BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup während einer Pressekonferenz im November 2019. Quelle: Emmanuele Contini/dpa
Audio: Inforadio | 12.03.2020 | Thomas Rautenberg | Bild: Emmanuele Contini/dpa

Eröffnung am 31. Oktober - Dübel-Problem gelöst: Lütke Daldrup bestätigt BER-Starttermin

Es bleibt beim 31. Oktober: Flughafenchef Lütke Daldrup hält am BER-Starttermin ausdrücklich fest. Die Probleme mit den Dübeln sind ihm zufolge gelöst. Stand heute soll auch der für den Sommer geplante BER-Test mit Tausenden Komparsen stattfinden.

Die Dübelprobleme am geplanten BER-Flughafen sind laut Engelbert Lütke Daldrup gelöst. Alle Sondergenehmigungen für die nicht normgerechten Dübel seien inzwischen erteilt oder würden noch in dieser Woche erwartet, sagte der Flughafenchef laut seinem Sprecher am Donnerstag im Beteiligungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Lütke Daldrup bestätigte erneut den aktuellen Zeitplan bis zur Eröffnung des Flughafens Ende Oktober, der dann mit neun Jahren Verspätung in Betrieb gehen soll.

Die Kabelanlage des BER - bislang der kritische Punkt auf der Baustelle - werde bis Ende März voll funktionstüchtig und vom TÜV abgenommen sein, versicherte Lütke Daldrup. Unmittelbar danach werde die sogenannte Baufertigstellungsanzeige beim zuständigen Bauordnungsamt eingereicht.

Unsicherheit an Flughäfen wegen Coronavirus

"Nach jetzigen Abarbeitungsstand ist die Inbetriebnahme am 31. Oktober 2020 nicht gefährdet", sagte Lütke Daldrup. Die Dübel waren als Problem erst im vergangenen Jahr bekannt geworden. Sie waren vor Jahren unter anderem für Brandschutz und Sicherheitsstromversorgung im Hauptterminal eingebaut worden und entsprechen nicht mehr der aktuell erforderlichen Norm. Der Flughafen beantragte daraufhin nachträglich Zulassungen für die verschiedenen Bauarten beim Landesamt für Bau und Verkehr in Cottbus. Zum Teil sollten auch zusätzliche Konstruktionen angebracht werden. 

So gut es augenscheinlich auf der Baustelle läuft, so schlecht sind die Nachrichten über den bundesweiten Rückgang der Passagierzahlen. Minus zehn Prozent an den Berliner Flughäfen in den ersten beiden Monaten - eine Entwicklung, so Lütke Daldrup, die sich mit der Corona-Krise noch verstärken könnte.

Finanzielle Folgen aus Coronavirus nicht absehbar

Stand heute werde es bei den für den Sommer geplanten Tests mit Tausenden Komparsen bleiben. Man befinde sich in täglicher Abstimmung mit den Behörden, auch was die täglichen Abläufe an den bestehenden Flughäfen Tegel und Schönefeld angeht, sagte Lütke Daldrup.

Welche Konsequenzen sich daraus für die finanzielle Situation der Flughafengesellschaft ergeben könnten, darüber wollte der Geschäftsführer nicht spekulieren. Derzeit wisse in Politik und Gesellschaft keiner genau, wie es weiter gehe, da mache auch die Fliughafengesellschaft keine Ausnahme, so der Flughafenchef.

Sendung:  Inforadio, 12.03.2020, 19 Uhr

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18 Kommentare

  1. 18.

    Mit diesen lärmenden, schmutzigen Dingern haben wir in Schönefeld schon seit kurz nach dem 2. Weltkrieg zu tun. Nur mal so zur Info.

  2. 17.

    Es wurden schon von Anfang an Metalldübel verbaut.
    Man sollte sich nicht nur aus Boulevardmagazinen informieren.

  3. 16.

    Wir können doch Alle zufrieden sein, das der BER, noch nicht abgerissen werden musste. Wenn ich solange, an mein Haus gebaut hätte, hätten mir die Behörden, wahrscheinlich den Weiterbau untersagt.

  4. 15.

