Geplante Hochhäuser am Berliner Alexanderplatz (Quelle: rbb-Abendschau)
Video: Abendschau | 18.11.2019 | Georg Berger | Bild: rbb-Abendschau

Bauvorbereitungen in Berlin-Mitte - Erster Turm am Alexanderplatz könnte 2023 stehen

Seit über 25 Jahren gibt es Pläne, den Berliner Alexanderplatz mit Hochhäusern zu bebauen. Nun geht es bei drei geplanten Türmen voran - eines der Projekte steht unmittelbar vor dem Baubeginn.  

Nach jahrzehntelangem Stillstand bei den Bebauungsplänen am Alexanderplatz gibt es neue Entwicklungen: Bereits 2023 könnte das erste von drei neuen, mehr als 100 Meter hohen Hochhäusern stehen. Das sagte der Baustadtrat von Mitte, Ephraim Gothe (SPD), am Montag in der rbb-Abendschau.

Zwei weitere Hochhäuser geplant

Zuerst fertig wäre demnach das Hochhaus des russischen Investors Monarch. Es soll direkt neben dem Einkaufszentrum Alexa stehen. Der Tower mit dem Namen "Alexander Capital Tower" habe eine Baugenehmigung und eine Baubeginnanzeige im Bezirksamt vorliegen, sagte Gothe. Derzeit würden Bauarbeiter den Bauplatz vorbereiten: Für den Tiefbau würden alte Abwasserkanäle abgerissen.

Der zweite Bau, ein 130 Meter hoher Turm des französischen Immobilienriesen Covivio, soll voraussichtlich 2025 fertig sein. Das Hochaus stünde dann mitten auf dem Platz. Für den Bau des dritten Hochhauses, einem Turm des US Konzerns Hines, könnten laut Gothe in etwa einem Jahr die Bagger rollen.

Das 65 Meter hohe Wohnhaus "Grandaire" am Alexanderplatz hatte im Juli Richtfest gefeiert. Es ist nach 30 Jahren das erste Hochhaus, das am Alex neu entstanden ist - allerdings ist es nur halb so hoch wie die nun vor der Realisierung stehenden Türme.

33 Etagen und 500 Mieter

Der Covivio-Turm werde 33 Etagen haben, sagte Projektentwickler Norman Weichhardt der Abendschau. Die gesamte vermietbare Fläche werde 60.000 Quadratmeter ausmachen - "viel Büro, viele Wohnungen, viel Gastronomie".

Vor einem Jahr bereits hatte Weichardt im rbb-Gespräch Einzelheiten erläutert: Demnach sollen etwa 500 Menschen in dem Gebäude zur Miete wohnen können - zu marktüblichen Preisen, wie es hieß. Eigentumswohnungen soll es nicht geben, Sozialwohnungen auch nicht.

Beim geplanten Hines-Tower bereitete der komplizierte Untergrund den Planern lange Zeit Kopfzerbrechen. Das Haus soll auf einem riesigen Betonblock gegründet werden, durch den auch die U-Bahn durchfährt. "Es hat lange gedauert, bis man die technische Sicherheit hatte, dass man es dort gründen kann", sagte Baustadtrat Gothe zu den Verzögerungen. Mittlerweile hat auch die BVG dem Bauvorhaben zugestimmt - dafür soll ein zweiter Tunnel in den bestehenden Tunnel der U-Bahnlinie 5 hineingebaut werden.

Grafik: Hochhäuser auf dem Alexanderplatz; Capital Tower, Hines-Hochhaus, Covivio-Tower. (Quelle: rbb/Abendschau)Grafik: Geplante Hochhäuser auf dem Alexanderplatz. (Quelle: rbb/Abendschau)

Hochhaus-Bebauung seit 1993 geplant

Erste Pläne für eine Neugestaltung des Alexanderplatzes mit Hochhäusern waren bereits 1993 entwickelt worden. Damals gewann der Architekt Hans Kollhoff einen Wettbewerb, der bereits eines der Hochhäuser am Potsdamer Platz entworfen hatte. Für den Alexanderplatz hatte Kollhoff sich eine "Stadtkrone" mit 13 bis zu 150 Meter hohen, sich nach oben verjüngenden Türmen ausgedacht.

