Der Entwurf für den Wohnturm am Alexanderplatz in Berlin Mitte aus dem us-amerikanischen Archtiektenbüro Gehry. Quelle: promo
Bild: promo

Hochhaus in Berlin-Mitte - BVG stimmt Bau von 150-Meter-Turm am Alexanderplatz zu

Jahrelang hat die BVG keine Zustimmung für das Mammutprojekt am Alexanderplatz gegeben. Aus Sicht von Gutachtern hätte die Last des Turms U-Bahn-Tunnel gefährden können. Jetzt gibt die BVG dem Investor grünes Licht für den 150-Meter-Turm.

Nach jahrelangen Verhandlungen hat sich die BVG mit dem Unternehmen Hines auf Bedingungen für den Bau eines 150 Meter hohen Wohnturms am Alexanderplatz verständigt. Wie BVG-Sprecherin Petra Nelken am Mittwoch rbb|24 sagte, hat der Aufsichtsrat der BVG eine nachbarschaftliche Vereinbarung mit Hines geschlossen. Die Zeitung "Tagesspiegel" hatte zuvor über diese Einigung berichtet.  

Die Bedenken der Verkehrsbetriebe, dass durch die Last des Turms Wasser in den U-Bahn-Tunnel der Linie U5 dringen und das Netz lahmlegen könnte, seien ausgeräumt, wie BVG-Sprecherin Petra Nelken sagte. "An einen Einsturz des Tunnels hatte niemand geglaubt, aber wir sind sehr nah an der Spree. Durch die alten Wände hätte Wasser dringen können."

Ein Tunnel im Tunnel

Die Firma Hines will am Alexanderplatz ein Hochhaus mit rund 300 Wohnungen bauen. Der Turm, den das US-amerikanische Architekturbüro Frank Gehry entworfen hat, soll hinter dem Saturn-Markt entstehen. Nach dem 365 Meter hohen Fernsehturm wäre der Hines-Turm das zweithöchste Gebäude am Alexanderplatz, das Park-Inn-Hotel würde er um 30 Meter überragen. Wegen des gewaltigen Gewichts des Bauwerks hatten Gutachter die Befürchtung, dass der U-Bahn-Tunnel der Linie U5 überflutet werden könnte.

Laut BVG-Sprecherin Nelken sehen verschiedene Gutachter eine technische Lösung für den Schutz des betroffenen U-Bahn-Tunnels mittlerweile als tragbar an. Demnach soll ein zweiter Tunnel in den bestehenden Tunnel der Linie U5 hineingebaut werden. Die Maße des jetzigen Tunnels ließen eine solche Lösung zu, sagte Nelken. Der innere Tunnel soll demnach mit einer wasserdichten Ummantelung versiegelt werden.

BVG soll keinerlei Kosten tragen müssen

"Eine weitere Bedingung ist, dass für die BVG keine Kosten entstehen", sagte Nelken rbb|24 weiter. Der Beginn der Bauarbeiten würde eine lange Unterbrechung des U-Bahn-Verkehrs auf der Linie U5 nach sich ziehen. Wann es soweit ist, ist aber noch unklar. Zunächst muss ein neuer Bebauungsplan beschlossen werden, ehe der vorliegende Entwurf der technischen Aufsichtsbehörde des Senats zur Genehmigung vorgelegt werden kann. Vor Beginn der Bauarbeiten muss der Bezirk Mitte grünes Licht für das Mammutprojekt am Alex geben.

Die BVG und Investor Hines verhandeln bereits seit fünf Jahren über das Vorhaben, beide Seiten hatten bereits etliche Gutachten in Auftrag gegeben.

Abgesehen vom Unternehmen Hines planen derzeit noch weitere Investoren Hochhäuser am Alexanderplatz. Die Gebäude sollen nach jetzigem Stand zwischen 130 und 150 Meter hoch gebaut werden - und sich an zahlungskräftige Kundschaft richten. Das 65 Meter hohe Wohnhaus "Grandaire" am Alex hatte im Juli Richtfest gefeiert. Es ist nach dreißig Jahren der erste Wohnturm, der am Alex neu entstanden ist.

Sendung: Abendschau, 02.10.2019, 19.30 Uhr

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39 Kommentare

  1. 39.

    Wenn ihr alle so Großstadtfeindlich seid, warum wohnt ihr dann alle noch hier. Zieht auf die Kuhkaffs nach Brandenburg oder Meckpom. Tauscht mit den Menschen dort. Da ist die Luft sauber, es gibt Kühe, kaum Autos und Hochhäuser auch nicht. Billige Mieten, ganze Straßenzüge stehen leer und vergammeln.
    Ihr wollt alle wohnen, seid aber gegen bauen. Ihr wollt die Energiewende, seid aber gegen Stromtrassen und Windräder. Hauptsache ihr selbst sitz mit dem A.. in irgendeiner gesponserten Bude.
    300 neue Wohnungen = 300 andere freie Wohnungen wo ihr wohnen könnt. 300 weniger Konkurrenten auf dem Wohnungsmarkt.
    Euer Problem ist eher, dass ihr dort wohnen wollt, es euch aber nicht leisten könnt, schön neu, zentral und am besten für Lau. Der pure Neid quillt aus euch. Ich kann es mir nicht leisten und ich will auch nicht in so einer (jetzt schon) toten Betonwüste wie Mitte leben.

  2. 38.

    Und schon denke ich an den Einsturz des Kölner Stadtarchivs.

  3. 37.

    Wenn's schiefgeht hat die U5 einen neuen Endbahnhof: Schillingstr.

  4. 36.

