Illegale Muellentsorgung im Wald, Haus- und Bauabfaelle liegen an einem Waldrand in der Naehe von Welzow. (Quelle: dpa)
Bild: dpa

Brandenburger Landesforste - Aus illegalem Müll im Wald ließe sich 6,5 Kilometer lange "Mauer" bauen

Forstwirte haben im vergangenen Jahr 6.500 Kubikmeter Elektroschrott, Sperrmüll, Farbeimer und Gartenabfälle aus Brandenburger Landeswäldern entsorgt. Zu Ein-Kubikmeter-Blöcken gestapelt würde das eine Mauer von 6,5 Kilometer Länge ergeben, teilte das Umweltministerium am Freitag mit.

Die Müllmenge habe sich im Vergleich zu 2013 kontinuierlich um rund ein Fünftel erhöht. Gegenüber dem Jahr 2017 seien 455 Kubikmeter pro Jahr dazugekommen. Vor allem die berlinnahen Landkreise und kreisfreien Städte hätten mit dem Müllproblem zu kämpfen.

Die Kosten der Müllentsorgung

Neben Elektroschrott, Sperrmüll, Farbeimer oder Gartenabfälle seien aber auch giftige Stoffe, wie asbesthaltige Baustoffe, mit Holz, Kunststoff und Glas verunreinigte Gemische aus Bau- und Abbruchabfällen entsorgt worden.

"Unsere Wälder sind Multitalente: Erholungsort, Sauerstofflieferant, Wirtschaftsraum und das Zuhause vieler Tier- und Pflanzenarten - aber keine Müllhade", mahnte Forstminister Axel Vogel (Bündnis 90/Die Grünen). Es könne nicht im Interesse der Gesellschaft sein, dass Fachkräfte viel Zeit für das Müllsammeln aufbringen müssten, statt die Wälder zu pflegen und neue Bäume oder Sträucher zu pflanzen.

Alle Steuerzahler müssten "für die Taten einiger skrupelloser Müllsünder" aufkommen, so Vogel weiter. Die Kosten für die Müllentsorgung seien auf zuletzt rund zwei Millionen Euro gestiegen.

Die Corona-Krise könnte die Lage noch verschlimmern: Weil viele Recyclinghöfe in brandenburgischen Landkreisen geschlossen waren, registrierte der Naturschutzbund Deutschland zuletzt mehr illegal entsorgten Müll in der Landschaft.

Illegale Müllentsorgung kann teuer werden

Anfang Mai verschärfte das Brandenburger Umweltministerium bereits den Bußgeldkatalog für illegale Müllentsorgung. Der Beschluss sei gefasst worden, weil das Ministerium nach eigenen Angaben zunehmend Hinweise auf wilde Ablagerungen größerer Mengen auch gewerblicher Abfälle bekommen habe. So können beispielsweise für die unerlaubte Entsorgung von mehr als fünf Kubikmetern Bauschutt bis zu 10.000 Euro fällig werden. Für Illegal entsorgte Elektrogeräte kann das Bußgeld bis zu 8.000 Euro betragen.

In Brandenburg wurde 2012 eine zentrale Bußgeldstelle errichtet. Sie verhängt die Strafzahlungen - allerdings nur, wenn ein Verursacher ermittelt werden kann. 2019 gab es 15 Bußgeldverfahren, 54 Mal wurde verwarnt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.05.2020, 15:30 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Kameras an den bekannten illegalen Entladestellen. Diese Kameras sind doch nicht so teuer und man kann sie gut verstecken. Dieses Verhalten ist asozial. Es sollten beim erwischt werden, sehr sehr empfindlich hohe Strafen folgen.

  2. 3.

    Man könnte die kaum sichtbaren Tierbeobachtungskameras heimlich anbringen. Auf dem Weg zum KAUFLAND an der B1 findet man 3 Stellen wo immer wieder derartiger Müll abgeladen wird. Sogar immer noch alte Kühlschränke.
    Wir haben kürzlich viel Dachpappe sachgemäß entsorgt. Preislich in Ordnung.

  3. 2.

    Das ist nicht nur im Wald so, das gibt es auch in Berlin! Das Foto bietet Hinweise dafür, dass es sich um Gewerbemüll handelt. Leider ist es wirklich oft zu beobachte, da lädt irgendjemand etwas schnell aus einen Lieferwagen und schon entsteht quasi über Nacht eine riesige Müllhalde! Viele Müllsünder fühlen sich sofort ermuntert mitzumachen. Eine Sauerei ohne gleichen!

  4. 1.

    Das mit der wilden Entsorgung ist asozial. Am Ende geht es immer um den schnöden Mammon. Es soll absolut keine Entschuldigung sein, aber an dem Beispiel Glaswolle habe ich selber mitbekommen, dass die Entsorgung von Resten mehr kostet als der Kauf im Baumarkt. Das darf nicht sein. Und Bußgelder schrecken niemand ab, da das Entdeckungsrisiko gegen null tendiert.

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