Cedrik Neike (M), Mitglied des Vorstands der Siemens AG, steht hinter einen Versuchsaufbau in einem Labor der Siemens AG - Software and Prototypes for Automation (SPA) im Technologiepark Adlershof. Für das Millionenprojekt Siemensstadt 2.0 in Berlin beginnen die Bauarbeiten frühestens Anfang 2021. Wie der Campus für Forschen, Produzieren und Wohnen aussehen wird, werde aber schon Ende dieses Jahres deutlich, sagte Neike der Deutschen Presse-Agentur. (Quelle: dpa/C. Koall)
Bild: dpa/C. Koall

Elektrische Antriebstechnik - Erstes Projekt der Siemensstadt 2.0 gestartet

Bislang verbarg sich hinter dem Schlagwort Siemensstadt 2.0 vor allem eine Absichtserklärung: Im Westen Berlins soll künftig an zukunftsweisenden Technologien geforscht werden. Nun steht die Finanzierung für ein erstes Forschungsprojekt: "Elektrische Antriebstechnik". Das hat die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe am Freitag bekannt gegeben.

Ziel sei, so hieß es, die innovative Produktentwicklung, Digitalisierung, Produktion und Betrieb zukunftsfähiger elektrischer Antriebe unter Anwendung von Industrie-4.0-Technologien. Hinter dem Schlagwort 4.0 verbirgt sich das sogenannte Internet der Dinge, also die Vernetzung von Geräten und Maschinen über das Internet.

Land Berlin fördert neues Projekt mit 9,9 Millionen Euro

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) teilte mit: "Ich freue mich, dass wir mit unserer Förderung zur Bildung eines Kompetenzzentrums beitragen, das eine Leuchtturmwirkung über den Energietechnikstandort Berlin hinaus entfalten wird."

Das Land Berlin fördert das Forschungsprojekt mit 9,9 Millionen Euro aus Landesmitteln, zudem wird ein Zuschuss aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung gewährt. Insgesamt beträgt das Projektvolumen 14,7 Millionen Euro. An dem Vorhaben beteiligen sich mehr als 20 Partner aus den Bereichen Materialforschung und -prüfung - darunter diverse Berliner Industriepartner sowie die Technische Universität Berlin und verschiedene Institute der Fraunhofer Gesellschaft, die anwendungsorientierte Forschung betreibt.

Neben dem Thema der elektrische Antriebe sollen künftig noch zwei weitere Schwerpunkte durch Forschungsprojekte geschaffen werden.

Bau des Campus soll in zwei Jahren beginnen

Mit dem Projekt wird nun auch dem Werner-von-Siemens Center for Industry and Science Leben eingehaucht. Dieses war Mitte vergangenen Jahres gegründet worden, um verschiedene Akteure aus Wissenschaft und Industrie zusammenzubringen, "mit dem Ziel der Schaffung innovativer Wertschöpfungsketten", wie es von der zuständigen Senatsverwaltung heißt. Land und Bund hatten damals 7,5 Millionen Euro bereitgestellt, um das Center einzurichten. Ebensoviel war von der Siemens AG beigesteuert worden.

Für für den Campus Siemensstadt 2.0 in Spandau bedeutet dies vorerst noch keine Weiterentwicklung. Erst in zwei Jahren soll mit dem Bau begonnen und 2030 dann Eröffnung gefeiert werden. 70 Hektar historische Industriefläche sollen wiederbelebt werden; neben Forschungszentren sollen auch 2.750 neue Wohnungen entstehen.  

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels entstand der Eindruck, das Land Berlin stelle für das neue Forschungsprojekt 7,5 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Zahl bezog sich auf eine gemeinsame Förderung von Land und Bund für das neue Werner-von-Siemens Center. Der Artikel wurde überarbeitet.

Sendung: Abendschau, 22.05.2020, 19.30 Uhr

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2 Kommentare

  1. 1.

    Im vorletzten Absatz steht: "das von Siemens und dem Land Berlin mit jeweils 7,5 Millionen Euro ausgestattet wird" Das sind zusammen 15,0 Mio €. Im letzten Absatz steht: "Das Projekt weist ein Projektvolumen von rd. 14,7 Millionen Euro auf und wird mit Zuschüssen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie Landesmitteln in Höhe von insgesamt rund 9,9 Millionen Euro gefördert." Wer kann mir die Differenz der Summen 15,0 und 14,7 Mio € erklären? Da das Land 7,5 Mio € gibt, gibt der EFRE 9,9-7,5=2,4 Mio. €.

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