Zwei Bäcker bei der Arbeit. (Quelle: dpa/Jens Büttner)
Audio: Infoportal | 29.11.2019 | Peter Klinke | Bild: dpa/Jens Büttner

Zahlen für November - Arbeitslosenzahl in Brandenburg auf neuem Rekordtief

Herbstbelebung nennt sich das, was der Berliner und vor allem der Brandenburger Arbeitsmarkt gerade verzeichnen. Neue Ausbildungsverträge, der Start des Weihnachtsgeschäfts und letztes Bauen vor dem Winter sorgen für weniger Arbeitslose.

Sowohl in Brandenburg als auch in Berlin ist die Zahl der Arbeitslosen im November gesunken. In Brandenburg ist die Arbeitslosigkeit dabei auf ein neues Rekordtief gefallen: Mit 72.074 Menschen gab es noch nie so wenig Arbeitslose in einem Monat seit 1991.

Im Vergleich zum Oktober ist das ein Rückgang um 307 (-0,4 Prozent), im Vergleich zum November 2018 ist das ein Rückgang um 5.195 Arbeitslose (-6,7 Prozent). Daraus ergibt sich für November 2019 eine Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 5,8 Prozent gelegen.

In Berlin fiel die Zahl der Arbeitslosen erneut unter die Marke von 150.000. Bei den Jobcentern waren 148.775 Menschen als arbeitslos registriert. Das sind 3.514 (-2,3 Prozent) weniger als im Oktober. Im November 2018 waren 2.105 (+1,4 Prozent) mehr Menschen erwerbstätig.

Die Arbeitslosenquote in der Hauptstadt liegt damit genau wie im November 2018 bei 7,6 Prozent. Die meisten Menschen ohne Arbeit kommen mit 20.108 Arbeitslosen aus Neukölln, die wenigsten leben mit 7.005 im Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Viele freie Stellen in Berlin und Brandenburg

"In Berlin entstehen derzeit an jedem Tag mehr als 150 neue Arbeitsplätze", teilte Bernd Becking von der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit zur aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt mit. "Besonders stark ist die Beschäftigungszunahme in den Branchen Information und Kommunikation, Erziehung und Unterricht und in vielen Dienstleistungsbereichen." Auch in der Industrie sei ein Stellenzuwachs festzustellen.

In Berlin sind, so die aktuellen Zahlen, bei den Arbeitsagenturen fast 26.400 freie Stellen gemeldet. Großer Bedarf besteht unter anderem in den Bereichen Ver- und Entsorgung, Lagerwirtschaft, Post, Zustellung und im Verkauf. In Brandenburg sind mehr als 22.500 freie Stellen von den Unternehmen gemeldet. Hier werden insbesondere im Bereich Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, in der Energietechnik sowie in vielen Industriebereichen Mitarbeiter gesucht.

In Brandenburg sind im November 22.546 freie Arbeitsstellen gemeldet.

"Saisonale Effekte"

Grund für die rückläufigen Arbeitslosenzahlen sind Experten nach "saisonale Effekte". Bei der allgemeinen Herbstbelebung wirken sich demnach Faktoren wie neue Ausbildungsverträge, der Beginn des Weihnachtsgeschäfts und ein Schlussspurt auf dem Bau vor dem Wintereinbruch aus.

Erst im Oktober waren in Brandenburg mit 72.381 Arbeitslosen ein neuer Tiefstand registriert worden. In Berlin hingegen war im Oktober die Zahl der Menschen leicht angestiegen. Es waren 152.289 Berliner arbeitslos gemeldet - 3.036 mehr als ein Jahr zuvor.

Sendung: Inforadio, 29.11.2019, 10 Uhr

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8 Kommentare

  1. 8.

