ARCHIV - 15.10.2013, Brandenburg, Potsdam: Das Anzeigefeld eines Drehstromzählers. (dpa/Ralf Hirschberger)
Audio: Antenne Brandenburg | 12.01.2020 | Lars Seefeldt | Bild: dpa/Ralf Hirschberger

Brandenburg - Strompreise gestiegen, Gaspreise gesunken

Der Strom ist in Brandenburg zwischen 2008 und 2018 deutlich teurer geworden. Gleichzeitig sanken aber die Gaspreise - allerdings bei Weitem nicht so deutlich, wie die Strompreise stiegen.

Die Strompreise in Brandenburg sind zwischen 2008 und 2018 um 32,5 Prozent gestiegen, Gas verbilligte sich dagegen im selben Zeitraum um 5,5 Prozent. Das teilte das Wirtschaftsministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der AfD-Landtagsfraktion mit, wie die dpa am Sonntag berichtete.

Den höchsten Preisanstieg beim Strom von elf Prozent gab es danach 2013, den stärksten Preisverfall beim Gas von etwa acht Prozent 2010. Über die Ursachen der gegensätzlichen Preisentwicklung machte das Ministerium keine Angaben.

Mehr als 7.000 Mal wurde der Strom abgedreht

Der Antwort zufolge sperrten die Netzbetreiber 2018 in Brandenburg in 7.117 Fällen privaten Haushalten den Strom, 963 Mal wurde die Gaszufuhr vorübergehend eingestellt. Frühere Angaben über Energiesperrungen in Brandenburg liegen nur für Strom für 2017 mit rund 7.900 zeitweiligen Abschaltungen vor.

Erstmals teilte die Bundesnetzagentur in ihrem im vergangenen Jahr erschienenen, jüngsten Monitoringbericht mit, wie lange die Haushalte 2018 von den Strom- und Gasnetzen abgeschnitten waren. Beim Strom dauerte die Abschaltung im Schnitt zwei Wochen, beim Gas waren es 36 Tage.

Zu den Ursachen der Stromsperrungen verweist die Landesregierung in ihrer Antwort auf ein Diskussionspapier des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung vom November 2017, das Daten aus der Beratungspraxis des Deutschen Caritasverbands ausgewertet hatte. Demnach treten Stromsperrungen und ihre Androhungen häufig in privaten Haushalten auf, die bereits verschuldet sind, sowie bei Empfängern von Hartz IV und Grundsicherungsleistungen.

Dabei gibt es Unterschiede zwischen der Androhung einer Stromsperre und deren Vollzug. Der Untersuchung zufolge wird Strom überproportional häufig abgestellt, wenn die Betroffenen nur über ein geringes Bildungsniveau verfügen sowie bei Ein-Personen-Haushalten. Die Studie verweist darauf, dass bei Single-Haushalten häufig soziale Netzwerke und soziale Kontrollen fehlten.

Verbraucherzentralen helfen beim Stromsparen

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums können die Brandenburger auf zwei wesentliche Beratungsangebote zum Stromsparen zurückgreifen. Zum einen biete die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) an 26 Standorten eine kostenlose Beratung an. Auch über per Internet und Telefon können sich Interessenten informieren. Zum anderen gebe es den Stromspar-Check, ein kostenloses, vom Deutschen Caritasverband mitgetragenes Angebot an Haushalte mit geringem Einkommen.

Nach Angaben der Landesregierung ist ein Ausbau der Energieberatung für Verbraucher derzeit nicht geplant. Allerdings sollen die Angebote besser verknüpft werden. Dabei sollen insbesondere Anforderungen von einkommensschwachen Haushalten berücksichtigt werden. Hierzu sei die Verbraucherzentrale über ein vom Bundeswirtschaftsministerium gefördertes Energieprojekt beauftragt worden, einen Netzwerkknoten zu errichten. 

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.01.2020, 10 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Ich bin da ganz bei Ihnen. Der Strompreis wird noch weiter steigen, wenn es zu einem kompletten Ausstieg aus Atom und Kohlestrom kommt und gleichzeitig noch ein paar Millionen E-Autos geladen werden müssen. Aber da sich Deutschland im Stromverbund Europas befindet, wird dann Atomstrom aus Polen und Frankreich bezogen, die ja weiterhin Atomkraftwerke an der Grenze zu Deutschland bauen und betreiben. Strom wird nur für Bürger teurer die ihn selbst bezahlen müssen. Den größten Anteil am Strompreis der Verbraucher, haben mit 53 Prozent die Steuern, Abgaben und Umlagen Die Großkonzerne drohen mit Abwanderung und werden subventioniert.
    Das macht den feinen Unterschied.

  2. 1.

    Die Strompreise werden auch in 2020 weiter steigen. Es sind zwar schon die höchsten Preise in Europa, die Energiewende ist der Grund: Im kommenden Jahr steigt die EEG-Umlage um mehr als fünf Prozent. damit subventioniert der Verbraucher die Produktion von Ökostrom.
    Desweitern steigen die Netzkosten um rund sechs Prozent, bedingt durch notfallartige Markteingriffe. Netzbetreiber müssen wegen fehlender Grundlastfähigkeit von "Ökostrom" (Wind, Sonne) bei einer drohenden Überlastung fossile Kraftwerke dahinter anfahren. Auch die Abschaltung von Windkraftanlagen geht ins Geld. Der Windmühlenbetreiber bekommt trotzdem sein Geld. Die Verbraucher mussten mit ihrer Stromrechnung 2018 erneut mehr, nämlich 635 Millionen Euro als Entschädigung für diese nichteingespeiste Energie an die Betreiber zahlen. Bei 72 Prozent des abgeregelten „Geisterstroms“ handelt es sich um Windenergie.

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