Angestellte des Universitätsklinikums Charité demonstrieren am 06.02.20 in Wedding für bessere Arbeitsbedingungen (Quelle: rbb|24 / Goltz).
Bild: rbb|24 / Goltz

Tarifverhandlungen - Facility-Manager der Charité im Warnstreik

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat Mitarbeiter der Charité-Betriebsteile Facility Management (CFM) für Donnerstag zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Bestreikt wurden unter anderem der Kranken- und Medikamententransport. Seit den frühen Morgenstunden legten rund 250 Mitarbeiter ihre Arbeit nieder, wie Verdi-Streikleiter, Marco Pavlik, sagte. Durch den Warnstreik habe es zeitweise keine internen Krankentransporte im Bettenhaus der Charité gegeben. Im Laufe des Tages sollte über weitere Warnstreiks entschieden werden.

Grund für den Warnstreik sind laut Verdi die Tarifverhandlungen zum erstmaligen Abschluss eines Tarifvertrages bei der CFM, in denen Gewerkschaft und Arbeitgeber sich bislang noch nicht auf einen Kompromiss einigen konnten. "Wir betrachten es als sehr kritisch, dass die Arbeitgeber für die unteren Lohngruppen Stundenlöhne unterhalb von 12,50 Euro vorschlagen und damit unter der Grenze des angestrebten Berliner Vergabemindestlohns liegen. Wir sind der Auffassung, dass die Stundenlöhne in den landeseigenen Unternehmen über dieser Grenze liegen sollten", so Pavlik. 

2.500 Beschäftigte im Charité Facility Management

Die Gewerkschaft erklärte, sie wolle einen Tarifvertrag für die CFM vereinbaren, der sich am Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) orientiert. Demnach soll der Stundenlohn nicht unter 12,63 Euro liegen, einheitlich soll 38 Wochenstunden gearbeitet werden. Außerdem kündigte Verdi an einen Manteltarifvertrag abschließen zu wollen, der allen Tarifbeschäftigten 30 Tage Urlaub und ein Weihnachtsgeld sichert.

Die Arbeitgeberseite sah den Warnstreik gelassen. Es gebe keine erheblichen Beeinträchtigungen für den Krankenhausbetrieb, so eine Sprecherin der CFM. Nach ihren Angaben streikten lediglich rund drei Prozent der Beschäftigten. 

Die CFM ist mit 2.500 Beschäftigten nach Angaben von Verdi seit Anfang 2019 eine 100 prozentige Tochter der Charité. Die CFM erbringt an den Charité-Standorten diverse technische und logistische Dienstleistungen, zu denen zum Beispiel die Abfallentsorgung, Transporte, Reinigung und Sterilisation gehören. 

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Na dann wollen wir mal hoffen ,das die Mitarbeiter der CFM nicht genauso von Verdi verraten werden ,wie die Mitarbeiter der Vivantes Tochter VSG
    Eigentlich steht ganz klar im Koalitionsvertrag,etwas von Rückführung von Tochterunternehmen zurück in den Mutterkonzern,
    dies wurde auch den Beschäftigten der VSG persönlich vom Bürgermeister Müller und anderen Senatoren versprochen,umgesetzt wirde aber etwas anderes

  2. 4.

    Das gleiche Problem wie bei der Fridericus Servicegesellschaft in Potsdam.
    100% Tochter eines großen öffentlichen Unternehmens und es wird 100% gespart.

  3. 3.

    UND WO IST DER AUFSICHTSRATSVORSITZENDE DER CHARITÉ , HERR MÜLLER???? WO SIND SIE ?????????????

  4. 2.

    Vielleicht sollte rbb mal eine Doku über die tatsächlichen Zustände an der Charité machen, in der gezeigt wird wie Mitarbeiter ausgebeutet werden und Vorschriften am laufenden Band missachtet werden müssen, um die Arbeit zu schaffen.

  5. 1.

    Die „Charité Lohndrücker Facility“ gehört komplett aufgelöst und ihre Beschäftigten wieder in das Krankenhauspersonal integriert – nach geltendem Tarif.

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