Teslas CEO Elon Musk spricht vor der Enthüllung des Teslas Modell Y in Teslas Designstudio in Hawthorne, Kalifornien. (Quelle: dpa/AP/Jae C. Hong)
Video: Brandenburg aktuell | 13.11.2019 | Carsten Krippahl | Bild: dpa/AP/Jae C. Hong

Elon Musk - Der unberechenbare Visionär

Elon Musk, der Superstar der Tech-Szene, will künftig Tesla-Autos in Brandenburg produzieren lassen. Doch der US-Unternehmer kann mehr als E-Fahrzeuge - er greift nach den Sternen. Aber Musk ist auch unberechenbar, Kritiker nennen ihn gar einen Hochstapler.

Tech-Millardär Elon Musk ist ein Mann der Visionen: Mit seiner Raketenfirma SpaceX will er das Weltall zum Ziel für Touristen machen, er lässt mit dem Unternehmen Neuralink zur Vernetzung des menschlichen Gehirns mit Maschinen forschen und will sich irgendwann auf dem Mars zur Ruhe setzen.

Musks Boring Company soll Verkehrschaos in seiner Heimatstadt Los Angeles durch Tunnel beseitigen und so den Personentransport revolutionieren. Passend dazu dachte sich der 48-Jährige den Hyperloop aus - eine Art futuristische Rohrpost, die Menschen im Eiltempo von einer Stadt zur nächsten befördern soll.

Nun hat Musk Brandenburg auf die Landkarte seiner Unternehmungen gehoben: Ein Tesla-Werk soll in Grünheide im Landkreis Oder-Spree entstehen. Bereits 2021 sollen dort die ersten Elektrofahrzeuge produziert werden.

Die Idee: Ein E-Auto für die breite Masse

Sein Startkapital verdiente Musk als Mitbegründer des Bezahldienstes Paypal, der 2002 von Ebay übernommen wurde. Nach eigenen Angaben brachte ihm das 180 Millionen Dollar ein. Einen Teil seines Vermögens steckte er in SpaceX, den anderen in den Fahrzeughersteller Tesla, wo Musk 2004 einstieg. Sein Ziel: ein bezahlbares, massentaugliches Elektroauto. 2006 präsentierte Tesla sein erstes Serienfahrzeug, aber erst acht Jahre später mit dem Model 3 einen Mittelklassewagen, der E-Autos für die breite Masse der Autokäufer erschwinglich machen soll.

Der in Südafrika geborene Unternehmer, dessen Vermögen auf gut 27 Milliarden Dollar geschätzt wird, ist nicht unumstritten. Mit Twitter-Meldungen etwa verursachte er immer wieder Kurs-Einbrüche bei seinen eigenen Unternehmen. So hatte er beispielsweise im August 2018 öffentlich darüber nachgedacht, Tesla von der Börse zu nehmen. Zwei Investoren klagten deshalb gegen Musk, sie warfen ihm vor, er habe den Kurs der Aktie damit manipuliert. Mehrfach hatte Musk auch angekündigt, sich aus dem Kurznachrichtendienst zurückzuziehen, twittert aber weiter – zuletzt am Dienstagabend die Ankündigung "GIGA BERLIN" zur geplanten Gigafactory für E-Autos und Batterien östlich der Haupstadt in Grünheide.

Riskante Geschäfte - verfehlte Ziele

Gegen Kritiker teilt Musk mitunter heftig aus, auf unangenehme Medienberichte und Nachfragen reagiert er empfindlich. Auch an seine riskanten Geschäfte führen immer wieder zu Kontroversen - einige Kritiker halten Musk sogar für einen Hochstapler. Tatsächlich hat er mit Tesla noch nie einen Jahresgewinn gemacht und seine Ziele häufig verfehlt oder zumindest nur mit viel Verspätung erreicht.

Trotzdem ist Tesla Weltmarktführer in Sachen Batterieherstellung für E-Autos und anderen Automobilherstellern noch weit voraus. Kein anderes Unternehmen verkauft mehr Elektro-Fahrzeuge.

Sendung: Brandenburg aktuell, 13.11.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

16 Kommentare

  1. 16.

    der Standort Grünheide wird NIE was....bei den Massen von bürokratischen Hürden schmeisst der Investor 100%ig das Handtuch...

  2. 15.

    Die Amerikaner lieben das Gehabe. Sieht man beim Wahlkampf, damals bei Steve Jobs, jetzt bei Musk - So eine Art Entertainer...
    Frage an Sie, Was ist der Unterschied zwischen Ihnen und Elon Musk?
    You have no fuckin' Billion Dollars in your Pocket.

  3. 14.

    Sie haben vermutlich noch nie von Fordismus bzw überhaupt der Geschichte der Firma Ford gehört oder? Theoretisch kann beides Hand in Hand gehen, also sowohl Mitarbeiter verhältnismäßig gut bezahlen, als auch einen Preis anstrengen, der massenmarkttauglich ist und am Ende trotzdem sehr gut verdienen. Ob das wirklich so umgesetzt wird ist natürlich eine andere Frage, aber das gab es in der Vergangenheit durchaus...

