Menschen drängen am Donnerstag auf dem Hauptbahnhof in Berlin in einen Regionalzug (Quelle: dpa/Jensen)
Video: Brandenburg aktuell | 01.11.2019 | Christoph Hölscher | Bild: dpa/Jensen

Mehr Plätze in Regionalzügen - Am Montag soll das Pendler-Chaos enden

Monatelang mussten sich Pendler in Berlin und Brandenburg in den Regionalzügen drängen, obwohl eigentlich schon im Frühjahr die Kapazitäten erhöht werden sollten. Jetzt versprechen VBB und DB Regio: Am Montag kommen die zusätzlichen Sitzplätze.

Längere Züge und Doppelstockwagen: Im Regionalverkehr zwischen Berlin und Brandenburg sollen ab Montag mehr Sitzplätze zur Verfügung stehen, wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) und die Bahn-Tochter DB Regio am Freitag mitteilten. Damit soll ein monatelanges Pendler-Chaos beendet werden.

"Geduld der Fahrgäste ist erschöpft"

Auf den Regionalbahn-Linien 7, 10 und 13 waren schon für April rund 1.000 zusätzliche Plätze eingeplant. Zusätzliche 21 Doppelstockwagen und vier Lokomotiven hatte die DB Regio dafür aus anderen Regionen beschafft. Langwierige Genehmigungsverfahren, Baustellen und Personalmangel sorgten aber für Verzögerungen - viele Zugausfälle und Verspätungen waren die Folge. Aufgrund der betrieblichen Verknüpfung sei auch die Linie RB14 von zu kurzen Zügen betroffen gewesen, erklärte der VBB. Die verantwortliche DB Regio zahlt wegen nicht erbrachter Vertragsleistungen eine Strafe von 1,2 Millionen Euro.

"Leider ist es DB Regio nicht gelungen, das mit den Ländern abgestimmte Mehrleistungs-Paket wie versprochen im Frühjahr umzusetzen", bekannte VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel. "Die Geduld der Fahrgäste, die sich morgens und abends in die zum Teil zu kurzen und dadurch übervollen Wagen drängeln müssen, ist langsam erschöpft." 

Auch Instandhaltungsstau wird abgearbeitet

Nun sollen auf der Linie RE 7 ab Montag 467 Sitzplätze zur Verfügung stehen, auf der Linie RB 10 sind 580 Plätze vorgesehen und 300 Sitzplätze auf der Linie RB 13. Zudem werden weitere Doppelstockwagen aus der Reserve der DB Regio angemietet und die Werkstattleistungen erhöht, um den Instandhaltungsstau abzuarbeiten, wie der VBB mitteilte.

Vor allem während der Sommermonate stand auf der Linie 7 teilweise nur die Hälfte der vereinbarten zusätzlichen Kapazität zur Verfügung. Im September fuhren sogar nur knapp 38 Prozent der zusätzlichen Züge zuverlässig. Ähnlich sah es auf der Regionalbahn-Linie 10 zwischen Nauen und Berlin aus: Hier fehlten pro Fahrt zum Teil bis zu 280 der vereinbarten Sitzplätze.

Noch immer fehle für ein Dutzend Züge eine Zulassung des Eisenbahn-Bundesamts, sagte Werner. Mit dieser werde erst Anfang kommenden Jahres gerechnet. Dennoch könnten bereits ab Montag alle zugesagten Kapazitäten erbracht werden.

Sendung: rbb24, 01.11.2019, 16 Uhr

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18 Kommentare

  1. 18.

    Die Realität sieht anders aus! Gestern wie heute morgen war ich im überfüllten RE 7 von Michendorf nach Berlin Hauptbahnhof unterwegs. Statt der vertraglich mit DB Regio vereinbarten Doppeltraktion fuhr wieder nur ein "einfacher" Zug. Konsequenz: Verärgerte Fahrgäste, längere Zeiten für Ein- und Ausstieg und verspätete Ankunft. Mich würde die Erklärung der DB Regio auf das Brechen ihrer Versprechen interessieren.

  2. 17.

    Der RB 14 sollte ab dieser Woche einen Wagen mehr bekommen. Ich bin heute früh mit dem RB 14 von Ostbahnhof bis Spandau gefahren und siehe da - er hatte einen Wagen WENIGER als sonst. Wenn es nicht so traurig wäre, könne man
    lachen !!!

  3. 16.

    Sitze gerade in der RB14 . Es ist wie in einem Viehtransporter. Und wieder fehlt ein Wagen. Es ist eine Frechheit.

  4. 14.

    Haha, die Nummer der Bahnmit der Pressemitteilung vom letzten Freitag war gut. Ehrlich gesagt: nach 7 Monaten mit Kurzzügen und hoffen, noch rechtzeitig zur Srbeit zu kommen, habe ich noch nicht so richtig dran glauben können.

    Und Tasache: Die RB14 um 6:53 ab Albrechtshof wieder mal nur als kurzer (5-teiliger) Zug. Abends war dann die RE7 (16:57 ab Alex) komplett ausgefallen...