    Ich danke dem rbb24-Team sehr für die Veröffentlichung meiner Kommentare von 1:07Uhr und 1:28Uhr. Denen möchte ich anfügen, dass die seit dem Jahr 2009 bestehenden Umsetzungsdefizite entgegen Art. 4 UN-BRK, ihren Ursprung in unterlassenen Gesetzen und Gesetzesänderungen, nachfolgend unterbliebenen Verordnungen und klaren Dienstanweisungen haben. Hierfür tragen sowohl die Regierungsparteien des Bundestags und des Abgeordnetenhauses von Berlin vorrangig die Verantwortung, aber auch die Oppositionsparteien dieser beiden parlamentarischen Institutionen des demokratischen Rechtsstaats Bundesrepublik Deutschland. Berlin ist im Bundesrat.

  2. 7.

    Haben Sie jemals öffentliche Sitzungen im Sozialgericht Berlin beigewohnt, denn dann wüssten Sie, zu welchen "unangenehmen Grundrechtseingriffen" das Personal von Behörden in der Lage ist? - Und sprechen wir besser nicht über nichtöffentliche Sitzungen am Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, übrigens auch eine Behörde dieser Region, deren Volljuristen (w/m) mit abgelegtem Richtereid keine Befähigung besitzen, behinderte Menschen im Sinn der UN-BRK wahrzunehmen. Wir können auch über den Psycho-Terror von Jobcentern sprechen, die sogar die Grundrechte der Staatsbürger*innen in den Verfassungen (Bund; Länder) als bedeutungslos disqualifizieren. Oder auch über die seltsame E-Akten-Führung bei den Jobcentern ...

  3. 6.

    Besitzen Sie überhaupt den blassesten Schimmer einer Ahnung, wie die Grundsicherung konstruiert wird und dass in das "Korsett des Regelbedarfs" sogar behinderte Menschen gepresst werden? Ihre hohlen Worte von "eigenes Fehlverhalten überdenken" rühren mMn von solch einer Dreistigkeit her, die ihresgleichen in den Gefilden von Abzockern bedürftiger Menschen zu finden ist. Zeigen Sie mir bitte echtes Fordern und Fördern in den Jobcentern Berlins und wieviele Menschen dadurch einen nachhaltigen Arbeitsplatz gefunden haben. Seit Bestehen der Jobcenter (01. Januar 2005) hat mir das zuständige Jobcenter NICHT EINEN EINZIGEN BEHINDERTENGERECHTEN ARBEITSPLATZ angeboten. Geschweige denn, dass das Personal zur Anwendung und Rechtsauslegung der UN-BRK seit März 2009 befähigt wäre.

  4. 5.

    Selbstverständlich wird niemand in die Wohnungslosigkeit befördert, schon garnicht vom Staat. Auch werden Leistungen vom Jobcenter nicht aus dubiosen Gründen gekürzt. Hartz4 Opfer gibt es auch nicht. Bevor man rummeckert, sollte man sein eigenes Fehlverhalten überdenken. Vollkommen schuldlos in die Armut zu rutschen, sind Einzelfälle. Auch von. Alg 2 kann man leben. Einfach ist es natürlich nicht.

  5. 4.

    Wenn z. B. Arbeitslose in die Wohnungslosigkeit befördert oder Anträge auf Alg2 aus dubiosen Gründen abgelehnt werden, sinken auch die Zahlen. - Es soll hier niemand versuchen mir zur erzählen, dass wir Verfassungen und Gesetze zum Schutz der Grundrechte Betroffener haben.

  6. 3.

    Sie trauern, dass es in Brandenburg weniger Arbeitslose gibt?

  7. 2.

    Das ist kein Grund zum jubeln, sondern zum trauern! WIR HABEN EINE KLIMAKATASTROPHE und müssen DRINGEND mit diesem Produktionswahnsinn aufhören! Schließlich brauchen unsere Kinder ja wohl auch noch ein Stückchen Erde für sich, auf dem sie noch leben können! Aber was interessiert's euch? Selbst fressen und fahren macht fett. Was interessieren uns die dämlichen Kinder nach uns.

  8. 1.

    Eben drum: Diese Statistiken sollte man sich etwas näher betrachten.

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