Windräder sind an einem nebligen Herbstmorgen bei Sonnenaufgang auf Feldern bei Welzow in der Lausitz zu sehen (Quelle: Picture Alliance/Andreas Franke)
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Kommentar | Teslas Entscheidung für Brandenburg - Willkommen im Neue-Energien-Land

Dass der US-Autobauer Tesla Grünheide im Landkreis Oder-Spree als Standort für sein Europawerk gewählt hat, überrascht nur kurz: Denn hier wird bereits produziert, was Hersteller von Elektrofahrzeugen dringend brauchen. Ein Kommentar von Andreas Oppermann

Eine Nachricht elektrisiert Brandenburg und Berlin: Tesla will ein Werk mit Tausenden von Arbeitsplätzen in Grünheide bauen - keine zehn Kilometer von der Berliner Stadtgrenze entfernt. Da stellt sich natürlich die Frage: Warum gerade hier? Was hat dieser Standort im Landkreis Oder-Spree, was all die anderen nicht haben, die Tesla in Europa geprüft hat?

Die Antwort: Erneuerbare Energien! Brandenburg gehört zu den Bundesländern mit den meisten Windkraftanlagen. Auf ehemaligen Militärflugplätzen in Neuhardenberg oder Finowfurt sind schon jetzt Solaranlagen installiert, die zu den größten Europas zählen. Schon jetzt hat Brandenburg umgerechnet auf die Einwohner den grünsten Strommix. Brandenburg ist eben nicht nur Braunkohleland, sondern inzwischen vor allem Erneuerbare-Energien-Land.

Steht ein Paradigmenwechsel bevor?

Elon Musk glaubt nicht nur an die Zukunft seiner Elektroautos, weil sie im Betrieb keine Schadstoffe produzieren und mit Ökostrom auch eine deutlich bessere CO2-Bilanz haben als normale Verbrennungsmotoren. Er will auch noch einen Schritt weiter gehen und die Herstellung möglichst CO2-frei sicherstellen. Das aber setzt ausreichend erneuerbare Energien voraus.

Wenn die Ansiedlung von Tesla also tatsächlich klappt, dann erleben wir in Berlin und Brandenburg nicht weniger als einen Paradigmenwechsel in der Industriepolitik. Auf einmal sind die Argumente von Friday for Future nicht irgendwelche unrealistischen Hirngespinste, sondern Richtschnur für die Industriepolitik der Zukunft. Wer Nachhaltigkeit im Angebot hat, der hat auch die besseren industriepolitischen Argumente.

Sendung: Brandenburg aktuell, 13.11.2019, 19.30 Uhr

Beitrag von Andreas Oppermann

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17 Kommentare

  1. 17.

    Ich finde es ein richtiges Trauerspiel was da abgeht.
    Deutschen Autofirmen gibt man nicht einmal einen Baugrund sodass sie ins Ausland abwandern und Tesla schiebt man Millionen zum Bau einer Fabrik in den A.....
    Die Arbeitsplätze, welche bei Tesla geschaffen werden, gehen ein vielfaches bei den deutschen Konzernen verloren.
    Ich verstehe da Die Welt nicht mehr.

  2. 16.

    Weshalb zeigt man hier noch WIndkrafträder? Ist doch vorbei.

    https://taz.de/Nach-Enercon-Entlassungen/!5640714/
    https://www.focus.de/finanzen/boerse/schock-mit-ansage-groesster-windrad-hersteller-streicht-3000-stellen-und-gibt-der-groko-die-schuld_id_11329829.html
    https://www.klimareporter.de/strom/arbeitsplaetze-in-den-wind-geschossen

  3. 15.

    Ehrlicherweise muss man sagen, dass der Brandenburger Strom nicht nur in Brandenburg verbraucht wird. Das kümmert das Klima aber natürlich nicht.

  4. 14.

    Warum muss es denn gerade Gruenheide sein? Es gibt in Brandenburg sehr viele stillgelegte Industriestandort. Ist es denn nun notwendig, ein komplett neues Gelaende zu erschliessen?

  5. 13.

    Jeder vernünftig denkende Mensch.
    Wo sehen Sie in diesem Kommentar einen Beweis für die Unrichtigkeit der AfD-Standpunkte?
    Wieder müssen diverse Bäume sowie unzählige Vögel und Insekten draufgehen, damit man Deutschlands Wirtschaft noch ein wenig weiter ruinieren kann, um einen winzigen Beitrag zur angeblichen Weltrettung beizutragen.
    Und Windräder sind ja auch landschaftlich sooooo reizvoll, hm?

  6. 12.

    A new messias is coming.
    Herr Musk ist kein Visionär, er beutet genauso aus, wie alle anderen auch. Also rennt diesem Typen nicht hinterher, als wäre er der neue Erlöser. Abwarten....
    Wie alle Hurra schreien. Ob die Zugvögel und geschredderten Greifvögel das auch sonst toll finden bleibt fraglich.
    Wie alle auf den Zug der blinden Heilsbringer und erwartungsvollen Verheißungen aufspringen ist sagenhaft.

