Symbolbild: Solarpark in Brandenburg (Quelle: imago-images/Rainer Keuenhof)
Bild: imago-images/Rainer Keuenhof

Anlage geht 2020 in Betrieb - Deutschlands größter Solarpark bei Werneuchen geplant

Der größte Solarpark Deutschlands soll in Brandenburg entstehen. Die Anlage soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen, wie der Karlsruher Energiekonzern EnBW am Mittwoch mitteilte. Aufsichtsrat und Vorstand hätten für das Projekt nun grünes Licht gegeben.

Demnach sollen auf einem 164 Hektar großen Gelände bei Werneuchen (Barnim) rund 465.000 Solarmodule aufgebaut werden, die etwa 50.000 Haushalte mit Strom versorgen können.

Kosten für Solarenergie stark gesunken

EnBW-Technikvorstand Hans-Josef Zimmer betonte, das Unternehmen wolle die Solarenergie zu seinem dritten Standbein machen. Weil die Kosten der Solarenergie in den vergangenen 10 Jahren um mehr als 80 Prozent gesunken seien, könne die Anlage ohne Förderung gebaut werden. Die Anlage bei Werneuchen wird der erste Solarpark sein, die EnBW ohne Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz errichtet.

Zur Höhe der gesamten Investitionssumme äußerte sich EnBW nicht. Die reinen Baukosten beliefen sich auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag, hieß es. Das Energieunternehmen hatte das von der Cottbuser Procon Solar GmbH seit 2009 vorentwickelte Projekt nach eigenen Angaben Mitte 2018 übernommen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 16.10.2019, 14:30 Uhr

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24 Kommentare

  1. 24.

    Grundsätzlich sollten die PV-Anlagen auf Dächer, keine Frage. Aber vielleicht mal zwei Punkte, die auch etwas gegen dieses Dogma sprechen.
    1. Die im Artikel beschriebene PV-Anlage hat laut anderer Quelle 180MW an installierter Leistung. Typische Einfamilienhäuser bewegen sich zwischen 5-10kW an installierter Leistung. Man müsste also 18.000-36.000 Hausdächer belegen, bis man diese Leistung auf Familienhausdächer gebracht hat. Der Projektierungs- und Installationsaufwand ist entsprechend deutlich höher und damit auch die Kosten für die bereitgestellte Energie.
    2. Freiflächenanlagen werden oft auf benachteiligten Flächen, z.B. auf ehemalige Militärgebieten realisiert. Dabei erfolgt dann z.B. auch eine Beseitigung der Munitionsreste. Wer kümmert sich um diese Flächen und übernimmt die Kosten dafür, wenn es nicht der Parkerrichter tut? Wer unternimmt denn was gegen Insektenschwund? Eine PV-Freiflächenanlage kannr positive Effekte erzielen, insbesondere wenn dort vorher Monokultur war.

  2. 23.

    Jede einzelne Zelle hilft, egal wo unter der Sonne sie steht. Ich halte in den Bauvorschriften die Vorgabe für plus Energiehäuser und Solardachzwang ohne EEG-Umlage für erforderlich. Da es sich ja bereits ohne Subvention rechnet.
    Alleine wenn ich die DB sehe mit ihren riesigen ungenutzten qm an Bahnhofsdächern und ICE-Hallen und deren Fassaden, wird das Potential deutlich. In Bonn habe ich Solarzellen am Brückengeländer gesehen. Supermärkte haben meistens riesige, ungenutzte Dachflächen, Industriehallen, Waschstraßen, Einkaufscenter, Bau- und Möbelmärkte (Beispiel IKEA Lichtenberg), Plattenbaufassaden (Beispiel Marzahn) usw. Alles Überschüssige wird Wasserstoff mit CO2 Erdgas und geht ins vorhandene Gasnetz für Nachts und Winter.

  3. 22.

    Dass Dachanlagen zwangsläufig zur Inanspruchnahme der EEG Umlage führen ist politischer Wille. Das kann die Politik ändern. Wenn andererseits diese Anlage ohne Förderung auskommt, warum sollten Dachanlagen das nicht auch können. Ein neues Dach kostet sowieso Geld, macht man dies gleich als Energiedach, ohne Dachziegel, ist dies kaum teurer und spart zudem Stromkosten des Bauherren und entlastet das Netz.

  4. 21.

