Mitglieder der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo (Unabhaengige Flugbegleiter Organisation) streiken am 09.11.2015 am Flughafen von Frankfurt am Main (Hessen) (Bild: dpa/Frank Rumpenhorst)
Audio: Inforadio | 14.10.2019 | Nachrichten | Bild: dpa/Frank Rumpenhorst

Ufo plant Ausstand am Sonntagvormittag - Flugbegleiter-Gewerkschaft will Lufthansa bestreiken

Bei der Lufthansa soll am Sonntagmorgen an den Drehkreuzen Frankfurt am Main und München gestreikt werden. Fest steht bereits, dass durch die Proteste auch Flüge nach Berlin-Tegel ausfallen würden. Fraglich ist nur, wie viele.

Ein geplanter Streik von Flugbegleitern bei der Lufthansa könnte am kommenden Sonntag zum Ausfall von mindestens zehn Flügen nach Berlin-Tegel führen. Vom Streik direkt betroffen sind die Flughäfen München und Frankfurt, wie die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo mitteilte. Demnach sollen die Beschäftigten am kommenden Sonntag, dem 20. Oktober, zwischen 6 und 11 Uhr die Arbeit niederlegen, sagte der stellvertretende Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr am Montag.

In dieser Zeit starten von Frankfurt planmäßig acht Flüge nach Berlin. Von den vier Fliegern, die von München aus abheben, wären nach jetzigem Stand zwei von Streikplänen betroffen. Die Flüge der Lufthansa-Tochter Germanwings und der Lufthansa-Cityline sollen nach Ufo-Angaben planmäßig abheben.

Die Lufthansa könne die Arbeitskampfmaßnahmen noch abwenden, wenn sie an den Verhandlungstisch zurückkehre, sagte Flohr. Ufo fordert eine Lohnerhöhung von 1,8 Prozent. Die Gewerkschaft wirft dem Lufthansa-Konzern vor, einen Machtkampf gegen die Spartengewerkschaften im Hause zu führen. Das hätten auch die Piloten von der Vereinigung Cockpit erlebt.

Ausweitung der Streikaktion laut Ufo denkbar

In Berlin und Brandenburg enden am Sonntag die Herbstferien. Wie groß die Auswirkungen auf den Flugverkehr in Berlin am Ende wirklich ausfallen, ist noch unklar. Das hängt unter anderem davon ab, ob Ufo die Warnstreiks auf weitere Flughäfen, auf einen längeren Zeitraum oder auf die gesamte Lufthansa-Gruppe ausdehnen wird. Dies sei jederzeit möglich, kündigte Flohr per Video-Botschaft im Internet an. Auch für die Gesellschaften Eurowings, Germanwings, Cityline und SunExpress habe man Tarifforderungen aufgestellt.

Ein Sprecher der Lufthansa sagte rbb|24 auf Nachfrage jedoch, das Unternehmen gehe für kommenden Sonntag von einem regulären Flugbetrieb aus. Der geplante Warnstreik sei aus Sicht der Lufthansa rechtswidrig. "Unser klares Ziel ist es, am 20. Oktober unser volles Flugprogramm aufrechtzuerhalten", heißt es in einer ersten Stellungnahme. Zudem würden rechtliche Schritte gegen die Aktionen geprüft. Der Konzern lehnt Gespräche mit der intern zerstrittenen Gewerkschaft Ufo seit Monaten ab, weil sie deren Vorstand für nicht rechtmäßig hält. Dieser sei nicht satzungsgemäß ins Amt gekommen.

Rechtsstreit zwischen Lufthansa und Ufo

Eine Kündigung der Tarifverträge bei der Lufthansa-Kerngesellschaft durch die Gewerkschaft hat die Fluggesellschaft nicht anerkannt. Vor rund einer Woche hieß es, in einem Arbeitsgerichtsverfahren solle überprüft werden, ob es sich bei der Ufo überhaupt noch um eine tariffähige Gewerkschaft handelt.

Das Arbeitsgericht Frankfurt hat in erster Instanz festgestellt, dass Ufo die Tarifverträge bei der Lufthansa-Kerngesellschaft rechtmäßig gekündigt hat. Von Ufo hieß es vor rund einer Woche, weitere Gerichtsentscheidungen wolle man nicht abwarten, weil Lufthansa ständig neue Vorwürfe erhebe und so kein "natürliches" Ende der Auseinandersetzungen absehbar sei. Nun sollten konkrete Arbeitskampfmaßnahmen eingeleitet werden. Wenn die Lufthansa die Streiks für illegal halte, müsse sie das vor Gericht beweisen, erklärte Ufo-Vize Flohr am Montag. Wie er weiter sagte, will die Gewerkschaft in der kommenden Woche mit ihren Tarifkommissionen über Urabstimmungen zu unbefristeten Streiks beraten.

Ufo leidet seit Monaten unter einem internen Führungsstreit

Ufo hat einen heftigen internen Führungsstreit hinter sich, in dessen Verlauf zahlreiche Vorstände und Beiratsmitglieder zurückgetreten sind, darunter der langjährige Vorsitzende Nicoley Baublies, der zwischenzeitlich auch aus seinem Lufthansa-Job entlassen worden ist. Bei einer Mitgliederversammlung am 1. November muss sich der verbliebene Rumpfvorstand Abwahlanträgen stellen.

Sendung: Inforadio, 14.10.2019, 14:00 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Lieber Herr "Bonzo".
    Ob nun selber fliegen oder nicht, dies dürfte hier irrelevant sein. Die LH fliegt SXF nur in ABSOLUTEN Ausnahmen an und niemals im Regelbetrieb. Wenn sie jene Flugpläne des SXF "studieren", so werden sie niemals dort die Lufthansa gelistet sehen. Nur in Ausnahmefällen, wie von Ihnen genannt, ja, jedoch ist dies recht selten. Also ist die Aussage von "Berliner" insofern NICHT verkehrt.

  2. 2.

    Das stimmt nicht. Lufthasa fliegt Schönefeld an weil Tegel ein Nachtflugverbot hat. Und Lufthasa fliegt auch Schönefeld an wenn tegel total überlasstet ist. Nicht alles glauben was Goggel so schreibt sondern selber fliegen

  3. 1.

    Der Flugverkehr von/nach Berlin-Schönefeld (SXF) wird dadurch NICHT beeinträchtigt, da die Lufthansa diesen Flughafen NICHT anfliegt.

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