    Schön ist was anderes. Kritik äußern sei Bitteschön erlaubt. Hätte ich das nötige Geld um mir einen ruhigen Lebensabend zu verwirklichen, wäre Brandenburg keinesfalls meine Wahl. Alles reine Geschmacksache.

  5. 35.

    Geschmacklos und Mist. Das passt gut. Gerade an solch einen Ort hätte ich mir ein Vorzeige Hochhaus gewünscht. Gute Beispiele gibt es ja zu genüge. Aber das, nee,nee.

  6. 34.

    Viele frustrierte Mieter hier, die aus Selbstsucht, jeden Neubau schlechtreden. Nur die eigene Platte ist doch so toll und alles schön billig und alles vom Steuerzahler gesponsert. Immer schön weiter meckern. Das schöne ist aber, Neu gebaut wird in und um Berlin trotzdem !!! Und wem es nicht gefälll, Dörfer mit einstöckigen Häusern, gibt es in Brandenburg noch genug. Und in Meck-Pomm auch. Also Tschüss frustrierte Mieter, kaufen sie sich ihr eigenes Haus. Ach ja, kein Geld, Na da hilft nur weiter meckern und nach dem Staat schreien. Aber, dann bitte auch demokratisch wählen gehen. Toller Turm und mehr davon. Danke. Und für die anderen, ab aufs Dorf. Janz weit raus, ins Grüne.

  7. 33.

    Toll. Damit sich private Taschen weiter füllen, wird ein Abschnitt der U Bahn einem Experiment geopfert. Wenn es schief geht wird ein Fußgängertunnel draus? Oder baut die BVG einfach neu und die Fahrgäste zahlens mit höheren Preisen? Da kommt doch der nächste BER...

  8. 32.

    Ich hoffe der Turm sieht nicht so bescheuert aus wie auf dem Bild oben... Dann wünsche ich einen baldigen Einsturz noch bevor er fertig wird... Wer hat denn so ein Misst genehmigt?

    /DerWaschechteBerliner

  9. 31.

    Lange Unterbrechnung der U5 ist den Fahrgästen gar nicht zuzumuten. Warum baut man den neuen Tunnel nicht um den vorhandenen Tunnel außen herum? Da kann die U5 in der Bauzeit weiter fahren. Die Erde muß man für das Hochhaus sowieso aufgraben. Wer für zahlungskräftige Kundschaft baut, muß auch für Obdachlose und andere Arme bauen.
    @RBB "beide seiten" Seiten wird groß geschrieben.

  10. 30.

    Wenn man auf "mehr" klickt, sieht man den ganzen Text. Sie haben sich nämlich zu früh Hoffnungen gemacht: "Dort wohnen würde ich gar nicht wollen. "

  11. 28.

    Der Turm ist zu niedrig, zu häßlich und insgesamt kein moderner mutiger Entwurf. Er wird den häßlichsten Platz Europas leider nicht aufwerten. Ich hoffe da geht in Zukunft noch deutlich mehr.

  12. 27.

    Da entsteht die nächste Bausünde der Zukunft! Berlin Du könntest besser, wenn Du denn wolltest...

  13. 26.

    Schön in den 90 er Jahren wurden unter Bausenator Nagel SPD Hochhäuser für den Alex geplant. Warum dauern Zukunftspläne eine Ewigkeit in dieser Stadt. 5 Jahre Verhandlungen mit der BVG , da hätte das Hochhaus, mir gefällt es, schon längst vor der Eröffnung der Verlängerung der U5 fertig sein können. Die Stadt braucht Visionen und Zukunftsentwicklung. Nicht nur grüne und rote Fahrradwege. Was ist mit dem ICC ? Verlängerung von U Bahnlinien, Anbindung des Flughafen an die U-Bahn, Verkehrsanbindung des alten Flughafen Tegel, wenn dort ein Campus und 5 Tausend neue Wohnungen entstehen? Aber wenn wir nur von .... regiert werden

  14. 25.

    Frust kontra Intellekt. Ein erfrischend kurzgefasster Kommentar auf dieser Bühne.

  15. 24.

    Abgesehen davon, dass der Turm hässlich (mir fehlt das ökologische grün) ist und Architekten durchaus mutiger sein sollten, wird nach der Verlängerung der U5 zum Hauptbahnhof erst mal ein monatelanger Schienenersatzverkehr?
    Die Eröffnung wird sicher gefeiert und einen Tag später zwischen Schillingstraße Rathaus gesperrt.
    Davon abgesehen, versperrt diese Hässlichkeit meine Aussicht auf den Fernsehturm.

  16. 23.

    Abgesehen davon, dass der Turm hässlich (mir fehlt das ökologische grün) ist und Architekten durchaus mutiger sein sollten, wird nach der Verlängerung der U5 zum Hauptbahnhof erst mal ein monatelanger Schienenersatzverkehr?
    Die Eröffnung wird sicher gefeiert und einen Tag später zwischen Schillingstraße Rathaus gesperrt.
    Davon abgesehen, versperrt diese Hässlichkeit meine Aussicht auf den Fernsehturm.

  17. 22.

    Ein wunderbarer Bau, der das Ostberliner Zentrum aufwertet.
    Ich freue mich schon darauf, gibt es doch dem ansonsten häßlichen Alexanderplatz endlich ein Gesicht.
    Ich hoffe, die anderen Hochhaus-Projekte rund um diesen Platz nehmen auch bald Gestalt an.

  18. 21.

    Das Hochhaus ist ganz schön, aber die Unterbrechung der U-Bahn geht gar nicht. Liebe BVG, bitte nachbessern.

  19. 20.

    Das lockt viele Investoren an, die sich dort ein Apartment kaufen. Von dort ist es nicht weit bis zum Prenzlauer Berg.
    Langsam wächst alles zusammen. Prima.

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