Symbolbild: Der Schatten von einem Mann mit zwei Kindern (Quelle: dpa/Peter Kneffel)
Audio: Antenne Brandenburg | 28.11.2019 | Lisa Steger | Bild: dpa-Symbolbild/Peter Kneffel

"Deutschland-Studie" - Schlechte Bedingungen für Familien in Nordbrandenburg

Der Norden Brandenburgs schneidet in einem bundesweiten Vergleich von Lebensqualität für Familien schlecht ab.

Von 401 gewerteten Städten und Kommunen landen die Landkreise Ostprignitz-Ruppin, Uckermark und Prignitz unter den letzten fünf der "Deutschland-Studie" [zdf.de] des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos, die das ZDF in Auftrag gegeben hat.

Die Familien in diesen Kreisen haben im Schnitt rund 31.000 Euro jährlich zur freien Verfügung, das ist ein weit unterdurchschnittlicher Wert. Viele Eltern fahren weite Wege zur Arbeitsstelle, auch Grundschulen sind in der Regel weit entfernt. 

Der Landkreis Oberhavel befindet sich etwas weiter vorne auf Platz 342.

Bildung, Soziales, Gleichstellung

Für das Ranking bewerteten die Forscher von Prognos vier Lebensbereiche mit zahlreichen Indikatoren. Punkten konnte Potsdam etwa vor allem im Bereich Bildung und Soziales. Hier zählte unter anderem die Entfernung zur nächsten Grundschule, die Betreuungssituation, Kinderarmut und die Gleichstellung von Männern und Frauen.

Auch die Bereiche Geld und Wohnen, Gesundheit und Sicherheit sowie Freizeit- und Kultur-Angebote bewerteten die Forscher. Bundesweit gehe der Anteil von Familien in vielen Großstädten mit extrem hohen Mieten zurück.

Potsdam reißt aus

Von den 18 Kreisen und kreisfreien Städten in Brandenburg liegen bei den Rahmenbedingungen für Familien nur zwei über dem Bundesdurchschnitt, und zwar Potsdam-Mittelmark und die Stadt Potsdam. Die Landeshauptstadt erreicht Platz zehn im bundesweiten Ranking. Dabei schlägt unter anderem die gute Versorgung mit Kitas und Horten zu Buche. Punktabzüge gab es hingegen für die hohen Mieten in Potsdam.

Innerhalb Brandenburgs bietet nach Potsdam der Studie zufolge Frankfurt (Oder) die besten Lebensverhältnisse für Familien. Auf Platz vier und fünf des Rankings innerhalb des Landes stehen die Städte Cottbus und Brandenburg an der Havel.

Den Spitzenplatz hält der hessische Hochtaunuskreis, gefolgt von der Stadt Baden-Baden in Baden-Württemberg und dem bayerischen Landkreis Starnberg. Schlusslichter sind die Stadt Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen (400) und das Jerichower Land in Sachsen-Anhalt (401).

Frankfurt (Oder) hinter Potsdam

Berlin steht im bundesweiten Vergleich auf Platz 217 von 401, damit reiht sich die Hauptstadt ins Mittelfeld ein. Im Bereich Gleichstellung von Frau und Mann ist sie auf dem Spitzenplatz (1), bei Wohnkosten hingegen auf einem der letzten Plätze (395).

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.11.2019, 14.00 Uhr

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