Archivbild: Touristen am Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße in Berlin. (Quelle: dpa/Z. Scheurer)
Video: rbb24 | 21.02.20 | 13 Uhr | Bild: dpa/Z. Scheurer

Gästeplus in 2019 - Deutsche Urlauber kurbeln Berlin-Tourismus an

Berlin hat 2019 wieder mehr Urlauber angezogen als im Jahr davor. Anders als in den früheren Jahren sorgten aber nicht ausländische Gäste für das stärkste Wachstum, sondern die deutschen Touristen, wie aus der amtlichen Statistik hervorgeht, die am Freitag veröffentlicht wurde.

Insgesamt gab es danach knapp 14 Millionen Berlin-Touristen, das waren 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr. 8,5 Millionen von ihnen kamen aus dem Bundesgebiet, hier lag das Plus bei 4,7 Prozent. "In Zeiten von Klimakrise wächst insbesondere auch das innerdeutsche Interesse an unserer Stadt", sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Freitag.

Weniger Briten, mehr US-Amerikaner

Die Zahl der Urlauber aus Deutschland stieg so stark wie seit 2012 nicht. Bei den ausländischen Gästen war es hingegen die drittschwächste Wachstumsrate seit der Jahrtausendwende. Vor allem viele Briten blieben weg - die größte ausländische Besuchergruppe schrumpfte um 6,9 Prozent auf 574.000. Dafür kamen mehr US-Amerikaner, Spanier und Italiener, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte.

Mit einem Rückgang um knapp ein Achtel ging auch die Zahl der Besucher aus Israel stark zurück. Sie liegt zwar auf relativ niedrigem Niveau, so dass stärkere Schwankungen möglich sind. Die Zahl sank jedoch zum dritten Mal in Folge und erreichte mit 101.000 den niedrigsten Stand seit 2013.

Randbezirke immer noch nicht so beliebt

Unterm Strich hat der Berlin-Tourismus zum 17. Mal in Folge einen Plus erzielt. Das gilt auch für die Zahl der Übernachtungen, die um 3,8 Prozent auf 34,1 Millionen stieg. Sie hat sich innerhalb von zwölf Jahren nahezu verdoppelt. Hinzu kommen Übernachtungen in Privatunterkünften wie Ferienwohnungen, die nicht gezählt werden. Berlins Tourismuswerber Burkhard Kieker sagte, er rechne auch 2020 mit einem moderaten Wachstum.

Um die Innenstadt zu entlasten, hatte sich der Senat 2018 zum Ziel gesetzt, mehr Urlauber in die Randbezirke zu locken. Ihre Unterkunft suchen sich die die meisten Urlauber aber nach wie vor in Mitte. Von den Randbezirken konnten unter anderem der am wenigsten besuchte Bezirk Marzahn-Hellersdorf sowie Spandau und Lichtenberg zulegen. Pankow, Reinickendorf und Treptow-Köpenick büßten Urlauber ein.

Sendung: rbb|24, 21.02.20, 13 Uhr  

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2 Kommentare

  1. 2.

    Stimmt. In Städten will man sich ja die Sehenswürdigkeiten anschauen und keine Feldstudie über Wohnlagen betreiben. Was soll ein Touri in Spandau wohnen, wenn er dann immer erst ewig fahren muss, um an die Sehenswürdigkeiten zu gelangen?

  2. 1.

    Das ist doch auch völlig verständlich. Was soll ich als Touri in Marzahn oder Reinickendorf, wenn ich keinen Bezug dazu habe.
    Bei meinen Städtetrips besuche ich in den allermeisten Fällen auch die City mit ihren Sehenswürdigkeiten und nicht die Randbezirke.

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