Germanwings Flugzeug am Flughafen Tegel während des UFO-Streiks am 30.12.2019 in Berlin. (Quelle: imago images/STPP)
Video: Abendschau | 29.12.2019 | Christian Titze | Bild: imago images/STPP

Flugbegleiter-Streik bei Germanwings - 27 Starts und Landungen in Berlin-Tegel abgesagt

Wegen des Streiks der Flugbegleiter von Germanwings sind allein am Montag am Flughafen Berlin-Tegel  27 Starts und Landungen abgesagt. Doch zu Chaos ist es bislang nicht gekommen. Bundesweit sollen bis Mittwoch etwa 180 Verbindungen ausfallen.

Wegen des Streiks der Kabinengewerkschaft Ufo sind am Montag insgesamt rund 60 Flüge der Lufthansa-Tochter Germanwings ausgefallen. Besonders der Flughafen Köln/Bonn war betroffen, wie eine Übersicht auf der Internetseite von Eurowings [eurowings.com], deren Flugzeuge den Flugbetrieb von Germanwings durchführen, zeigt.

Allein in Berlin-Tegel wurden am Montag 27 Starts und Landungen abgesagt. Trotzdem sei am Flughafen kein Chaos ausgebrochen, berichten rbb-Reporter vor Ort. Nach Angaben der Fluggesellschaft werden die Passagiere auf andere Flüge oder andere Verkehrsmittel wie die Bahn umgebucht. In Tegel sind ausschließlich innerdeutsche Strecken betroffen: von und nach München, Köln-Bonn, Düsseldorf und Stuttgart. Stornierungen gab es zudem in Düsseldorf, München und weiteren Städten. Deutschlandweit fallen bis Neujahr etwa 180 Germanwings-Flüge aus.

Der dreitägige Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa-Tochter hatte in der Nacht zum Montag begonnen, wie der Sprecher der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, der Deutschen Presse-Agentur am Montagvormittag bestätigte.

Allein in Tegel 70 Verbindungen gestrichen

Die Gewerkschaft bekräftigte zudem ihre Drohung, den Ausstand auszudehnen. "Wir können das kurzfristig verlängern", sagte Ufo-Vize Daniel Flohr im ZDF-Morgenmagazin. "Wir wollen das nicht", ergänzte er zwar, aber wenn die Gewerkschaft am Ende der drei Tage glaube, "dass es mehr davon braucht", werde sie zu weiteren Streiks aufrufen. Eurowings-Sprecher Matthias Eberle sagte, ebenfalls im ZDF-Morgenmagazin, die Kunden sollten so wenige Nachteile wie möglich durch den Streik haben.

Von Montag bis Mittwoch fallen allein in Berlin-Tegel 70 Flüge aus worden. Das geht aus einer aktualisierten Übersicht der Fluggesellschaft Eurowings hervor, für die Germanwings fliegt. Damit ist Berlin einer der Streikschwerpunkte. Außerdem sind Köln-Bonn, München und Hamburg betroffen. Gestrichen wurden vor allem innerdeutsche Verbindungen.

Am Freitag hatte die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) ihre Mitglieder dazu aufgerufen, Germanwings drei Tage lang, vom 30. Dezember, 0 Uhr, bis zum 1. Januar, 24 Uhr, zu bestreiken. Von der 140 Flugzeuge umfassenden Flotte der Eurowings fliegen laut Unternehmensangaben 30 unter der Marke Germanwings.

Germanwings-Passagiere müssen sich wegen auf einen dreitägigen Streik bei der Airline ab Montag einstellen. Das kurzfristige Entgegenkommen der Lufthansa-Tochter im Tarifkonflikt mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo sei kein Grund, den Aufruf zur Arbeitsniederlegung zurückzunehmen. Das teilte Ufo am Samstagabend in einem Schreiben an ihre Mitglieder mit, das der Nachrichtenagentur DPA vorlag. "Die Tarifkommission hat dies (...) entschieden, dass auf dieser Basis weder rechtlich, noch faktisch, noch aus sonst irgendeinem Grund der Streik abgesagt werden kann", heißt es in dem Brief der Tarifkommission.

Kurzfristiges Lufthansa-Angebot abgelehnt

Die Arbeitgeber hatten zwischenzeitlich angeboten, den Teilzeit-Tarifvertrag der Lufthansa mit sofortiger Wirkung zu übernehmen. Über alle anderen strittigen Themen solle in einer Schlichtung beraten werden. Ufo hält dennoch an dem angekündigten Streik fest.

Die Gewerkschaft teilte am Samstagabend in einem Schreiben an ihre Mitglieder mit, das der Nachrichtenagentur DPA vorlag, das kurzfristige Entgegenkommen der Lufthansa-Tochter sei kein Grund, den Aufruf zur Arbeitsniederlegung zurückzunehmen. . "Die Tarifkommission hat dies (...) entschieden, dass auf dieser Basis weder rechtlich, noch faktisch, noch aus sonst irgendeinem Grund der Streik abgesagt werden kann", heißt es in dem Brief der Tarifkommission.