    Die Dübeldiskussion nimmt wohl kein Ende ? Wer ein derartiges Objekt plant, der hat ja keine Hakenleiste anzubringen und verwendet eben gleich Metalldübel.

  5. 13.

    Ja könnte sein. BER- Eröffnung um 12 Monate, wegen Corona Virus verschoben. Große Menschen Ansammlung en, werden jetzt schon verboten. Die Komparsen müssen durch Puppen ersetzt werden. Alles blödes Timing ! Die BER Eröffnung gerade im Corona Jahr. Da wäre 2011 bis 2018 besser gewesen. Immer kommt etwas dazwischen. Mal ist der BER nicht fertig, mal sind die Dübel nicht die richtigen. Und jetzt kommt noch der weltweite Virus dazu und niemand braucht mehr einen Flughafen.

  6. 12.

    Hallo, Charly. Ich habe das doch nur ein wenig überspitzt ausgedrückt. Als ehemaliger Landmaschinen- und Tracktoren Schlosser in der DDR, musste Ich doch sehr oft, bei Arbeiten an irgendwelchen Pressen und Stanzen, Teile aussondern, die nicht der Norm entsprachen. Und dieser Unsinn ist heutzutage, wahrscheinlich genauso. Ich wollte dadurch nur ausdrücken, das durch die Jahrelangen Verzögerungen am BER, die Flughäfen in Frankfurt und München profitieren. Der Schelm, der Böses dabei denkt. Ich glaube einfach nicht, das die Verzögerungen am BER, nicht gewollt waren. Die Europäischen Luftdrehkreuze, sind dadurch Alle, woanders entstanden. Viele Grüße, nach Schwedt. Das Generalunternehmen damals, war ja ,, zu teuer ,,. Dann kam, die Politik ins Spiel und trieb, ihr ,, eigenes Spiel,,.

  7. 11.

    Der Flughafen Tegel, ist doch keine Krücke. Der Flughafen Tegel, hat ein moderneres Konzept, wie dieser altbackene BER. Tegel ist als Flughafen der kurzen Wege und als moderner Stadtflughafen konzipiert worden. Tegel hat aber das doppelte Passagier-Aufkommen, wie Schönefeld zu bewältigen. Dadurch sieht es natürlich, in diesem relativ kleinen Flughafen, chaotisch aus. Aber, das der Flughafen BER, ein moderner internationaler Großflughafen ist, der er ja mal werden sollte, da muss Ich, Ihnen leider widersprechen. Für 6 oder 8 Milliarden Euro, ist, das gar nichts, sondern nur altmodisches Flickwerk mit unkalkulierbaren Folgekosten für den Steuerzahler.

  8. 10.

    Hallo, Toralf, woher haben Sie denn Ihr Fachwissen? Ich möchte nur ergänzend feststellen, dass "Der BUND" der 3. Partner ist. Und sich bei allen Problemen bisher immer im Hintergrund gehalten hat. Die Zeche zahlen wir Steuerzahler. Und ein bisschen Nostalgie kann ja einem Neubau auch nicht schaden. Soweit meine Meinung. Und wir mussten auch in unseren ehemaligen DDR-Betrieben alle nach TGL genormten Bauelemente aussondern (verschrotten oder an die Nachbarländer verschenken), nur weil sie nicht der DIN-Norm entsprachen.
    So viel Unsinn wurde angerichtet, und die nicht normgerechten Dübel sind wohl auch nur ein an den Haaren herbei gezogenes Verzögerungsbeispiel. So ist das eben, wenn echte Fachleute angeblich zu teuer sind.

  9. 9.

    Der Flughafen-Standort, ist doch auch schon, der von der DDR gewählte Standort. Da hat man doch nur die Felder und Wiesen, neben dem alten DDR Flughafen zu betoniert. Und die Inneneinrichtung vom BER, erkennt auch jeder ehemalige DDR-Bürger sofort wieder. Tolle Altmodische Holz-Retro-Optik. Sieht so in etwa aus, wie mein erstes Nachwende-Auto - Hochglanz polierte Holzimmitate, 90iger Jahre Look. Wahrscheinlich haben die polnischen und sächsischen Arbeitskräfte im BER, auch noch die Haarfrisur und auch noch die Sprache meiner Großmutter ??? Geile DDR Retro - mit einem Schuss Osteuropa. Und ein bisschen sächsisch, ist sowieso immer dabei. Und über dem Haupteingang vom BER, stehen irgendwelche Losungen: Zum Beispiel: Meine Hand für mein Produkt.

