Ein kostenloser WLAN Spot in einer Wartehalle am Potsdamer Platz
Bild: dpa/Stephanie Pilick

Größtes kommunales Netz in Deutschland - 2.000 neue öffentliche WLAN-Hotspots in Berlin geplant

5.000 öffentliche Wlan-Hotspots gibt es schon in Berlin, nun sollen bis 2021 nochmal 2.000 dazukommen. Installiert werden sollen die Sender an Gebäuden, aber auch auf 200 neuen Informationsstelen. Die Zugriffszahlen im bestehenden Netz gehen bereits in die Millionen.

Die Zahl der städtischen WLAN-Hotspots in Berlin soll binnen zwei Jahren verdoppelt werden. 2020 und 2021 stünden für 2.000 weitere Hotspots zusammen 4,2 Millionen Euro bereit, sagte Medienstaatssekretär Christian Gaebler der Deutschen Presse-Agentur. Die Hauptstadt verfüge schon jetzt über das größte kommunale WLAN-Netz in Deutschland, das nun weiter ausbaut werde. Die Ausschreibung soll Gaebler zufolge Anfang des neuen Jahres starten. In der zweiten Jahreshälfte könnten dann voraussichtlich die ersten neuen Hotspots ans Netz gehen.

Berlin hat größtes öffentliches Wlan-Netzwerk

Im Zuge eines 2016 gestarteten Landesprogramms "Free Wifi Berlin" entstanden laut Senatskanzlei bisher rund 2.000 Hotspots an mehr als 560 Standorten, an denen sich Berliner und ihre Gäste kostenlos und anonym zum Surfen einloggen können. Hinzu kommen derartige Angebote von vier Partnern, konkret der Verkehrsbetriebe BVG, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, der evangelischen Landeskirche und der "Freifunker". Somit stehen aktuell mehr als 5.000 kostenfreie Hotspots zur Verfügung. Kommerzielle Anbieter runden das Angebot ab.

Nach den Worten Gaeblers ist anfängliche Skepsis über das Programm etwa seitens der Bezirke einer "großen Dynamik" gewichen. Hotspots befinden sich zum Beispiel an Bürogebäuden des Landes und der Bezirke, an Gerichten, an Sport- und Kultureinrichtungen oder Jugendclubs und neuerdings auch in Erholungsarealen wie den Gärten der Welt, dem Tempelhofer Feld oder dem Park am Gleisdreieck.

Höchste Nutzung am Brandenburger Tor und Fernsehturm

Gaebler zufolge werden sie rege genutzt. "Es freut mich, dass das WLAN-Angebot "Free Wifi Berlin" mit etwa zehn Millionen monatlichen Abrufen so gut angenommen wird", sagte er. "Die Zahlen zeigen, dass eine Metropole von der Größe Berlins Bedarf an weiterem freien WLAN hat." Zum Vergleich: Im März 2017 wurden noch 2,8 Millionen Zugriffe gezählt, im Juni 2018 etwa 5,1 Millionen. Die beliebtesten Hotspots liegen demnach an bekannten Sehenswürdigkeiten: Dem Fernsehturm und dem Brandenburger Tor. Dann folgt das Tempelhofer Feld.

Die neuen Zugangspunkte soll es zum Beispiel im Mauerpark oder Botanischen Garten geben, aber auch im Tierpark. Die 200 neuen, 2,50 Meter hohen Info-Stelen für Berlin-Besucher, die schrittweise an touristischen Highlights entstehen, bekommen ebenfalls WLAN. Ein Pilotversuch am Breitscheidplatz verlaufe gut, weitere Stelen seien bereits in Betrieb gegangen, hieß es.

Das kommunale WLAN unterliege hohen Datenschutzstandards versicherte Gaebler. Die Hotspots verfügten etwa über Jugendschutzfilter und Firewalls. Bisher gebe es keine Erfahrungen mit einem Missbrauch der Angebote.

Die Berliner FDP begrüßte "die Bemühungen des Senats", kritisierte aber auch die Anzahl der geplanten Hotspots: "Allein im Innenstadtbereich sind sicherlich 6.000 bis 10.000 Hotspots notwendig, um eine dichte und lückenlose Infrastruktur aufzubauen", teilte Bernd Schlömer, Sprecher für Digitalisierung, mit. 

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13 Kommentare

  1. 13.

    Na wie überall auf der Welt, Uwe. Halt nur nicht in Deutschland. Vor allem nicht in den sog. Neuen Bundesländern (30 Jahre nach der Wende). Peinlich.

  2. 12.

    bin hier in einem Kaff ca. 20 km von einer größeren Stadt, 60 km von der weissrussischen Grenze ,habe LTE
    Mehr muss ich wohl nicht dazu schreiben

  3. 11.

    Richtig krank wird es, wenn die Anbieter ihren Versorgungsauftrag aus den teuer ersteigerten Lizenzen wie hier in Berlin erfüllen und die öffentliche Hand denen dann kostenlose Konkurrenz macht. Die müssen sich doch veralbert vorkommen.

    Die Türme teilen sich die Anbieter übrigens auch in Deutschland, sofern der Standort des anderen Netzbetreibers ins Konzept passt. Es gibt aber weiterhin getrennte Netze mit eigener Technik. Über deren Zusammenarbeit wurde auch gerade erst wieder im Zusammenhang mit der U-Bahn Berlin berichtet.

    Anders war das nur zu Beginn von Viag Interkom. Die haben eine nationales Roaming mit D1 betrieben. Das Ergebnis ist bekannt: Es fehlte der Ehrgeiz, schnell das eigene Netz qualitativ gut aufzubauen. Nationales Rooming ist übrigens auch im Ausland eher die Ausnahme den die von Ihnen geforderte Regel.

  4. 10.

