IHK Berlin, Ludwig Erhard Haus, Fasanenstrasse (Bild: imago images/Schöning)
Bild: imago images/Schöning

IHK-Umfrage - Berliner Unternehmen spüren Folgen des Coronavirus

Unternehmen in Berlin registrieren zunehmend negative Folgen durch das Coronavirus. Das geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin hervor, über die am Dienstag die "Berliner Morgenpost" berichtet.

Demnach geben 39 Prozent der befragten Unternehmen an, bereits durch Produktionsniederlegungen in China oder durch unterbrochene Lieferketten beeinträchtigt zu sein. Fast die Hälfte der Befragten erwartet zudem Auswirkungen in den kommenden Wochen. An der Umfrage beteiligten sich 364 Berliner Unternehmen aus den Bereichen Industrie und Großhandel.

China ist Berlins wichtigster Handelspartner

Das Handelsvolumen der Berliner Wirtschaft mit der Volksrepublik China lag laut IHK zwischen Januar und November 2019 bei 2,9 Milliarden Euro. Damit ist China Berlins größter Geschäftspartner, noch vor den USA und Polen. Fast zwei Drittel des Handels machen Importe aus, die im vergangenen Jahr um 30 Prozent gestiegen sind.

Auch in China selbst sind laut Bundesbank 24 Berliner Unternehmen mit Zweigstellen und Produktionsstätten aktiv. Sie sind vor allem in den Bereichen Sensortechnik, Optik, Maschinenbau und IT tätig. Die IHK gehe davon aus, dass Firmen in Berlin vorübergehend gezwungen sein könnten, ihre Produktion in China herunterzufahren oder gar zu schließen.

Senatorin Pop: "Beobachten das mit Sorge"

IHK-Präsidentin Beatrice Kramm zeigte sich nicht überrascht von den Umfrageergebnissen: "Die Corona-Epidemie legt sich auf die Weltkonjunktur. Auch in Berlin gibt es erste Anzeichen dafür, dass Lieferketten nicht mehr reibungslos funktionieren, Geschäfts- und Messereisen abgesagt werden müssen", sagte sie der Morgenpost.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sagte der Zeitung, ihre Behörde beobachte die Entwicklung "mit Sorge". Man stehe mit dem Berliner Wirtschaftsbüro Peking allen Unternehmerinnen und Unternehmen unterstützend zur Seite. Bisher lägen keine offiziellen Informationen zu möglichen Auswirkungen des Virus auf den Handel zwischen Berlin und China vor. Allerdings sei das Pekinger Büro derzeit geschlossen. Die Leiterin befinde sich in Berlin.  

Zuletzt hatte eine chinesische Wirtschaftsdelegation aus der vom Coronavirus besonders schwer betroffenen Stadt Wuhan ihren Besuch der Internationalen Tourismusmesse ITB Anfang März in Berlin abgesagt. Die chinesische Fluglinie Hainan verzichtet zudem vorerst auf die einzige direkte Flugverbindung zwischen Berlin (Tegel) und Peking.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

4 Kommentare

  1. 4.

    Es wird immer von Händlern oder den Grossbetrieben geredet. Aber was ist mit den privaten Schulen zb. Die welche 1.Hilfe Kurse anbieten. Da ist der Verdienstausfall bis zu 100% weil keine Kurse stattfinden können weil die Teilnehmer nicht erscheinen oder weil auf Grund der Vorsorge die Kurse ausfallen müssen.z.B . 15 verbindliche Anmeldungen dieser Kurs fällt aus. Steuer lich kann der Verdienstausfall nicht berechnet werden da kein Ersatzausbilder diesen Kurs führt. Also kein Kurs statt gefunden hat ergo kein finanzieller Verlust. Wer hilft uns?

  2. 3.

    Nein, dort werden auch hochwertige Dinge produziert, z.B. Autos von Honda, Zulieferungsteile für die Computerhersteller Lenovo und Acer, ebenso Produkte für Siemens und Fresenius usw. und so fort.

  3. 2.

    Was viel schlimmer ist, sind die ausbleibenden Lieferungen an Medikamenten. Die Abhängigkeit von der Produktion in Asien dürften leider sehr viele Patienten mit schwerwiegenden Folgen für ihre Gesundheit bezahlen.

  4. 1.

    Was heißt der Wichtigste. Man hat den Eindruck, dass der ganze produzierte Billigmüll von dort kommt.

Das könnte Sie auch interessieren