2015 hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung den Masterplan jedoch noch einmal zur Debatte gestellt. Inzwischen sollen zwar weiterhin Hochhäuser errichtet werden - jedoch nach "angepassten Konzepten". [Informationen zum Workshopverfahren: parlament-berlin.de]

Kommentar

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40 Kommentare

  1. 40.

    Ich fürchte das Sie in diesem Punkt recht haben . Leider werde ich wahrscheinlich keine 120 Jahre alt werden .

  2. 39.

    Ich schätze eher 2033.

  3. 37.

    Finde ich auch zumal ich in den 90siger u.a. am Bahnhof , am Debis Haus und am Cinemaxx fleißig mitgebaut habe aber richtig vollendet wird der Potsdamer Platz erst sein wenn die S Bahn Linie 21 endlich fertig ist und direkt zum Hauptbahnhof fahren kann wie bereits in den 1930siger Jahren geplant und vorbereitet , wenn die Straßenbahn sowohl vom Alex über Potsdamer Platz nach Steglitz als auch die Straßenbahn aus Neukölln über Stresemannstraße zum Bahnhof Zoo fährt und auch endlich eine vernünftige Öffnung richtig Kulturforum erfolgt ohne das man durch eine Autobahnähnliche Straße abgehalten wird von einen Platz zum anderen zu flanieren .

  4. 35.

    Bildungslücke?! Es gibt nichts hässliches und nichts schönes, weil das subjektiv ist! Niemand kann festlegen, was hässlich ist

  5. 33.

    Oder anders wählen:
    CDU-Politiker Gräff fordert Zuzugsstopp für Berlin
    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/09/cdu-graeff-fordert-zuzugsstopp-fuer-berlin.html

  6. 32.

    Es geht um den Alex und nicht um den Ku'damm.
    Ich kenne bis jetzt nichts Exklusives am Alex. Der Alexanderplatz bräuchte wirklich mal einen Schliff, aber das wird so enden wie am Potsdamer Platz à la austauschbarem Arcadensortiment. (08/15). Wer teuer und exklusiv kaufen will fährt an den Ku'damm oder ins KaDeWe und daran wird sich die nächsten 20 Jahre nichts ändern.

    Der Ku'damm gammelt vor sich hin? Soweit ich sehen kann, sind hier am Ku'damm exklusive Geschäfte, Restaurants und Labels die es nach wie vor größtenteils in der ganzen Stadt nicht gibt, einschließlich Pariser Str. und Fasanenstr., die Who’s Who kennt ihre Adressen, und die sind rund um den Ku'damm präsent. Was bitte meinen Sie mit vor sich hin gammeln? Eine Stadt verändert sich nun mal.

  7. 31.

    Wenn weiter so viele Menschen ungebremst nach Berlin ziehen (auch in andere Großstädte) Dann werden solche Hochhäuser als Standard bald unumgänglich.

  8. 30.

    Diese Doppelmoral soll einer verstehen. Am Alexanderplatz wird gebaut, während der Kudamm vor sich hin gammelt.
    Laut Frau Lüscher sei dort nicht die richtigen Ort für Veränderungen.
    Dennoch hatte man kein Problem damit den Flair des Kudamms , die Ku’damm-Bühnen, Kneipen und Cafes die eine typische Berliner Institution waren, zu vernichten.
    Was ist der Kudamm denn heute ?
    Eine Reihe von baulichen Belanglosigkeiten und 08/15 Bekleidungsketten die es überall gibt.
    Als Berliner lohnt es nicht dort hin zufahren. Und Touristen ?
    Sind enttäuscht denn sie wollten das typische Berlin sehen und erleben und fahren dann doch lieber
    zum Hackeschen Markt oder Alexanderplatz.

    Danke Frau Lüscher.

  9. 29.

    Waren das anfangs nicht mal mehr Türme die geplant waren?

  10. 27.

    Die fällen dafür bestimmt die wunderbaren und uralten Platanen, nicht wahr? Ein Jammer. :(

  11. 26.