    Wald ist sicherlich auch eine gute Idee aber dem deutschen Wald geht es meines Wissens recht gut. Bei sinnvoller Bewirtschaftung der Freifläche unter der PV-Anlage ist für die Natur auch viel getan. In sehr vielen Fällen wird die genutzte Fläche aufgewertet. Schauen Sie bei Wikipedia z.B. mal nach dem Solarpark Lieberose.
    Freiflächenanlagen sind halt die preiswerteste Möglichkeit erneuerbare Energie zu nutzen. Wie aus dem Artikel ersichtlich ist, nutzt die Anlage keine Fördermittel mehr und es kommt daher auch nicht zu einer zusätzlichen ökonomischen Belastung der privaten Haushalte mit Umlagen.
    Bei denen von Ihnen propagierten Dachanlagen kommt es jedoch in fast allen Fällen zur Inanspruchnahme der EEG-Vergütung und zu steigenden Umlagen für die Verbraucher.
    Dennoch bin ich auch dafür, Dachflächen zu priorisieren aber in vielen Fällen wertet eine Freiflächenanlage eine belastete oder benachteiligte Fläche deutlich auf und schafft Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen.

  5. 20.

    "In der Realität allerdings aus einem Kraftwerk, das aus diesem Grunde weiterhin betriebsbereit gehalten werden muss so als ob es die Solarzellen gar nicht gäbe. Unterm Strich wird also doppelter Aufwand getrieben, ohne mehr Nutzen zu generieren."
    -> In der Realität wird schon seit 2015 etwa jede zweite PV-Anlage im Heimbereich mit Speicher installiert und die Nutzer versorgen sich in der Nacht zu großen Teilen aus der gespeicherten Sonnenenergie. Tendenz steigend.
    Doppelter Aufwand ohne mehr nutzen? Die im Artikel beschriebene Anlage erzeugt CO2 frei elektrische Energie für 50.000 Haushalte, den Strom müssen fossile Kraftwerke nicht mehr erzeugen. Ich sehe hier durchaus einen Nutzen.
    Langfristig wird Überschuss aus erneuerbaren Energien per Elektrolyse und Methanisierung als synthetisches Methan gespeichert und dann laufen auch Reservekraftwerke bei Bedarf auf Basis erneuerbarer Energien.

  6. 19.

    Wir beklagen die weltweite Abholzung von Wäldern. Wir beklagen den verschwenderischen Umgang mit Natur.
    Und dann pflastern wir Freiflächen mit Solaranlagen zu??? Anstatt dort nun Wälder zu pflanzen und der Natur Lebensraum zurückzugeben ? Es gibt soviel bebaute Flächen, die man nutzen könnte, aber für ÖKO wird Natur geopfert.
    Das ist in meinen Augen einfach ökologischer Irrsinn. Davon Abgesehen, die ökonomischen Auswirkungen, die NUR der private Haushalt merken wird, weil die Industrie von den Umlagen befreit ist. Das ist doch .......

  7. 18.

    "In der Nacht werden die Haushalte aus anderen Quellen versorgt, idealerweise aus erneuerbaren Energiequellen oder aus Speichern." -> In der Realität allerdings aus einem Kraftwerk, das aus diesem Grunde weiterhin betriebsbereit gehalten werden muss so als ob es die Solarzellen gar nicht gäbe. Unterm Strich wird also doppelter Aufwand getrieben, ohne mehr Nutzen zu generieren.

  8. 17.

    Richtig ist, dass die PV-Anlage innerhalb eines Jahres soviel Energie ins Netz einspeist wie 50.000 Haushalte in einem Jahr aus dem Netz entnehmen. Da gibt zeitliche Diskrepanzen, da die PV-Anlage im Sommer mehr generiert und natürlich nur am Tage arbeitet. Der erzeugte Strom wird aber definitiv verbraucht. Die Haushaltsangabe dient ja letztlich nur dazu eine Vorstellung von der Menge der eingespeisten Energie zu bekommen. In der Nacht werden die Haushalte aus anderen Quellen versorgt, idealerweise aus erneuerbaren Energiequellen oder aus Speichern. Für die Zwischenspeicherung bieten die kommenden E-Fahrzeuge riesiges Potenzial um am Tag Solarstrom aufzunehmen und bei Bedarf in der Nacht an Verbraucher abzugeben. Technisch ist eine 100% EE-Versorgung machbar und auch preislich vertretbar. Die größten Baustellen und Hemmnisse sind aktuell rechtlicher und regulatorischer Art.

  9. 16.

