Wirtschaft Arbeitsamt Ostdeutschland Hinweisschild fuer das Arbeitsamt (Jobcenter) im brandenburgischen Luckenwalde. Quelle: imago stock&people
Bild: imago-images/Christian Ditsch

Statistik zum Bezug von Hartz IV - Brandenburg hat höchsten Anteil an Langzeitarbeitslosen

Der Anteil der Arbeitslosen, die mindestens vier Jahre Hartz-IV-Leistungen beziehen, ist im bundesweiten Vergleich in Brandenburg am höchsten. Dort erhielten 58,5 Prozent aller arbeitslosen Hartz-IV-Bezieher Ende 2018 die Leistung seit vier Jahren oder länger, wie aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. In Bayern sind es im Durchschnitt nur 37,8 Prozent. Laut der Statistik ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen in den ostdeutschen Bundesländern im Schnitt generell höher als die Zahlen in Westdeutschland. 

Noch größer ist die Differenz im Vergleich der deutschen Landkreise: Der Kreis Oberspreewald-Lausitz hat gemeinsam mit Görlitz in Sachsen bundesweit den höchsten Wert von 67,4 Prozent, im Kreis Eichstätt in Bayern sind es hingegen nur 14,4 Prozent. Auch andere Brandenburger Landkreise haben einen vergleichsweise hohen Anteil arbeitsloser Hartz-IV-Bezieher seit mindestens vier Jahren: Dieser liegt in Spree-Neiße, Elbe-Elster, Märkisch-Oderland, der Prignitz und der Uckermark zwischen 66,3 und 60,1 Prozent. Potsdam hat eine Quote von 47,7 Prozent.

Woidke lobt Entwicklung seit 2008

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärte, der unterschiedliche Anteil von Langzeitarbeitslosen mit Hartz-IV-Bezug etwa im Vergleich zu Bayern sei auf die sehr unterschiedlichen Arbeitslosenzahlen zwischen den ost- und westdeutschen Ländern vor einigen Jahren zurückzuführen. "Hieraus resultiert ein höherer Sockel langzeitarbeitsloser Menschen in Brandenburg", sagte Woidke.

Woidke weist aber darauf hin, dass die Zahl deutlich zurückgegangen sei. Es sei erfreulich, dass sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Land von über 61.000 im Jahr 2008 bis September dieses Jahres auf rund 25.000 mehr als halbiert habe. Für die Landesregierung sei es auch künftig eine vorrangige Aufgabe, die Zahl gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit durch Integration in den Arbeitsmarkt weiter deutlich zu verringern.

Sendung: Inforadio, 01.10.2019, 19 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Solange das Amt zahlt, shit happens... das funktioniert doch! Obwohl es mir vor kommt als wenn gefühlt 99% täglich nach Berlin pendeln um zu Arbeiten.

  2. 5.

    Nach der bevorstehenden Deindustrialisierung wird es wohl noch schlimmer kommen...

  3. 3.

    Es gibt wohl doch eine Statistik, in der Brandenburg mal vorne gelandet ist.

  4. 2.

    Tja und es wird einfach nicht besser. AW Eberswalde der DBAG dicht gemacht Wie viele Menschen waren dort mal beschäftigt und haben Eisenbahn Fahrzeuge instand gesetzt und sogar mal gebaut? Lauchhammer wieder Leute auf die Straße gesetzt ein hoch auf die erneuerbaren Energien die ja auch hunderte Jobs bringen sollten. In der Lausitz geht der 2 Kahlschlag für die Region seit 1990 weiter. Große Projekte in Frankfurt Oder ein solarmodule Werk kommt !!! wie viele Paneelen wurden dort gefertigt 0 ??? Und da wundern sich die Herren in Potsdam und Berlin das sich die Menschen abwenden von den Altparteien ohne eine Perspektive in ihrer Heimat! Dörfer sterben weil die Menschen gehen oder sie werden zu Arbeitsnormaden und ziehen durch die Republik für Mindestlohn. Selbst die großen neuen Logistikzentren am Rande von Berlin sind fest in osteuropäischen Händen für den Luxus unserer Armen dafür aber Sexy Hauptstadt Berlin.

  5. 1.

    Brandenburg ist und bleibt ein Bundesland ohne Perspektiven für die Bevölkerung und Niedriglohnland. Viele Menschen suchten ein Tätigkeit in Berlin bzw. Alte Bundeslämder. Ministerpräsident Woidke ist stolz auf Mindestlohn.

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