    Die Zeit des Mauerbaus und die Nachwendezeit in den 90sigern wo ganze Industrien weggebrochen sind sowohl im Ostteil als auch im Westteil z.b. mit dem Wegfall der Berlinzulage sind aber Gott sei Dank vorbei . Damals zogen viele Menschen weg und erst seit den 2010 Jahren kehrte sich das was überall auf der Welt normal für eine Großstadt ist wieder um so das seit dem wieder viele Menschen nach Berlin möchten . Die Politik ist offenbar von dieser Entwicklung überrascht worden oder wollte es nicht wahrhaben und hat deshalb erst viel zu spät reagiert aber das ist ja wohl nicht den Menschen anzulasten die Ihre Zukunft in Berlin sehen möchten . Ich , mein Vater und mein Opa sind hier in Berlin geboren das heißt seit mindestens 1890 schlägt meine Familie hier in Berlin Ihre Wurzeln und trotzdem sehe ich dadurch nicht automatisch einen alleinigen Anspruch meiner Familie auf ein Dauerhaftes Bleiberecht in dieser Stadt an . Eine Stadt gehört niemanden alleine sondern sollte offen sein !!

  12. 25.

    Warum keine Sozialwohnungen in den Neubauten am Alexanderplatz, der jetzt schon ein sozialer Brennpunkt ist?
    Warum sonst hat die Politik so schnell reagiert und eine Polizeiwache intalliert?
    Auch müssen Sie Ihren Sozialneid nicht ausleben - es gibt Bürger und Bürgerinnen, die 13€/qm und mehr bezahlen. Und, am Alexanderplatz zu wohnen, war schon immer etwas teurer.
    Und: meinen Sie wirklich, dass "kleinere Untetnehmen" solch Projekte stemmen könnten?

  13. 24.

    Ich kann da keinerlei Aufwertung erkennen.
    Da ist es jetzt schon hässlich und dann wird es noch schlimmer.

  14. 23.

    Wobei der Vergleich mit dem Verkehr etwas hingt denn in großen Ballungsräumen bietet sich schon eher der Ausbau eines guten ÖPNV an im Gegensatz zum ländlichen Raum wo das in diesem Maße sicher nicht ganz so einfach ist denn man kann sicher nicht in jedes Dorf eine Straßenbahn oder gar U Bahn verlegen . Dort wird sicher auch in den nächsten 100 Jahren das Auto eine wichtige Rolle spielen wenn auch mit anderen , hoffentlich umweltfreundlichen Antrieben . Im übrigen waren die Städte bis vor 100 Jahren so gut wie Autofrei denn damals( 1920siger Jahre ) fuhren z.b. in Berlin neben einigen Pferdekutschen ja fast ausschließlich Straßenbahnen , U Bahn , S Bahn und die Eisenbahn . Die Eisenbahn Dampfbetrieben und damit sicher noch nicht so umweltfreundlich wie heute aber trotzdem kam die Stadt und das Leben nicht zum Stillstand . Der massive Autowahn der 50siger , 60siger und 70siger Jahre war eine Episode ist aber heute in der Form nicht mehr Zeitgemäß und man sollte ja aus Fehlern lernen .

  15. 22.

    Ihre Erwähnung der Randbezirke verwundert mich etwas. Berlin besteht nicht nur aus Rand. Es gibt genug gebürtige innerstädtische Berliner, die noch andere Zeiten kennen gelernt haben, als hier das meiste noch funktioniert hat. Inzwischen funktioniert doch fast nichts mehr, egal wohin man schaut. Die Stadt ist in Punkto Sicherheit, Verkehr, ÖPNV, Verwaltung, Gesundheitswesen und Bildungswesen diesem schnellen Wachstum nicht gewachsen.

  16. 21.

    Sehr geehrter CD,
    es geht hier um das Zentrum der Stadt!
    Gatow, Rudow, Köpenick, Biesdorf, Frohnau u.v.a. Stadtteile sind doch gar nicht betroffen. Da ist alles so wie vor 30 Jahren!

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