Demonstration Berlin vs Amazon (Quelle: rbb/Dorte Störmann)
Bild: rbb/Dorte Störmann

Berlin-Friedrichshain - Hunderte demonstrieren gegen Amazon-Sitz

Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag nach Polizeiangaben gegen den neuen Firmensitz des Internetkonzerns Amazon in Berlin-Friedrichshain demonstriert.

Unter dem Motto "Save your Kiez - Fight Amazon" hatten linke Gruppen zu dem Protest aufgerufen. Die Demonstranten zogen vom Frankfurter Tor über die Rigaer Straße zur Warschauer Brücke. Auf Plakaten wurden Aufschriften wie "Fuck AMZ" und "Amazon, Air BND, Lieferando & Co. enteignen" gezeigt.

Die Veranstalter nannten zunächst keine Teilnehmerzahlen. Angemeldet hatten sie 1.000 Personen.

Angst vor Gentrifizierung

Die Beschäftigung bei Plattformen wie Amazon ähnele "moderner Tagelöhnerei", hieß es in einem Aufruf im Internet. Die Demonstranten fordern deshalb eine Enteignung großer Internetkonzerne wie Amazon und Google, weil ihrer Meinung nach die Ansiedelung in dem Hochhaus-Neubau "Edge East Side Berlin" an der Warschauer Brücke zu "rasant steigenden Mieten", einer "Verwertung des Kiezes" und Verdrängung von Menschen führten.

Amazon hatte angekündigt, 28 von 35 Stockwerken des Hochhauses zu mieten. 2023 soll das Gebäude, das eines der höchsten in Berlin werden wird, fertig werden.

Während der Demonstration waren zunächst keine größeren Störungen bekannt geworden. "Es wurde Pyrotechnik von einem Dach abgebrannt", sagte eine Polizeisprecherin abschließend. Die Beamten waren mit rund 300 Einsatzkräften vor Ort.

Sendung: Radioeins, 22.02.2020, 17:00 Uhr

13 Kommentare

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  1. 12.

    Hallo Amazon! Kommt bloss nicht nach Cottbus, da solche ...... Firmen niemand brauch.

  2. 11.

    Lieber Amazon als selbst herumfahren um zu hören, "Is alle", "Ham wa nich" oder "Müssn wa bestelln".
    Ich liebe es am gleichen Tag (same Day, Bestellung bis 11°°) oder spätestens am nächsten die Ware zu erhalten, ohne mich ins Auto zu setzen.
    Der Einzelhandel tut mir nicht leid, der denkt nur an seinen Gewinn und verarscht seit Kriegsende die Kunden mit überteuerten Gewinnspannen (Einkauf/Verkauf).
    Den Mitarbeitern geht es zig mal besser als bei Zalando. und auf DHL & co ist man auch größtenteils nicht mehr angewiesen. Ich liebe das. Sollten die Demonstranten echt mal probieren, ich weiß gar nicht weshalb Nichtbesteller demonstrieren.
    Wäre das gleiche als würde ich gegen Döner demonstrieren den ich noch nie gegessen habe und werde.

  3. 10.

    Die Demonstranten wollen....ich kann es nicht mehr hören. Wer zahlt den Polizeieinsatz?

  4. 9.

    Hallo Amazon! Kommt nach Cottbus hier seit ihr willkommen.

  5. 8.

    Die Demostranten wollen anscheinend gerade die Arbeitsplätze erhalten und bessere Arbeitsbedingungen erstreiten, daher wollen sie eine Enteignung und kein Verbot dieser Plattformen. Den Service wird es nach einer Enteignung weiterhin geben, nur eben staatlich organisiert. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Eisenbahn verstaatlicht, weil es das Infrastrukturunternehmen schlechthin war. Seit dem 16. Jahrhundert gab es das Postmonopol (Postregal, Postzwang) im HRR. Amazon und Lieferando sind die modernen Pendants dazu. Die Plattformökonomie tritt immer mehr als entscheidender Mittler in der Wirtschaft auf. Dieser Entwicklung sollte man nicht blauäugig gegenüber stehen.

  6. 7.

    Sehr, sehr gut!

  7. 6.

    Viel Glück Amazon, ich mag euch!

  8. 5.

    Amazon scheint doch viel an seine "Tagelöhner" zu bezahlen. Sonst müsste sich niemand vor der Gentrifizierung fürchten.

  9. 4.

    Irgendwann wird es langweilig.... die Menschen wollen Zalando, Amazon und den Rest. Und wer bezahlt die 300 Beamten die im Einsatz waren? Der Steuerzahler.
    Aber die Linken haben nichts kapiert.

  10. 3.

    "Enteignung [...] weil ihrer Meinung nach die Ansiedelung [...] zu 'rasant steigenden Mieten', einer 'Verwertung des Kiezes' und Verdrängung von Menschen führten".

    Ahhh jaaaa... das ist natürlich ein guter Grund für ENTEIGNUNG und dafür, seinen Mitmenschen mit einer weiteren, sinnlosen Demo auf den Zünder zu gehen.

    Das zeigt eigentlich nur die Verwirrtheit einiger Berufsdemonstranten und Aus-Prinzip-Dagegen-Seier.

  11. 2.

    Die Linken, die dort demonstrieren, sollen erst mal den Umsatz von Amazon durch eigene unternehmerische Tätigkeit erwirtschaften und gleich viele Arbeitsplätze schaffen. Ansonsten bestätigen mich solche Aktionen in meinem Verdacht, dass die Linken erst dann zufrieden sind, wenn alle arm sind. Mich wundert es, dass sich überhaupt noch Unternehmen in Berlin ansiedeln wollen, bei dieser wirtschaftsfeindlichen Grundstimmung.

  12. 1.

    Der Begriff "Ewiggestrige" ist ja üblicherweise anders konnotiert, aber... für Leute, die angesichts der wenig überzeugenden historischen Bilanz groß angelegter Enteignungsmaßnahmen immer noch stereotyp allen unzweifelhaft vorhandenen Problemen des kapitalistischen Wirtschaftssystems mit dieser Forderung begegnen, fällt mir kein anderer ein.

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