Telekom-Shop in einem Einkaufszentrum (Bild: imago images/Sven Simon)
Bild: imago images/Sven Simon

Bundesweit 800 Stellen betroffen - Deutsche Telekom schließt jede fünfte Filiale

Immer mehr Menschen schließen Handyverträge im Internet ab. Das bekommt auch die Deutsche Telekom zu spüren und setzt deshalb den Rotstift an. Fast 100 Filialen sollen geschlossen werden. Was das für die Region bedeutet, ist noch nicht absehbar.

Die Deutsche Telekom will fast jede fünfte ihrer eigenen Filialen schließen und damit rund 800 Stellen einsparen. Das erklärte der Bonner Konzern am Dienstag und begründete das Vorhaben mit einem "Online-Boom" und dem veränderten Verhalten von Kunden.

Bundesweit sollen 99 der insgesamt 504 eigenen Telekom-Shops bis Ende 2021 geschlossen werden. Wie viele Filialen in Berlin und Brandenburg von den Schließungsplänen betroffen sind, ist noch nicht bekannt. In der Hauptstadt betreibt die Telekom 37 eigene Filialen, in Brandenburg sind es 18.

Vorerst keine betriebsbedingten Kündigungen

Die Telekom verweist auf Franchise-Filialen und Partner-Shops, die auch Telekom-Produkte anbieten würden. Somit gebe es in vielen Städten mehrere Anlaufstellen, die nicht mehr genügend Zulauf von Kunden hätten, sagte ein Sprecher.

Betriebsbedingte Kündigungen sollen bis zum Ende der Umstrukturierung ausgeschlossen sein - stattdessen sollen die Stellen über Abfindungen, Altersteilzeit oder Wechsel auf andere Jobs im Konzern eingespart werden.

Die Gewerkschaft Verdi, die daran beteiligt war, den Umbau möglichst sozialverträglich zu gestalten, begrüßte die Einigung. Nach Angaben der Telekom werden weiterhin 86 Prozent der Kunden einen Telekom-Shop im Umkreis von 20 Kilometern haben. Zudem soll das Zusammenspiel von stationären und digitalen Vertriebswegen verbessert werden.

Die Konkurrenz schließt ebenfalls Läden

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Telekom-Konkurrent Vodafone Deutschland Filialschließungen angekündigt. Das Unternehmen hatte zuvor den TV-Kabelanbieter Unitymedia übernommen und im Oktober angekündigt, die beiden Filialnetze zu überprüfen und "Doppellagen kontinuierlich zu bereinigen". Welche konkreten Auswirkungen dies haben wird, ist noch nicht bekannt.

Telefonica Deutschland, der Inhaber der Marke O2, hat bereits zahlreiche Filialen in Innenstädten geschlossen. Nach der Fusion mit E-Plus im Jahr 2014 wurde das gemeinsame Filialnetz ausgedünnt - auf nunmehr bundesweit 900 Geschäfte. Auch Telefonica Deutschland setzt vermehrt auf den digitalen Vertrieb.

Sendung: Brandenburg aktuell, 28.01.2020, 19.30 Uhr

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Antwort auf [Besorgter] vom 30.01.2020 um 02:35
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4 Kommentare

  1. 4.

    Die Schließung der Telekom Filialen find ich falsch. Bei vielen Onlinecentern ist man beim Neuabschluss sofort dran. Bei Problemen hängt man Ewigkeiten in einer Warteschleife mit Kommentaren drücken sie die Eins, drücken sie die.....! Und dann lande ich im Center und der MA spricht nur gebrochen deutsch. Ganz tolle Erfahrungen!!!

  2. 3.

    Die Telekom es verschlafen, die Online- und Offlinewelt miteinander zu verknüpfen. Bedeutet: gleiche Angebote, Online bestellen und in der Filiale abholen, Onlineterminvereinbarungen für Services im Shop etc.
    Heute benötigt keiner mehr einen Shop um einen Handyvertrag abzuschließen. Leider hat es die Telekom versäumt, alternative Daseinsberechtigungen zu entwickeln.

  3. 2.

    T-Punkte oder die Läden der Konkurrenz braucht man nicht mehr. Ist wie Sie erkannt haben obsolet sind.
    Es gibt für Verträge das Internet, Ersatzinternet (SIM-Router), Festnetz-Telefon, Ersatztelefon (Mobil), noch Fragen? Finde ich gut dass die Deutsche Telekom mal den Besen schwingt und ausmistet.
    Ich kenne niemanden der diese T-Punkte o.ä. überhaupt noch aufsucht, Steinzeit.

  4. 1.

    Der Schritt war sicher auch nicht ganz ungewollt.
    Schließlich wird man ja als Kunde auch mehr zum Online verwalten gebracht. Bereits in der Warteschlange seit Jahren der Hinweis, das man vieles auch Online erledigen kann, dann div. Angebote im Internet mit Preisnachlässen von über 100€ in Vergleich zum Abschluss im Laden uvm.

    Warum also noch in einen Shop gehen?

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