Arbeiter an einer Maschine / Symbolfoto (Bild: imago images/Christian Vorhofer)
Bild: imago images/Christian Vorhofer

Zahlen der Bundesagentur - Kurzarbeit in Berlin und Brandenburg leicht angestiegen

Sobald Kurzarbeit zunimmt, sehen Ökonomen dunkle Wolken aufziehen. Sie ist ein Anzeichen für bröckelnde Aufträge. Bundesweit ist die Zahl der Kurzarbeiter auf dem Vormarsch - Berlin und Brandenburg sind aber offenbar kaum davon betroffen.

Während das Münchner Ifo Institut bundesweit einen starken Anstieg von Kurzarbeit in den Betrieben registriert, zeigt sich für Berlin und Brandenburg ein anderes Bild.

In der Region gebe es einen "sehr geringen Anstieg der realisierten Kurzarbeit, die sich auch seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau befindet", wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag auf rbb|24-Nachfrage mitteilte. Demnach waren im Mai 2019 in Berlin und Brandenburg insgesamt 60 Betriebe mit 1.011 Kurzarbeitern betroffen. Nach Hochrechnungen waren es im August dieses Jahres 89 Betriebe mit 1.512 Kurzarbeitern.

Im November wurden in Brandenburg in 30 Betrieben für etwa 500 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt, was typisch für die Jahreszeit sei, so die Behörde. Sowohl in Berlin als auch in Brandenburg sei insbesondere das verarbeitende Gewerbe von Kurzarbeit betroffen. Die Kurzarbeit in Berlin und Brandenburg liege noch weit hinter den Zahlen während der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2009 bis 2012 zurück, betont die Regionalstelle der Bundesagentur.  

Regionaldirektion sieht keine Anzeichen für Rezession

Das Münchner Ifo Institut hat am Donnerstag Zahlen bekannt gegeben, wonach der Anteil an Kurzarbeit in Deutschland im Dezember auf 8,4 Prozent und damit den höchsten Stand seit 2010 gestiegen sei. Das Institut schätzt, dass im Dezember über 100.000 Kurzarbeiter gemeldet sind. Besonders schwer betroffen seien Rheinland-Pfalz, das Saarland und Bayern. "Die Rezession in der Industrie hinterlässt zunehmend tiefe Spuren auf dem Arbeitsmarkt", analysiert der Leiter der Ifo-Konjunkturprognosen, Timo Wollmershäuser.

Für Berlin und Brandenburg will die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit diese Einschätzung nicht teilen: "Aufgrund der Wirtschaftsstruktur in Berlin und Brandenburg gehört unsere Region stets zu den geringer von Kurzarbeit betroffenen Regionen bundesweit. Somit kann die Aussage, dass die Rezession bereits auf dem Arbeitsmarkt angekommen ist, nicht für Berlin und Brandenburg geteilt werden. Die Arbeitskräftenachfrage liegt in Berlin und Brandenburg weiterhin auf hohem bis sehr hohem Niveau."

Kurzarbeit bedeutet die vorübergehende Verringerung der regelmäßigen Arbeitszeit in einem Betrieb aufgrund eines erheblichen Arbeitsausfalls. Von der Kurzarbeit können alle oder nur ein Teil der Arbeitnehmer eines Betriebes betroffen sein. Die betroffenen Arbeitnehmer arbeiten bei Kurzarbeit weniger oder überhaupt nicht. Sie können eine Entgeltersatzleistung aus der Arbeitslosenversicherung, das so genannte Kurzarbeitergeld, beantragen. Dafür zuständig ist die Bundesagentur für Arbeit.  

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