Die Gewerkschaft fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Für die vier anderen Flugbetriebe wurden jeweils separate Forderungen aufgestellt und Urabstimmungen abgehalten.

Bereits im November 1.500 Flüge ausgefallen

In dem Tarifkonflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Dabei waren im November rund 1.500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen. Am Flughafen Tegel waren mehrere Dutzend Verbindungen gestrichen worden.

Vor Weihnachten hatten die beiden designierten Schlichter, der frühere Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank Weise, und der frühere Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD), die seit Monaten zerstrittenen Tarifparteien zu einem weiteren Schlichtungsvorgespräch eingeladen. Dabei sollte der genaue Umfang der Themen festgelegt werden.

Sendung: Abendschau, 29.12.2019, 19:30 Uhr

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15 Kommentare

  1. 14.

    Geile Nummer - gut gelacht.......
    Auch diese Frage ist mehr als sinnfrei zu betrachten - Sie erwarten jetzt ernsthaft darauf eine Antwort?

  2. 13.

    Wo wird das unverbrannte Kerosin gelagert? Bei den ganzen Streiks muss das ganz schön viel sein... ;)

  3. 12.

    Die Frage kann man sich getrost selbst beantworten. Dieses Kerosin blieb unverbrannt. Wer diese simple Logik nicht versteht, der hat wahrscheinlich sowieso keinen Blick für das Wesentliche.
    Das zu viel geoen

  4. 10.

    Wieviel Kerosin wurde da heute nicht verbrannt?
    Jedes nicht startende Flugzeug ist ein Gewinn für den Klimaschutz und weniger Lärm für 300.000 Menschen in Berlin. Bitte möglichst lange streiken, Danke.

  5. 9.

    Die erneuten Streiks sind natürlich für die Kunden ein Ärgernis.Aktionäre können hingegen recht gelassen bleiben.Die aktuelle Entwicklung ist keine große Überraschung.Die Perspektiven für den strategisch stark aufgestellten Luftfahrt-Konzern bleiben gut.Wie war das?"Streik ist und bleibt in meinen Augen unangemessen und dient nur dem Machtgehabe der Gewerkschaft"?
    "Lufthansa sollte sich nicht von denen erpressen lassen?. Der Gewinn sinkt bereits beträchtlich"?
    Lufthansa steuere dieses Boot zwar,aber die Mitbarbeiter setzen das Boot in Gang.
    Fakt ist:Ohne Flugbegleiter ect. gäbe es Lufhansa&Co.nicht.
    Das ist bei anderen Konzernen Fimen nicht anders.Ohne Mitarbeiter würden die keine Millarden/Millionen
    Umsätze erwirtschaften.Also lasst die an deren Gewinne bitte Finanziell auch Teilhaben.
    Und nicht nur den Vorstand ect.

  6. 8.

    Ich hoffe auf einen langen Streik, dem sich andere noch anschließen. So hat man wenigstens etwas mehr Ruhe in Spandau-Hakenfelde. Bis Oktober 2020 ist es ja leider noch lange hin...

  7. 7.

    Hat auch etwas Gutes, denn wenn sich diese Beiden streiten, erholen sich ...

  8. 6.

    Alles innerdeutsche Flüge, die ausfallen, auf Strecken, wo man "zügig" Bahn fahren kann, sogar flixtrain oder flixbus. Die Business-Shuttles dürften zwischen den Feiertagen eh höchstens vom Feiervolk belegt sein. Diese "Karawane" kann ruhig weiterziehen. Da fehlt mir Dank Streik kein einziger Passagier...

  9. 5.

    ...gibt es denn "soziale" Vorstände? Wir leben im Kapitalismus! Da geht's nur nach "Brot und Spiele " oder " divide et impera" , und der deutsche Michel macht fleißig mit und lässt sich alles gefallen.

  10. 4.

    Bedeutet also mindestens 24 mal mehr Ruhe, hat doch was son Streik, weiter so!

  11. 3.

    Das sind doch nur Scheinangebote von der Lufthansa. Die wollen der Gewerkschaft nur den schwarzen Peter zu schieben. Das Scheinargument das Lohnerhöhungen die Lufthansa in den Ruin treiben ist das Letzte. Dann sollte man im den Führungsetagen mal ordentliche Kürzungen vor nehmen. Würde mich mal interessieren wie so mancher Forist hier drauf reagieren würde wenn man sein Einkommen mit diesem Argument einfrieren oder sogar kürzen würde.

  12. 2.

    Lufthansa sollte sich nicht von denen erpressen lassen. Der Gewinn sinkt bereits beträchtlich bei denen. Wenn es so weiter geht mit Ufo Forderungen ist das die nächste Traditionsfirma in Deutschland die geht.

  13. 1.

    Der, trotz eines Angebotes der AG, angekündete Streik ist und bleibt in meinen Augen absolut unangemessen und dient nur dem Machtgehabe der Gewerkschaft. Wenn dann bei Durchsetzung der gewerkschaftlichen Forderungen Reaktionen der AG folgen werden wieder Krokodiltränen vergossen wie unsozial doch die Vorstände sind.

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