  7. 11.

    Hallo Thomas F aus Heidelberg, probieren Sie es einfach mal aus. Sie werden es garantiert nicht bereuen und hier einen wunderschönen Urlaub erleben. Im übrigen, ich freue mich über die Entscheidung, dann werden neue Arbeitsplätze entstehen und uns Einheimischen geht es dadurch auch noch viel besser.

  8. 10.

    Das Problem mit Cargolifter war teilweise schlechtes Management, nervige Investoren und die zu innovative Idee & es fehlt ein dt.Silicon Valley. War bei Anfängen von Tesla & Musk Entwicklung nicht anders. Gerade heutzutage hätte der Cargolifter in der Gegend, sogar bis Nachbarländer auch unter Ökoaspekten & -Strom wieder eine Chance! Dazu noch Manager wie (zb. Ex-)Teslamanager

  9. 9.

    Wie sich die Berichterstattung doch wandelt, sobald ein mächtiger Konzern im Land sesshaft werden will....
    Hier im Text: "Schon jetzt hat Brandenburg umgerechnet auf die Einwohner den grünsten Strommix."
    Vor 2 1/2 Monaten* dagegen: "In Brandenburg stößt die Industrie pro Kopf am meisten Treibhausgase aus"

    Verblüffend, wie schnell die Energiewende in Brandenburg geklappt hat. Nur 2 1/2 Monate. Das muss ein Rekord sein!

    Weil Brandenburg weiter dreckige Braunkohle verfeuert, ist es völlig nutzlos einen "grünen Strommix" zu haben. Es kommt nicht auf die Farbe an (grün, braun, rosa, watweißich), sondern auf die Menge an Klimagasen, die Brandenburg in die Atmosphäre bläst. Und da ist Brandenburg pro Kopf deutschlandweites Schlusslicht. Fakt!

    *Quelle: https://www.rbb24.de/panorama/thema/2019/klimawandel/beitraege/groesste-treibhausgas-co2-emittenten-berlin-brandenburg-2018.html

  10. 8.

    Zudem hat man die vielen potenziellen Arbeiter aus Berlin.

    wieso aus Berlin? In Brandenburg gibts genügend Langzeitarbeitslose, die sich über den Job schon freuen ^^

  11. 7.

    Es gibt Menschen in unserem Land, die begreifen es nie. Seht doch mal bitte die halbvollen und nicht immer nur die halb leeren Gläser. Ich freue mich für Brandenburg und seine Menschen. Wollte eigentlich nicht noch politisch werden, aber mit ständigem Stänkern und nur dagegen sein, so , wie es die AFD praktiziert, funktioniert es nicht. Mit der AFD könnte es hier keine neuen Arbeitsplätze geben. Da würde sich kein klar denkender Unternehmer niederlassen.
    Es wird eine Bereicherung und vielleicht bereise ich dann doch mal wieder ein neues Bundesland. Das war mir leider seit Pegida vergangen.

  12. 5.

    Wie steht denn die AfD jetzt da! Das ganze agitieren gegen erneuerbare Energien, gegen den Klimawandel und für Kohle war umsonst! Denkt doch auch mal an die Glaubwürdigkeit der rückwärtsgerichteten AfD! Wer soll den Unsinn, den die verbreiten jetzt noch glauben?!

  13. 4.

    Natürlich hört es sich gut an, wenn ein Unternehmen in Berlin und Brandenburg investieren möchte.
    Dennoch bin ich weniger euphorisch, denn schauen wir nur knapp 20 Jahre zurück. Cargolifter setzte auf Innovation und baute die berühmte Traghalle, die heute als "Tropical Islands" bekannt ist. Ich bin tatsächlich gespannt, ob der Plan von Tesla bis zu Ende gedacht ist oder ob eine weitere Investitionsruine Im Land Brandenburg entsteht.

  14. 3.

    Der wahre Grund ist, dass in Brandenburg weniger Gewerbesteuern und sonstige Steuern anfallen als anderswo. Der Schienenanschluss war sicherlich auch entscheidend. Ausserdem hat Berlin kein passendes Grundstück für eine riesige Fabrik, weil Berlin eine Stadt ist. Da ist schon zuviel bebaut.

  15. 2.

    Der wahre Grund ist der Preis. Wenn Berlin 50Mio pro ha verlangt und die selbe Fläche in Brandenburg auch 1/10 kostet, geht man natürlich dort hin. Zudem hat man die vielen potenziellen Arbeiter aus Berlin. Dazu ist die Verwaltung in Brandenburg deutlich schneller.

    Und wenn Tesla eine eigene Straßenbahn von der S Bahn zum Werk baut, ist es trotzdem günstiger als in Berlin.

    Ich finde das echt toll was Tesla macht.

  16. 1.

    Neue-Energien-Land - Tesla wird es noch bereuen sich in Merkels "NEULAND" nieder gelassen zu haben.

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