  10. 8.

    Ich zähle mich zu den erwähnten Steuerzahlern und das in erheblichem Umfang und ja, ich bin dann stolz, wenn der BER endlich ans Netz geht und diese Krücke TXL endlich dicht macht.
    Genau wie in Ihrem Fall spricht aus meinem Beitrag ein erheblicher Teil Eigeninteresse. Eigentlich könnte man in TF froh sein, neun Jahre länger als geplant verschont geblieben zu sein von diesen lärmenden und schmutigen Dingern über uns, die ich in Berlin Pankow seit Jahrzehnten ertragen musste. Dumm nur, dass das Trauerspiel um den BER (und da gebe ich Ihnen Recht im Bezug auf Steuermittelverschwendung und Missmanagement) jetzt glücklicherweise bald ein Ende finden wird.
    Und was die organisatorische und technische Aktualität des BER angeht, werden Sie dies sicher besser einschätzen können als ich, der beruflich und privat regelmäßig "in die Luft" geht ;-)

  11. 7.

    Hat ja auch Alles, lange genug gedauert und Milliarden Euro an Steuermitteln gekostet. Das soll dann ein Erfolg sein ??? Das ist Steuermittelverschwendung, aber kein Erfolg !!! Und dieser Flughafen BER, ist ein altmodischer Retro--Flughafen. Darauf kann nur Jemand stolz sein, der daran verdient hat, bzw. weiterhin verdient. Der Steuerzahler kann, auf so einen veralteten Flughafen, niemals stolz sein.

  12. 6.

    Es kommt noch härter: Zech Bau will das Terminal 2 auch zum 31.10.2020 fertigstellen.

  13. 5.

    Gar nicht übel... ;-)

  14. 4.

    Ein Großflughafen bei Falkensee wäre sicherlich kaum genehmigungsfähig gewesen. Sind sSie sich deshalb sicher, dass Sie den haben wollen? Aber immer tut Berlin etwas, damit Sie zukünftig von Staaken bis durch das Brandenburger Tor hindurch mit dem Rad fahren können. Werden Sie das auch wirklich machen?

  15. 3.

    Test mit Komparsen? Die Aktivitäten werden wohl von Corona gesteuert.

  16. 2.

    Die Dübel wären schon normgerecht gewesen, wenn das Terminal rechtzeitig abgenommen worden wäre. Da die Norm sich aber geändert hatte, war eine "Zulassung im EInzelfall" erforderlich. Der Boulevard hatte mit wiederholt bewiesenem fehlendem technischem Verständnis mit seinem vermeintlichen Scoop mehr Staub aufzuwirbeln versucht als vorhanden war.

  17. 1.

    BER, Lausitz, Tesla. Sehr viele Steuermilliarden immer wieder, in ein und dieselbe Brandenburger Hälfte - Richtung Osten. Bekommt der Rest von Brandenburg, auch noch mal Fördergelder und Strukturhilfen ??? Das gesamte Land Brandenburg ist Steuerzahler, aber nur immer eine Hälfte, bekommt die Fördergelder. Da stimmt doch etwas nicht. Eine Hälfte bekommt Fördergelder, für jede neue Ansiedlung und die andere Brandenburger Hälfte, bekommt nur Windparks und Rapsfelder. In HVL werden stillgelegte Bahnstrecken nicht aktiviert, es sind keine Schwimmbäder vorhanden, Radwege fehlen überall, Betriebe können sich, wegen fehlender Infrastruktur, nicht vergrößern bzw. nicht ansiedeln. S-Bahn und Bahnverbindungen fehlen. 6 Spuriger A10 Ausbau kommt im Westen nicht voran und vieles mehr. Die Brandenburger Politik, hat seit 30 Jahren, immer nur die gleichen 2 Themen. Lausitz und BER. Seit ein paar Monaten kommt ein Drittes dazu : Tesla. Wieder in der gleichen Osthälfte von Brandenburg.

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