Tegel (Quelle: rbb/Camilo Toledo)
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Video: rbb|24 | 07.11.2019 | Material: Camilo Toledo, TNN | Bild: rbb/Camilo Toledo

Keine Ausweitung der Flugbegleiter-Streiks - Lufthansa und Gewerkschaft Ufo bereit zu Schlichtung

Hunderte Lufthansa-Flüge fallen derzeit wegen der Streiks der Flugbegleiter aus - auch Berlin-Tegel ist betroffen. Eine Ausweitung auf Eurowings und Co. ist aber nicht mehr zu befürchten: Die Gewerkschaft Ufo hat ein Lufthansa-Angebot zur Schlichtung angenommen.

Am ersten Streiktag der Lufthansa-Flugbegleiter hat das Unternehmen angeboten, den Tarifkonflikt mit der "Unabhängigen Flugbegleiter Organisation" (Ufo) doch mit einer Schlichtung zu lösen. Nach anfänglicher Skepsis zeigte sich auch die Flugbegleiter-Gewerkschaft gesprächsbereit.

Man werde die von Lufthansa-Arbeitsdirektorin Bettina Volkens angeregten Gespräche über das Wochenende wahrnehmen, erklärte ein Ufo-Vertreter am Donnerstag. Der laufende Streik bei der Lufthansa solle unverändert auch am Freitag stattfinden. Ufo werde aber von einer Ausweitung auf die Konzerntöchter Eurowings, Germanwings, Cityline und Sun-Express absehen.

Überraschende Wende am ersten Streiktag

Die überraschende Wende hatte sich bereits zu Beginn des ersten Streiktags angedeutet: Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr hatte am Morgen nach einer monatelangen Gesprächspause erklärt, die Fluggesellschaft wolle wieder das Gespräch mit der Ufo suchen. Ziel sei es, eine Schlichtung zu vereinbaren. Bislang hatte der Konzern Gespräche mit dem Argument abgelehnt, dass der Ufo-Vorstand nicht vertretungsberechtigt sei.

Vorangegangen war laut Lufthansa ein Gespräch mit den konkurrierenden Gewerkschaften Verdi und der neuen "Cabin Union" am Mittwochabend, das von der Ufo nicht wahrgenommen worden war. Lufthansa wolle nun mit allen drei Gruppen sprechen, die letztlich darum rangeln, wer für die rund 21.000 Flugbegleiter der Kerngesellschaft Lufthansa Tarifverträge abschließen kann, hieß es am Morgen.

Sämtliche Lufthansa-Flüge ab Tegel gestrichen

Der von Ufo ausgerufene Streik hat bereits am Donnerstag, dem ersten Streiktag, zu zahlreichen Flugausfällen geführt. Der bis Freitag geplante 48-stündige Ausstand begann um Mitternacht, wie ein Sprecher der Gewerkschaft Ufo bestätigte. Hunderte Flüge wurden abgesagt.

Der Konzern strich für Donnerstag bei seiner Hauptmarke Lufthansa rund 700 der weltweit 1.100 geplanten Flüge, so dass an den Drehkreuzen München und Frankfurt viele Maschinen am Boden bleiben und auch ein Großteil der Überseeflüge ausfallen muss. An Flughäfen im In- und Ausland wurden Verbindungen nach Frankfurt und München abgesagt.

In Berlin-Tegel sind am Donnerstag alle insgesamt 38 Flüge in die beiden Städte betroffen, wie aus der Flugübersicht auf der Webseite der Berliner Flughäfen hervorging. Andere Ziele werden unter dem Lufthansa-Logo von Tegel aus nicht angeflogen. Am Schalter der Lufthansa war es am frühen Donnerstagmorgen sehr leer. Die meisten Fluggäste waren anscheinend vorab gut informiert worden und gar nicht erst zum Flughafen gekommen.

Es geht um Geld – und um Ufo an sich

Weltweit sind der Airline zufolge zusammen mit 600 geplanten Stornierungen am Freitag rund 180.000 Passagiere von den Streiks betroffen. Den Kunden wurden Umbuchungen auf andere Gesellschaften und Tage sowie im innerdeutschen Verkehr auf die Bahn angeboten. Einen Ansturm auf die Bahn gab trotzdem zumindest am Morgen nicht. "Wir haben eine normale Verkehrslage im Fernverkehr", sagte ein Bahnsprecher. Auch am Berliner Hauptbahnhof war die Lage am Morgen entspannt. Auch in den Zügen nach München und Frankfurt (Main) gab es noch ausreichend freie Plätze.

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Für die vier anderen Flugbetriebe wurden jeweils separate Forderungen aufgestellt und Urabstimmungen abgehalten.

In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Lufthansa scheiterte zwei Mal vor Gericht

Die Lufthansa war am Mittwoch in zwei Gerichtsinstanzen mit dem Versuch gescheitert, den Streik noch mit juristischen Mitteln zu stoppen. Sowohl das Arbeitsgericht Frankfurt als auch das hessische Landesarbeitsgericht lehnten eine Einstweilige Verfügung gegen den Ufo-Streik ab.

Nach Einschätzung der Richter sind die Tarifverträge korrekt gekündigt worden, der Streikbeschluss sei gültig. Angriffe der Lufthansa-Anwälte gegen die kurzfristig geänderte Arbeitskampfordnung der Gewerkschaft lehnten sie ebenfalls ab. Hier handele es sich um interne Regelungen der Ufo ohne Außenwirkung.

Sendung: Inforadio, 07.11.2019, 10 Uhr

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Sieh an, es geht doch. Warum nicht gleich so?

  2. 5.

    Ist jemand durch die ausgefallenen Flüge ernsthaft zu Schaden gekommen? Bestimmt nicht.

  3. 4.

    Es wird ohnehin viel zu viel geflogen.

  4. 3.

    Find ich gut. Jeder ausgefallene Flug reduziert den Schadstoffausstoß.

  5. 2.

    Diese Gesellschaft sollte man schon aufgrund ihrer negativ Vergangenheit, mit der man sich bewusst nicht auseinandersetzt, meiden.

  6. 1.

    Ich hoffe die UFO ist nun glücklich und zu Frieden. Haben sie es doch dem Konzern wieder mal gezeigt wo es lang geht.

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