    Ich würde das alles ja gerne sportlich nehmen, aber es passiert zu oft. Das kostet uns allen unsere Freizeit und Nerven. Liebe Bahn: erzählt nicht immer so ein Presse- und Öffentlichkeits Gewäsch, sondern redet Klartext: z.B. warum die E-Talent2-Züge der RB14 und RE7 cheinbar permanent defekt sind.

  5. 13.

    Komplette Vollsperrungen sind nicht zwingend notwendig, Umbau des Ostkreuzes geht auch bei vollem Verkehr. Man muss es nur wollen und die notwendigen Mittel bereitstellen.

  6. 12.

    rb26 aus Küstrin hatte heute morgen nur einen(!) Wagen. Normal wären, wegen Ersatzverkehr für S-5, mindestens drei Wagen.
    Von einer Verbesserung merken wir hier im Osten mal wieder nichts!

  7. 11.

    Es ist keine Lösung aber bei dieser Situation ein notwendiges Übel. Wie wir alle wissen, ist Pünktlichkeit auf Arbeit, beim Kunden etc. das wichtigste. Wenn man ständig wegen dem ÖPNV zu spät kommt, guckt sich das kein Arbeitgeber auf Dauer an. Genauso sieht es auch beim Rückweg nach Hause aus. Berliner ÖPNV ist oft verspätet oder haben Ausfall von einigen S-Bahnen, das man nicht pünktlich zum RE kommt und der ist dann weg. Viele Strecken werden nur im Stundentakt oder gar alle 2 Stunden bedient. Ab einer bestimmten Uhrzeit wirds noch "lustiger" und man sitzt in Berlin fest.

    Mit dem "MIV" dagegen kommt man fast immer pünktlich zur Arbeit (bei mir war das zu 99,9% der Fall) und man kommt auch zügig aus Berlin raus nach Hause.

    Klar ist RE + ÖPNV Berlin günstiger als mit dem Auto. Fahrkarte kostet gerade mal 1/4 von den Spritpreisen - aber dafür müsste ich pro Tag auch bis zu 2 Stunden mehr Fahrtzeit mit ÖPNV in Kauf nehmen!

  8. 10.

    Nicht nur RE1... bei RE3/4/5 siehts auch nicht besser aus. Vor allem "Pünktlichkeit" ist ein nerviger Punkt.
    Wenn dann mal wieder Berliner ÖPNV überfüllt, unzuverlässig und verspätet ist - was recht oft der Fall ist, ist der RE auch auf und davon.

    Erreichte Quote pünktlicher Ankünfte (Verspätung bis 4:59min) an allen Ankünften:
    RE1 DB Regio Cottbus/Eisenhüttenstadt - Frankfurt (Oder)
    Pünktlichkeit 90,6%

    RE2 ODEG Wismar/Wittenberge - Cottbus
    Pünktlichkeit 89,9%

    RE3 DB Regio Stralsund - Lutherstadt Wittenberg/Falkenberg (Elster)
    Pünktlichkeit 89,3%

    RE4 Odeg Rathenow - Jüterbog
    Pünktlichkeit 93,6%

    RE5 DB Regio Rostock Hbf/Stralsund - Elsterwerda
    Pünktlichkeit 87,2%

    RE6 DB Regio Gesundbrunnen - Wittenberge
    Pünktlichkeit 83,4%

    RE7 DB Regio Dessau - Wünsdorf-Waldstadt
    Pünktlichkeit 91,1%

  9. 9.

    Warum diese Linien und nicht auch die anderen wichtigen. Der RE1 ist morgen und Abends regelmäßig überfüllt. Es kommt zu Verspätungen, weil die Leute ewig zum aus- und einsteigen brauchen. Es wird einfach mit zu wenigen Wagen gefahren. Auf der RE1 fahren 5 Doppelstockwagen, viel zu wenig. Ausrede sind zu kurze Bahnsteige auf den Zwischenbahnhöfen, und das seit Jahren. Statt endlich mal zu handeln, und diese entsprechend zu verlängern, wird immer nur vertröstet. Die sind auch noch in zwei oder drei Jahren noch zu kurz. In NRW fahren diese RE's mit 9 (!) Wagen!!!

  10. 8.

    "Wenn man alle Berlin / Brandenburg Pendler in ÖPNV zwingen möchte, damit der Individualverkehr endet, müsste alles erst mal zuverlässiger, pünktlicher, öfter fahren."

    1.) Von zwingen spricht niemand. Es ist wünschenswert und auch sinnvoll, da MIV im großen Umfang keine Lösung für Verkehrsprobleme ist.
    2.) Damit man die Zuverlässigkeit erhöhen kann, sind Sanierungsarbeiten am Netz nun einmal notwendig. Kleinere Reparaturen kann man über Nacht oder an Wochenenden machen, aber wenn man komplette Brücken oder Gleisbetten auf Kilometern Länge ersetzt, kommt man um längere Sperrungen nicht umhin, die sie ja auch nicht begrüßen.
    3.) Für mehr Kapazität auf den Gleisen wird man um einen Ausbau auch nicht herumkommen - und auch der wird mit temporären Vollsperrungen verbunden sein.

