Archivbild: Flugbegleiter von Airberlin stehen vor dem Abflug auf dem Flughafen. (Quelle: dpa/M. Hitij)
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Bundesarbeitsgericht - Flugbegleiter von Air Berlin bekommen keine Abfindung

Im Zuge der Pleite von Air Berlin verlieren Tausende Flugbegleiter ihren Job. Seitdem versuchen etliche von ihnen, sich eine Abfindung zu erstreiten. Nun entscheidet das Bundesarbeitsgericht: Dem Kabinenpersonal stehen keine Zahlungen zu.  

Fast zweieinhalb Jahre nach der Insolvenz von Air Berlin hat das Bundesarbeitsgericht Forderungen von Flugbegleitern nach Abfindungen zurückgewiesen. In einer Grundsatzentscheidung zu vier Streitfällen entschied der Erste Senat am Dienstag in Erfurt, dass dem Kabinenpersonal der einstigen Airline keine Zahlungen des Insolvenzverwalters als Nachteilsausgleich zustehen (1AZR 149/19). Sie bestätigten damit Urteile der Landesarbeitsgerichte Düsseldorf und Berlin-Brandenburg.

Beim höchsten deutschen Arbeitsgericht in Erfurt seien etwa 450 Klagen von Flugbegleitern von Air Berlin auf Abfindungen eingegangen, sagte ein Gerichtssprecher. Die Kläger müssten jetzt entscheiden, ob sie ihr Anliegen weiter verfolgen wollten. Hunderte weitere Verfahren liegen nach Schätzung von Juristen bei den Arbeits- und Landesarbeitsgerichten. Zum Zeitpunkt der Insolvenz im August 2017 soll Air Berlin etwa 8.600 Mitarbeiter beschäftigt haben, darunter etwa 3.500 Flugbegleiter.

Weitere Verhandlungen im Februar

Den Präzedenzfall schuf eine Stewardess aus Nordrhein-Westfalen. Sie hatte ihre Kündigung Ende Januar 2018 mit Wirkung zu Ende April erhalten. Ihr Anwalt argumentierte in den Verhandlungen, die Personalvertretung Kabine sei nicht wie vorgeschrieben vor der geplanten Stilllegung des Flugbetriebs eingeschaltet worden. Die Klägerin machte geltend, die Betriebsstilllegung sei bereits mit der Kündigung der Piloten im November 2017 erfolgt und damit vor dem Versuch, einen Interessenausgleich mit der Vertretung der Flugbegleiter zu schließen. Wegen dieses Verstoßes sei ein Nachteilsausgleich zu zahlen - quasi eine Strafabfindung.

Dieser Argumentation folgte das Bundesarbeitsgericht nicht. Die Vorsitzende des Ersten Senats, Gerichtspräsidentin Ingrid Schmidt, sagte, "das Problem bei Fluggesellschaften ist, dass es verschiedene Personalvertretungen für einzelne Beschäftigtengruppen gibt". Damit sei die Entwicklung im Bereich Cockpit nicht ausschlaggebend. Bei ihren eigenen Belangen sei die Personalvertretung der Flugbegleiter mit dem Versuch eines Interessenausgleichs beteiligt worden.

Im kommenden Monat stehen erneut Klagen von ehemaligen Mitarbeitern von Air Berlin zur Verhandlung in Erfurt an. In nochmals etwa 450 Fällen gehe es um Kündigungsverfahren, sagte der Gerichtssprecher.

Sendung: Abendschau, 21.01.2020, 19:30 Uhr  

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3 Kommentare

  1. 3.

    haben Sie es inhaltlich nicht verstanden? Der Anspruch auf den Nachteilsausgleich war unbegründet. Steht alles im Bericht. Ihr persönlichen Animositäten und Vorurteile ggü. Richtern oder wohl eher ggü. allen Beamten spielen keine Rolle.

  2. 2.

    Ja und ? Geprellte Kunden von Air Berlin bekommen ja auch nichts. Privatpersonen zumindest.

  3. 1.

    Eine Sauerei sondersgleichen, die hier abläuft. Man tut gerade so, als hätten die Mitarbeiter die Pleite verursacht.

    Schön wäre auch, zu erfahren, wie die Begründung lautet.

    Neutralität des Gerichts - alles gut und richtig. Einen Richter betrifft es ja nicht. Der ist - wie ein Beamter - unkündbar und verdient nicht zu knapp, bekommt am Ende eine dicke Pension und hat auch im Alter sein Auskommen. Wen interessiert also anderer Leute Elend?

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