  4. 13.

    Wie Elon Musk sich präsentiert: als exzentrischer Visionär
    Wie Elon Musk handelt: wie ein egozentrischer Milliardär

    Deshalb wundert mich auch der folgende Satz im Artikel überhaupt nicht: "Sein Ziel: ein bezahlbares, massentaugliches Elektroauto." - Demnach muss Elon Musk ein Philanthrop sein, ein Menschenfreund. Das ist die Legende der "guten Milliardäre", an die tatsächlich geglaubt wird. Sein Ziel sind gar nicht weitere Milliarden auf seinem Konto, sondern ein schönes Leben für die Menschen.

    Bürger, Politiker, Medien scheinen seine Show zu lieben und so viele Tränen in den Augen zu haben, dass sie gar nicht mehr richtig sehen können.

    Mal konkret zum Thema E-Mobilität: die darf nur ein Bruchteil der Verkehrswende sein. 10 Verbrenner-Autos weg, 1 E-Auto her. Die anderen 9 Verbrenner müssen durch ÖPNV, Schiene, Fahrrad ersetzt werden!

  5. 12.

    Also jedes Jahr Eigenkapital verbrennen, sagt schon viel über eine 15-jährige Firma aus, zumal die spaßig teuren Nebenprojekte (Hyperloop, SpaceX,...) auch Unmengen an finanzieller Kraft binden und absehbar keinen Überschuss generieren. Alles aggressive Wachstum muss auch mal in wirtschaftlicher Nachhaltigkeit enden...sonst gehen die Lichter aus

  6. 9.

    Ich hoffe, Berlin und Brandenburg sind schlau genug, keine Wolkenkuckucksheime zu sehen und die Subventionen und Fördermittel nur zu verteilen, wenn Menschen mit klarem Verstand die Pläne geprüft haben.

    Vielleicht klappt das Projekt, den Berlinern und Brandenburger ist es zu wünschen; vielleicht aber auch nicht - und dann sollten die Steuerzahler nicht wieder die Gelackmeierten sein.

  7. 8.

    Ein Auto mit einem Einstiegspreis von über 40000 € als für die breite Masse erschwinglich zu bezeichnen ist schon ziemlich gaga.

  8. 7.

    Konkurrenz belebt bakanntlich das Geschäft und es tut den deutschen Autobauern mal ganz gut, ein wenig gepusht zu werden.

  9. 6.

    Sie machen, wie viele andere Menschen auch, einen entscheidenden Fehler: Sie gehen davon aus, dass sich vom jetzigen Zeitpunkt an alles weiterhin gleichmäßig linear entwickelt. Eines garantiere ich Ihnen: Der Verbrennungsmotor hat ausgedient, ob sie es wollen oder nicht. Die Autohersteller stellen momentan nicht aus Spass auf E Mobilität um. Dieser Schritt ist im Grunde jetzt schon unumkehrbar. Abgesehen davon wird diese Technologie rasant weiterentwickelt und somit enorm effizient werden, auch was die Herstellung der Batterien angeht, wird da noch viel passieren. Möglicherweise ist der Antrieb der Zukunft auch wieder ganz anders... aber sicherlich nicht mit Benzin oder Diesel. Und die nachrückende Generation wird ihren Teil dazu beitragen, dass ein "weiter so" nicht stattfindet.

  10. 5.

    Wie krank ist, einfach sich die Konkurrenz ins Land zu holen? Wenn Belgien oder die Niederlande für z.B. Volvo oder Mitsubishi bauen ist das klar, da sie keine eigenen Autos bauen, aber Deutschland?

  11. 4.

    Mitte des Jahres war Tesla fast Pleite und konnte seine Mitarbeiter fast nicht mehr bezahlen, und jetzt ein neues Werk in Berlin? Leute was ist das für ein Witz? Fördermittel abkassieren und dann droht die Pleite, jede Wette! Das E-Auto wird sich in Deutschland die nächsten Jahre ehe nicht durchsetzen, und mit dieser Qualität von Tesla nein Danke. Übrigens ist es für die Umwelt schädlicher ein E-Auto zu produzieren als Diesel oder Benziner, aber das interessiert ja niemand.

  12. 3.

    Noch nie einen Jahresgewinn gemacht zu haben sagt wenig aus bei einer Firma die so aggressiv wächst wie Tesla, das ist usus. Alles Geld was man in die Finger kriegt wird direkt wieder investiert, so dass am Ende Verluste in der Buchhaltung bleiben.

  13. 2.

    Wie sagte ein Politiker mal? Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen.

  14. 1.

    Ich finde es auch interessant, was seine Ex-Frau so berichtet. Heißdüse ist noch eine freundliche Umschreibung für diesen Überehrgeizling mit dem Überwertigkeitskomplex. Ich hoffe für Brandenburg, dass es keine Bauchlandung gibt....

Das könnte Sie auch interessieren