    Noch nicht verstanden, oder? Es geht MIR nicht um Netflix an Hotspot in Berlin, es geht darum, dass sowas überhaupt nötig ist. Keiner soll irgendwo in Deutschland mittels Prepaid-Karten den besten Netzbetreiber herausfinden müssen, um dann beim Kumpel 2 Straßen weiter mit dieser Karte offline zu sein.

    Es muss möglich sein, überall in Deutschland telefonieren oder online gehen zu können, ohne Roaming Gebühren, ohne duo-sim. Auf jedem öffentlichen Straßenabschnitt kann rechts oder links ein Sendemast stehen. Die Bundesregierung muss es nur WOLLEN!!

    Unzugängliche Informationen halten das Volk dumm.

  5. 9.

    Wie ernst es die Bundesregierung mit der allseits promoteten Flächendeckenden "Handyversorung" meint, sieht man u.a. daran, dass man die im Ausland gängige Praxis des Anbieter Romings wieder nicht genutzt bzw. gefordert hat, bei der Versteigerung der G5 Lizenzen. Damit hätten sich die Anbieter die Sendemasten teilen müssen und diese gemeinsam nutzen. Das hätte in Fläche viel gebracht, aber in Deutschland liebt man ja die Kleinstaaterei und bremmst sich lieber selber aus.

  6. 8.

    Die Fusion von Berlin Brandenburg ist bekanntlich gescheitert.

    Wenn "das Internet" zum WLAN-Hotspot gelangt, kann es auch zu einer in der Nähe gelegenen Basisstation gelangen.

    Für 2G und 3G braucht es nichtmals Glasfaser. Dafür reicht Richtfunk. Teuer wird aber schnell die Stromversorgung, weil dazu ggf. über lange Strecken Erdkabel verlegt werden müssen. D2 und O/2 haben das jahrelang bewiesen. Die Genehmigungsverfahren sind aber nicht trivial. Die Kirche im Dorf wäre manchmal eine Alternative zum Sendeturm. Dafür muss man aber auch NIMBYs überzeugen. WKA wurden anfangs gerne genutzt. Dann wurde aber das Genehmigungsverfahren geändert.

    Erst wenn Berliner in der Pampa netflixen wollen, weil die Eltern zu Hause das der Tochter verbieten, reicht die Bandbreite dafür schnell nicht mehr aus.

  7. 7.

    Alles kein Argument, Alfred E Neumann. Es geht mir darum, dass man überall in Deutschland unabhängig vom Netzbetreiber bei gleichen Kosten 4G (derzeit) problemlos empfangen kann.

    Kiddies auf öffentlichen Plätzen Netflix kostenlos zu bieten ist kein politisch durchzusetzendes Ziel. Wenn man aber in Brandenburg Hotspots aufsuchen muss, um ÜBERHAUPT online gehen zu können, fehlt neben Funknetz auch Glasfaser. Alles eben. Das passiert einem in Norwegen nirgends.

  8. 6.

    Die Anzahl ist ein Witz, Berlin umfasst 900qkm (900.000.000qm. Ein WIFI könnte hypothetisch 50x50m umfassen, durch Bäume Häuser sicher meist weniger. In dem Fall würden für eine komplette Abdeckung noch 360.000 Hotspots benötigt. Realistisch würden für eine Abdeckung der wichtigsten Stadtflächen 200-500 Tsd. Hotspots benötigt. Hierfür werden bessere Konzepte benötigt als ein paar Boxen am Fernsehturm.

  9. 5.

    Dr.Kawasaki, wie wäre es, wenn sie ab sofort ihr Handy ausschalten? Frohes Fest!

  10. 4.

    Berlin kommt laut SPON auf über 99% Netzabdeckung für 4G. Wenn die Kunden von O/2 mit der Netzqualität des Vertragspartners nicht zufrieden sind, können die zu den besseren Alternativen wechseln. In der Bundesrepublik herrscht in der Hinsicht Vertragsfreiheit. Es ist dabei aber ilusorisch, dass man im tiefsten Grunewald immer ausreichenden Empfang zum Streamen hat.

    Tipp: Es gibt Prepaidkarten. Mit denen kann man testen, welches der für einen selbst geeigneste Netzbetreiber ist.

    Für Brandenburg ist der Senat nicht zuständig und hat das Geld lieber im eigenen Bundesland raus. Spätestens seit dem kostenlosen EU-Rooming sind aber die meisten Touristen kein Argument mehr. Kaffee und Kuchen für alle gibt es auch nicht auf Steuerzahlerkosten.

  11. 3.

    Gäbe es überall im Land eine zuverlässige Netzabdeckung für JEDEN Betreiber (also auch O2/Vodafone) wären Hotspots überflüssig. Augenwischerei. Lest den SPIEGEL. Komplette Netzabdeckung haben 5 Städte in Deutschland, Dortmund, Offenbach, Erlangen, Ludwigshafen und, Achtung, Frankenthal!
    Wir brauchen Handyempfang und schnelles Internet. Fertig. Auch im Schlusslicht-Land Brandenburg. In Berlin sollte es längst selbverständlich sein..

  12. 2.

    Warum kritisieren Sie das nicht klimafreundlicher? Statt digital hier im RBB einen Brief an die Senatorin. Oder noch besser vorbeigehen und dort mit einem Plakat demonstrieren. Ich dachte, jeder soll bei sich selbst anfangen? Am besten, Sie verzichten ab sofort auf das Internet.

  13. 1.

    Die Klimaschutzsenatorin hat die Klimanotlage ausgerufen. Es muss auch Strom gespart werden. Stattdessen soll es mehr Elektrosmog und höheren Energieverbrauch geben. Sie muss endlich auch auf die Wissenschaftler hören. Stoppt den Wahnsinn. Sofort!

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