"Kein Eingang" steht an einem Check-in-Schalter der Fluggesellschaft Eurowings am Flughafen (Quelle: dpa/Friso Gentsch).
Bild: dpa/Friso Gentsch

Kabinenpersonal macht Lufthansa Druck - Gewerkschaft Ufo stellt Warnstreiks vorerst ein

Die Flugbegleitergewerkschaft "Unabhängige Flugbegleiter Organisation" (Ufo) verzichtet in dieser Woche auf weitere Warnstreiks innerhalb des Lufthansa-Konzerns. Das habe man nach einer ersten Abstimmung mit den Tarifkommissionen entschieden, sagte der Vize-Vorsitzende Daniel Flohr am Montag in Frankfurt. Noch am Sonntag hatte die Gewerkschaft insgesamt 19 Stunden vier Tochtergesellschaften der Lufthansa bestreikt.

Lufthansa und Ufo widersprechen sich

Flohr wertete den Ausstand als Erfolg. Die Zahl der ausgefallenen Verbindungen bezifferte er auf mehr als 150, die Kabinenmitarbeiter hätten sich "mit großer Mehrheit" an der Arbeitsniederlegung beteiligt. Lufthansa hatte hingegen mitgeteilt, dass sich bei den bestreikten Betrieben mehr als 90 Prozent der Crews zum Dienst gemeldet hätten. Eine exakte Zahl der ausgefallenen Flüge nennt Lufthansa aber nicht. Berichtet wurde über etwa 100 Ausfälle. Diese Größenordnung bestätigte der Konzern.

Laut Ufo ist etwa jeder zweite Flug ausgefallen. In Tegel mussten beispielsweise 22 Flüge gestrichen werden - vor allem Inlandsflüge. Das sei mehr als die Hälfte der geplanten Verbindungen, sagte eine Flughafensprecherin.

"Bärendienst" am Kunden

Ufo warf Lufthansa vor, den Kunden einen "Bärendienst" erwiesen zu haben, indem man die planmäßige Durchführung aller Flüge versprochen habe. Die Passagiere hätten so oftmals erst am Flughafen erfahren, dass ihr Flug zu den gestrichenen Verbindungen gehörte. Allerdings hatte die Ufo den Warnstreik am Sonntagmorgen erst sehr kurzfristig bis Mitternacht ausgeweitet - um mehr als 13 Stunden.

Ufo befindet sich bei der Lufthansa-Kerngesellschaft sowie bei den deutschen Töchtern Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und Sunexpress in einem Arbeitskampf und hat eine Urabstimmung über unbefristete Streiks eingeleitet. Diese sollen zum 1. November abgeschlossen werden. Die Gewerkschaft behält sich weitere Streikmaßnahmen jedoch vor: "Sollte es zu weiteren Aktionen seitens des Konzerns kommen, sind wir aber kurzfristig in der Lage, die Situation neu zu bewerten und unverzüglich zu reagieren", heißt es in einer Ufo-Mitteilung (ufo-online.aero.de).

Sendung: Inforadio, 21.10.2019, 14 Uhr

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