Arbeit an einer abgeschirmten Produktionsbox zur Herstellung von Strahlenquellen. (Quelle: Eckert & Ziegler)
Bild: Eckert & Ziegler

Eckert & Ziegler neu im TecDax - Berliner Medizintechnik-Unternehmen rückt in Börsenindex auf

Es ist viele Jahrzehnte her, dass ein Berliner Unternehmen in den Top-Börsenindizes geführt wurde. Seit Freitag allerdings ist das vorbei: Der Strahlen-und Medizintechnik-Spezialist aus Berlin-Buch Eckert & Ziegler ist in den TecDax aufgestiegen. Von André Tonn

Die Aktie des Strahlen- und Medizintechnik-Unternehmens Eckert & Ziegler aus Berlin-Buch sorgt für Börsenschlagzeilen: Das Unternehmen wird seit Freitag im deutschen Technologie-Index TecDax gehandelt.

Insgesamt 30 Technologie-Unternehmen werden in dem Auswahlindex der Aktien deutscher High-Tech-Firmen geführt. Vor der nun erfolgten Aufnahme in diesen Index war Eckert & Ziegler rund ein Jahr im SDAX gelistet.

In zwei Jahren das Ergebnis verdoppelt

Vorstandschef Andreas Eckert kommentierte den Aufstieg seines Unternehmens in die nächsthöhere Börsenliga mit Freude: "Wir bekommen nun mehr Sichtbarkeit von Investoren und Anlegern." Schließlich werde der Index auch international stark beachtet. Einer der Anzeiger für das gewachsene Interesse sei etwa, dass sich zuletzt mehr Amerikaner in die Quartalsberichts-Telefonkonferenzen schalteten.

Von ebenso großer Bedeutung sei für Eckert & Ziegler, dass von nun an Fondsmanager, die eben die Aktienindizes abbildeten künftig natürlich auch das Papier von Eckert & Zieglerin ihre Portfolios aufnehmen müssten.

In zwei Jahren das Ergebnis verdoppelt

Gegründet wurde das Unternehmen aus Berlin-Buch vor über 20 Jahren. International bekannt ist es durch seine Entwicklungen und Produkte der Strahlen- und Nuklearmedizin, die Ärzte weltweit bei der Erkennung und Behandlung von Krebserkrankungen helfen. Die steigende Nachfrage nach Medikamenten und immer genaueren Krebs-Behandlungen steige und dies schlage sich auch in der Unternehmens-Bilanz nieder, sagte Vorstand Eckert. Innerhalb der vergangenen beiden Jahre habe Eckert & Ziegler sein Bilanzergebnis verdoppelt und wachse weiter.

Hinzu komme, dass immer mehr neue Medikamente die letzten Phasen der Zulassung erreichten und damit auch für weitere Impulse für die Radiopharmaka-Produktion sorgten.

Ganz früher mal Schering und nun Eckert & Ziegler

Zu den Radiopharmaka gehören kleinste Teilchen, Atome, die Krebszellen aufspüren und für die Bekämpfung von Tumoren eingesetzt werden. Entwickelt und hergestellt werden sie in Betrieben, die Eckert & Ziegler an vielen Ort weltweit unterhält. Auch jetzt, mitten in der Corona-Pandemie, kann die Unternehmensgruppe diese wichtigen Mittel Krankenhäusern und Spezialkliniken zur Verfügung stellen, betont Andreas Eckert, weil in vielen Ländern, darunter Deutschland, die USA oder Tschechien das Unternehmen zu den kritischen Unternehmen gehöre, die weiterproduzieren dürfen.

Den Aufstieg der Aktie in den TecDax wertet der Vorstandschef auch als Erfolg für die Hauptstadtregion, weil sie damit wieder mehr in den Blick von Anlegern und Investoren weltweit gerät, schließlich habe die Stadt bisher überhaupt kein Unternehmen mehr in diesem High-Tech-Index. "Vor Jahren gab es Schering – doch das ist alles tempi passati, und wenn wir jetzt als kleines Unternehmen dort hineinkommen, dann ist das eine schöne Sache für die Hauptstadt."

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Beitrag von André Tonn

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1 Kommentar

  1. 1.

    Das Unternehmen ist bereits seit Mitte 2019 im SDax gelistet. Zählt das nicht?

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