    Ich bin grundsätzlich auch dafür Dächer vorrangig zu nutzen. Es lässt sich aber mit Freiflächenanlagen ein niedriger Preis je kWh realisieren. Es ist fantastisch, dass wir inzwischen an einem Punkt sind, bei dem sich (einige) PV-Anlagen in unserem vergleichsweise sonnenarmen Land ohne Förderung wirtschaftlich betreiben lassen. Diese Anlage sorgt nicht mehr für eine Steigerung der EEG-Umlage und ist auch nicht kilometerweit zu sehen wie die meisten Windräder...

    Vielen Kritikern ist nicht bewusst, dass die Biodiversität deutlich gesteigert werden kann, wenn auf ehemaligen Monokulturflächen oder ähnlichem eine PV-Anlage realisiert wird. Auf solchen Flächen bilden sich viele Pflanzen aus, die es Insekten wieder ermöglichen von der einen Seite bis zur anderen zu kommen ohne unterwegs zu verhungern...
    Es ist halt entscheidend, wie die Flächen vorher genutzt wurden.

  10. 15.

    Soweit ich informiert bin, handelt es sich um ein ehemaliges Flugplatzgelände der Westgruppe der Sowjetarmee.
    Also nichts mit Landwirtschaft und Co.
    Außerdem stehen dort schon Solaranlagen.

  11. 14.

    Das ist nicht ganz richtig. Eine vernünftig bewirtschaftete PV-Anlagenfläche (z.B. mit Schafbeweidung) sorgt für einen enormen Vorteil bezüglich der Biodiversität gegenüber den üblichen Monokulturen auf unseren Feldern. PV-Freiflächenanlagen bieten das Potenzial hier viel mehr für die Natur zu leisten als übliche landwirtschaftliche Nutzflächen oder anderweitige vorbelastete Flächen.

  12. 13.

    Standardmodule leisten aktuell ca. 300W, damit ergeben sich ca. 150MW an installierter Leistung. Das ergibt ca. 150.000.000 kWh Jahresertrag. Das entspricht bilanziell in etwa dem was 50.000 Haushalte (á im Mittel 3000kWh/a) an Strom benötigen. Die Angaben sind plausibel

  13. 12.

    EnBW ist eine Firma aus Baden-Württemberg! Warum stellt die Firma die Anlagen in Werneuchen auf??
    Vielleicht deshalb das die Brandenburger die hohen Netzentgelte bezahlen müssen weil auf ihrem Teretorium so viel erneuerbare Energieanlagen stehen.
    Wenn ihr,, sauberen "Strom wollt baut die Anlagen auch bei Euch auf!

  14. 11.

    Die Dinger gehören auf Haltestellen, Dächer, öffentliche Gebäude, wegen meiner auch auf Ampeln und Verkehrszeichen. So wird für eine gute Sache nur weitere Natur zerstört und alle Welt regt sich auf weil es z.B. kaum mehr Bienen gibt.

  15. 10.

    Werneuchen als Versuchsgelände. Wieviel MVA leistet die Anlage? Diese mickige Anlage wird auf keinen Fall 50.000 Haushalte versorgen, max. zusatzversorgen in Spitzenlasten. Brb hat sich von EnBW verarschen lassen.

  16. 9.

    Bevor die letzten KKW vom Netz gehen, können sich durch den Handel mit den Reststrommengen noch Verschiebungen ergeben.

  17. 8.

    Was war vorher auf der Fläche? Landwirtschaft? Brauchen wir diese nicht dringender, um Probleme durch Monokultur und Trockenheit auszugleichen. Oder sind die Arbeitsplätze für die ehemaligen Bauern?
    Dächer wären besser geeignet.

  18. 7.

    Die Kohlekommission will erst ab 2022 ersatzlose Kraftwerks-Abschaltungen. Warum schreiben Sie 2021, gibt es inzwischen schon nähere Einschläge?

  19. 6.

    "dass die Zahl um ein Vielfaches höher liegt als in der Braunkohle-Industrie." Da könnten Sie sogar Recht haben. Aber dass Sie das als was Gutes ansehen, offenbar großes volkswirtschaftliches Unverständnis. Ineffiziente Technik -> mehr Arbeitsplätze -> mehr Wohlstand ist eine Milchmädchenrechnung wie sie im Buche steht.

  20. 5.

    Windräder und Solarzellen können überhaupt keine Haushalte mit Strom versorgen, weil die Stromausbeute wild schwankend ist und jederzeit bis auf Null sinken kann.

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