Symbolbild: Real-Supermarkt. (Quelle: dpa/O. Berg)
Bild: dpa/O. Berg

Supermärkte in Berlin und Brandenburg - Real-Verkauf ist so gut wie sicher

Der Kaufvertrag für Real steht offenbar kurz vor der Unterschrift. Nach dem Verkauf droht der Supermarktkette die Zerschlagung. Tausende fürchten um ihre Jobs. Zu ihnen gehören auch mehr 2.000 Mitarbeiter in Berlin und Brandenburg.

Der Handelskonzern Metro hat sich mit einem Konsortium um den Immobilieninvestor X-Bricks grundsätzlich über den Verkauf seiner angeschlagenen Supermarktkette Real geeinigt. Das teilte Metro am Dienstag mit. Einzelne offene Punkte würden jedoch noch verhandelt. Ein Kaufvertrag sei noch nicht unterschrieben.

Die Vereinbarung sieht eine Veräußerung von Real als Ganzes zu einem Unternehmenswert von etwa einer Milliarde Euro vor, wie es in der Mitteilung heißt. Metro erwarte einen Nettomittelzufluss von etwa 300 Millionen Euro und weiterhin mehr als 1,5 Milliarden Euro Nettomittelzuflüsse nach sämtlichen Transaktionskosten aus dem Verkauf von Real und der Veräußerung eines Mehrheitsanteils am chinesischen Geschäft. Außerdem sollen die Servicegesellschaften von Metro für eine Übergangszeit weiterhin Dienstleistungen für Real erbringen. Diese würden allerdings nach und nach reduziert.

19 Märkte in Berlin und Brandenburg

Die Supermarktkette betreibt deutschlandweit 277 Real-Märkte mit rund 34.000 Beschäftigten. Sie müssen nun um ihre Jobs bangen. Denn die künftigen Eigentümer wollen nach den bisher bekanntgewordenen Plänen nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiter betreiben. Der Großteil der Standorte soll an andere Händler wie Edeka oder Kaufland verkauft werden. Einigen Standorten droht auch die Schließung.

Real betreibt 13 Märkte in Brandenburg und sechs in Berlin. Der Betriebsrat schätzt, dass etwa 120 Mitarbeiter in jeder Real-Filiale arbeiten. Somit müssen mehr als 2.000 Real-Beschäftigte in der Region Berlin und Brandenburg um ihre Arbeitsplätze fürchten.

Real sorgte für tiefrote Zahlen

Die Supermarktkette war zuletzt das Sorgenkind bei dem Düsseldorfer Handelsriesen und hatte im Geschäftsjahr 2018/19 für tiefrote Zahlen bei der Metro gesorgt.

Metro hatte bereits 2018 angekündigt die Supermarktkette abgeben zu wollen, um sich ganz auf das Großhandelsgeschäft mit Gastronomen und kleinen Händlern konzentrieren zu können. Doch erwies sich der Verkaufsprozess als deutlich schwieriger als erwartet. Mit großen Hoffnungen begonnene, exklusive Verhandlungen mit dem Immobilieninvestor Redos scheiterten.

Bei der nun erzielten sogenannten kommerziellen Einigung zwischen Metro und dem Bieter-Konsortium um X-Bricks steht die Genehmigung durch die zuständigen Gremien auf beiden Seiten noch aus. Zudem müssten die Kartell- und Aufsichtsbehörden dem Vollzug noch zustimmen.

In einer ersten Version dieses Artikels war davon die Rede, dass es in Berlin und Brandenburg 18 Real-Märkte gebe; tatsächlich sind es aber 19 (davon 13 in Brandenburg und sechs in Berlin). Wir haben die Angaben entsprechend korrigiert.

Sendung: Inforadio, 11.02.2020, 12 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Sorry Möter,
    aber DEINE Antwort ist arroganter Schwachsinn. Man kann doch nicht so einfach schreiben, daß REAL halt strategisch dran glauben musste und es ähnlich wie bei Monopoli ist.
    Du scheinst zu vergessen, Monopoli hat keine Mitarbeiter und Existenzen, die drauf gehen, hier geht es aber um tausende Arbeitsplätze, und wenn die Mitarbeiter arbeitslos werden, ist es plötzlich kein privatwirtschaftliches Problem mehr, sondern das des Steuerzahlers! Und auch in der Privatwirtschaft muß man als Unternehmer verantwortungsbewusst und nicht nur Gewinn- sondern auch Kunden und -Mitarbeiterorientiert agieren. Dafür gibt es ja auch genügend positive Beispiele.

  2. 3.

    So ein Schwachsinn.
    REAL musste halt strategisch dran glauben. So ist es eben in der Privatwirtschaft, ähnlich Monopoli, man trennt sich von ZXY, um in anderen Sparten zu investieren, wie zum Beispiel dem Großhandel.
    www.metroag.de/mediacenter/news/2018/09/13/metro-beginnt-verkaufsprozess-fuer-real-und-fokussiert-sich-auf-grosshandel

  3. 2.

    Schade wieder weniger Konkurrenz und weniger Vielfallt. Die tiefroten Zahlen könnten aber von Buchungen zugunsten der Servicegesellschaften der Metro entstehen.

  4. 1.

    Ist ja klar, genug Gewinne abgeschöpft und die Mitarbeiter dürfen gehen und Arbeitslosengeld beantragen. Wie wäre es die Gewinne an die Mitarbeiter auszuzahlen. Wäre Mal was neues.

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