    Natürlich läuft es gerade alles andere als optimal, aber nach vielen Jahren wird jetzt eben endlich mal wieder Geld in die alte Infrastruktur und neue Fahrzeuge investiert.

  11. 7.

    Das ABC-Abo kostet deutlich weniger als 3€/d.

    viele Brandenburger kommen ja aus dem Umland und haben 1 bis 2 Landkreise noch dabei.

    VBB-Umweltkarte Berlin ABC + 2 Landkreise / Berlin ABC + 1 Landkreis + 1 kreisfreie Stad
    Jahreskarte 1.656,30 € (ab 01.01.2020 kostet 1.816,50 € )
    Nur Monatskarte von 167,30€ auf 173€. Bei 22 Arbeitstagen sind das fast 8€ und wenn man dazu noch 1. Klasse haben möchte, da es zu wenig Sitzplätze gibt, kommen noch mal ca. 2 € drauf. Also am Tag 10€. Wenn man noch Urlaub, Feiertage oder Krankheit abzieht, wirds täglich noch teurer.

    Nächstes Jahr fallen noch mal fast 2 Monate wegen Bauarbeiten weg, wo RE nicht nutzbar ist... super Aussichten

  12. 6.

    Wenn man alle Berlin / Brandenburg Pendler in ÖPNV zwingen möchte, damit der Individualverkehr endet, müsste alles erst mal zuverlässiger, pünktlicher, öfter fahren. Und damit auch ja jeder seinen Sitzplatz hat, müsste man die Kapazitäten mindestens verdoppeln.

    Recht unwahrscheinlich, das dies passieren wird.
    Hinzu die vielen Bauarbeiten an den Strecken, welche zum Teil über 4 Wochen und länger dauern und mit Schienenersatzverkehr abgefangen werden soll. Fahrzeit erhöht sich dadurch zum Glück nur auf täglich auf ca. 1 Stunde.

  13. 5.

    Die Deutsche Bahn kann anders als die ODEG Bahn immerhin noch aus dem Fahrzeugbestand Reserven mobilisieren. Es war jedoch ein Fehler, die besonderen Auflagen (Notbremsüberbrückung) für den Nord-Süd-Tunnel zu übersehen. Deshalb müssen Wagen erst angepasst und neu zugelassen werden.

    Generell kocht mittlerweile jeder Aufgabenträger sein eigenes Süppchen. Während die Olympia-Bahnen nicht nur in München, sondern auch in Frankfurt und Stuttgart fuhren, unterscheiden sich die neuen Züge trotz gleicher Baureihe in so vielen Details, dass man die nicht mehr einfach tauschen kann ohne darüber mit dem Auftraggeber diskutieren zu müssen.

    Der ÖPNV ist schon lange nicht mehr kostendeckend. Daran ändern steigende Fahrgastzahlen wenig. Das ABC-Abo kostet deutlich weniger als 3€/d. Es bedarf gerechtfertigter Zuschüsse. Die müssen sich stärker am tatsächlichen Bedarf orientieren. ÖPNV ist Pflicht, Proberäume etc. sind Kür.

  14. 4.

    Der ganze Artikel ist von Merkwürdigkeiten gespickt. Warum muss das Eisenbahnbundesamt für diese Fahrzeuge eine Zulassung erteilen? Die aus Hessen und Baden-Württemberg stammenden Doppelstockwagen sind 20 Jahre alt und können frei in Deutschland eingesetzt werden. Einzige Ausnahme wäre eine nicht vorhandene Notbremsüberbrückung für Tunnelstrecken. Die Redaktion sollte dies nochmal recherchieren. Und selbst wenn, die Abnahme kann eine Art TÜV machen und keine Behörde.

  15. 3.

    Ich bin dafür, dass alle Autofahrer auf den VBB umsteigen. Das is ne klasse Idee der Grün- und Linkspopulisten.
    Wenn man der Bahn ständig Linien und Aufträge wegnimmt, muss man sich nicht wundern, wenn die bei Investitionen 2x nachdenken. So ein Zug/ Loks/ Wagen ist ja nicht von Heute auf Morgen beauftragt und gebaut und kostet, ach welch Wunder, Millionen, die man erst erwirtschaften muss. Auch Lokführer findet man nicht unendlich auf dem Markt. Alleine, weil kaum jemand noch Schicht, Wochenende und feiertags arbeiten möchte.
    Im Grunde sind es doch einfach zu viele Menschen auf zu geringem Raum und die möglichen Kapazitäten laufen bereits auf den Felgen. Selbst außerhalb des Berufsverkehrs.
    Das diese bereits überfüllten Menschenmassen nicht ausreichen um den Betrieb nachhaltig zu finanzieren spricht außerdem Bände. Die BVG Cheffin is ja grad abgetreten mit genau dieser Kritik.

  16. 2.

    RB10 gestern 6.29 Uhr 45 Minuten Verspätung, heute 6.29 37 Minuten Verspätung, heute 8.29 mindestens 15 Minuten. Wie wärs die Schadensersatz-Millionen in Ersatzbusse zu stecken??

  17. 1.

    Welcher Montag? ;))

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