtransportwege verkürzen. Allerdings gibt es häufiger Probleme mit dem Brandschutz. Zudem haben Holzhäuser meist eine kürzere Lebensdauer als Massivhäuser.

Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat für mehr Holzhäuser in Deutschland geworben. Sie sehe aus "Gründen des Klimaschutzes noch ein großes Potenzial für Häuser in Holzbauweise", sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post" im August [rp-online.de / Artikel hinter Bezahlschranke]. Demnach seien einige Bundesländer noch skeptisch. "Sie sollten ihre Zweifel ablegen und ihre Bauvorschriften gemessen am heute erreichten Stand der Holzbautechnik anpassen", forderte Klöckner.

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.10.2019, 11.00 Uhr

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2 Kommentare

  1. 1.

    Wo kommt das viele Holz her für den Wohnungsbau? Unsere Wälder sollen doch alle geschädigt sein durch Sturm, Klimawandel, Hitze und Ungeziefer.

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