Jürgen Klinsmann (l-r), Fußballtrainer von Hertha BSC, Christine Ahrend, Vizepräsidentin der TU Berlin, Michael Müller (SPD, Berlins Regierender Bürgermeister, und Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin, stehen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vor dem Gebäude des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).
Video: Abendschau| 23.01.2020 | Georg Berger / Martin Küper | Bild: dpa/Jordan Raza

Präsentation beim VDA - Berlin startet ins Bewerberrennen um die "neue" IAA

Jahrzehntelang war die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main die Leistungsschau der deutschen Autoindustrie. Doch die PS-Protzerei ist vorbei - die Messe soll neu ausgerichtet werden. Um die Ausrichtung bewirbt sich auch Berlin.

Berlin hat am Donnerstag sein Konzept für die Neuausrichtung der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) vorgestellt. Eine Delegation aus der Hauptstadt, zu der neben dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller(SPD) auch Messe-Chef Christian Göke, IHK-Präsidentin Beatrice Kramm, TU-Vizepräsidentin Christine Ahrend und Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann gehörten, reichte Berlins Bewerbung beim Verband der Automobilindustrie (VDA) ein. Neben Berlin bewerben sich noch sechs weitere Städte als neuer IAA-Standort, darunter München, Hamburg und Köln.

"Es geht nicht nur ums Auto"

Fußballweltmeister Klinsmann warb offensiv für einen Neustart der Automesse IAA in Berlin. "Es ist eine Stadt, die unglaublich in Bewegung ist", sagte der Hertha-Trainer am Donnerstag nach dem Gespräch beim VDA. Ab 2021 soll die Messe damit von einer reinen Autoshow zu einer Mobilitätsmesse werden. "So eine Ausstellung verbindet alle. Es geht nicht nur ums Auto", sagte Klinsmann.

Bislang hat der VDA die Messe alle zwei Jahre in Frankfurt am Main organisiert. Doch nachdem die Veranstaltung immer weniger Zuspruch bei Publikum und Ausstellern fand, wurde eine Erneuerung beschlossen. Eine Entscheidung über die künftige IAA-Stadt soll erst in den kommenden Monaten fallen.

Berlins Regierender Bürgermeister macht sich bereits Hoffnungen auf den Zuschlag. Wer einen echten Neuanfang wolle, könne eigentlich nur nach Berlin kommen, sagte Müller. Hier würden die Mobilitätskonzepte der Zukunft eine große Rolle spielen.

Auch IAA-Kritik wird thematisiert

Eine Stunde lang stellte Berlin sein Konzept beim VDA vor. Dabei sei es auch um wissenschaftliche Themen gegangen, so Müller. "Wie weit sind wir mit dem autonomen Fahren? Was können wir da bieten mit der Teststrecke?"

Auch dass der Landesverband der in Berlin mitregierenden Grünen die IAA ablehnt, sei zur Sprache gekommen, sagte Müller. In Berlin werde alles kritisch hinterfragt, diese Kritik müsse die Messe aufnehmen. "Das Stadtgespräch 'Wie soll die Mobilität der Zukunft aussehen' muss Bestandteil einer neuen IAA sein."

"Ich sehe gute Chancen"

Auch der Mobilitätsexperte Timon Rupp sprach sich für Berlin als Standort einer neuen IAA aus. Im rbb-Inforadio sagte Rupp, Berlin sei heute schon eine Hauptstadt für Mobilitätsinnovation in Europa. Er sprach von einer "vollständigen Nahrungskette" in der Hauptstadt - von den alltäglichen Verkehrsproblemen als Nährboden für Veränderungen über die Ansiedelung von Hochtechnologie und Kreativszene bis zum Kapital von Investoren. 

Die IAA müsse sich wandeln von einer Automesse zu einer Mobilitätsausstellung, forderte Rupp, der in Berlin das Netzwerk "The Drivery" gründete. "Die Vollständigkeit der Zutaten für eine erfolgreiche Ausstellung sind in Berlin in einer Art gegeben, wie sie in anderen Städten nicht vorhanden sind", stellte Rupp fest. "Ich sehe gute Chancen."

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    Wie jetzt??? In DIE STADT der AUTOHASSER??? Die Stadt der FFF und weiteren Demonstranten, in die Stadt der 30iger Zonen und Verbanner der Verbrennungsmotoren, in die grüne Lastenräderstadt?? Nein, mit so etwas macht eine klimaausgerichtete grüne Stadt doch kein Geld!!!!

  2. 10.

    Hat was...
    "Alle Autos raus" propagieren, aber die IAA haben wollen. Man kann nur hoffen, dass der VDA einen großen Bogen um Berlin machen wird. Wo man derartig unerwünscht ist, sollte man auch nicht hingehen.
    Neue Mobiliätskonzepte, die langfristig tragfähig sind und alle gesellschaftlichen Gruppen berücksichtigen?
    Kann ich nicht erkennen, nur ständig "Weg mit den Autos" zu fordern, ist etwas zu wenig...wird ja allmählich langweilig.

  3. 9.

    " Die IAA müsse sich wandeln von einer Automesse zu einer Mobilitätsausstellung, "

    was soll diese Aussage ? was ist mit Mobilitätsausstellung gemeint ? Beweglichkeit , und womit ? per pedes, Fahrrad ,
    e-Auto, Pferd,kinderroller...

  4. 7.

    Ok, ich weiß, dass ich ein hoffnungsloser "Romantiker" bin. Ich weiß, dass ich der der völlig veralteten Ideologie folge, dass Haltung vor Geldgier gehen sollte.... Und genau deswegen: Die IAA passt überhaupt nicht nach Berlin. Weder die Beweihräucherung einer vielleicht noch nicht überflüssigen, aber doch völlig überholten Technologie von Inidividualverkehr (der Menschen und Lebenatmosphäre tötet), weder die ignoranten Firmen-Bonzen (siehe Dieselskandal und deren "Aufarbeitung), weder die unreflektierten Auto-Fans. Nein - Berlin darf sich nicht als Auto-Nabel der Welt darstellen. Mensch, die Messe ist eh fast durchgehend ausgebucht, fährt Rekordergebnisse ein. Da kann man doch mal so ein Thema gerne wo anders stattfinden lassen. Nach Frankfurt hat das gut gepasst, ist eh eine Scheiß-Stadt

  5. 6.

    Was macht Jürgen Klinsmann da?

  6. 4.

    Ist das links auf dem Bild Jürgen Klinsmann ??

  7. 3.

    Als großer Fahrradliebhaber werden Sie sicher wissen, dass es die längst gibt: VELO. Dieses Jahr ab 18.4. in Ttempelhof.

  8. 2.

    Wo man nicht willkommen ist, da sollte man auch nicht hingehen. Prestige und Tourismuseinnahmen einstecken und andererseits den Firmen Knüppel zwischen die Beine werfen.
    Was soll eine Autofreie Stadt mit einer Automesse?

  9. 1.

    Warum keine Fahrradmesse? Auto müssen ganz weg.

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