Kilian Kerner lässt sich auf seiner Modenschau "KXXK Kilian Kerner" während der Fashion Week 2020 im Kraftwerk Berlin am 15.01.2020 fotografieren (Bild: dpa)
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Modemacher mit klarem Berlin-Bekenntnis - Designer Kerner: Die Shows der Fashion Week bleiben in Berlin

Die Fashion Week verlässt Berlin - aber nicht ganz. Das Messegeschäft zieht nach Frankfurt am Main, die Modenschauen aber bleiben in Berlin. Das betont der Modedesigner Kilian Kerner im Gespräch mit rbb|24. Trotzdem sieht er die Berliner Landespolitik in der Pflicht. 

Der Berliner Modedesigner Kilian Kerner hat den Fortbestand der Berlin Fashion Week zugesichert und ein klares Bekenntnis zur Stadt abgelegt. Kerner sagte am Dienstag rbb|24: "Es sind ausschließlich die Messen, die hier weggehen, die Shows aber bleiben. Alle Designer, mit denen ich gesprochen habe, sagten: Wir werden weiter unsere Shows in Berlin machen."

Am Montag hatte der Veranstalter Premium Group mitgeteilt, dass die "Messe Premium" und die Modehändlermesse "Seek" sowie Konferenzen, die alljährlich innerhalb der Fashion Week stattfanden, ab 2021 nach Frankfurt am Main zögen. Die Fashion Week selbst und damit die Shows und Schauen der Designer aber blieben in Berlin, versichert Kerner.

"Berlin verfügt mit den Shows weiter über ein hohes Potential"

Natürlich aber sei die Nachricht vom Weggang der Messen und Konferenzen bitter, das sei ein klarer Verlust für die Fashion Week und für Berlin, sagte Kerner. Die Gründe für den Umzug lägen dabei nach seiner Einschätzung aber wohl im Finanziellen als dass sich nun etwa Frankfurt fachlich besser eigne: "Dass dort einfach mehr Geld geflossen ist, ist das Einzige, das ich mir dazu denken kann."

Mit dem Weggang der Messen seien nun beide Seiten geschwächt: Den Messen in Frankfurt fehlten nun die Shows und in Berlin fehlten dann künftig die parallel laufenden Messen. Kerner bedauerte die Teilung: "Ich finde es schade, denn man bestärkt sich ja gegenseitig." Nun heiße es für Berlins Wirtschaft und Wirtschaftsförderung, "dass man das, was jetzt noch da ist, schützt." Berlin verfüge mit den Shows weiter über ein hohes Potential.

Für die gesamte Stadt Berlin sei die Teilung der Veranstaltungen "ein enormer finanziellér Schaden": "Aber vielleicht ist das auch die Chance, dass Senat und Politik in Berlin, die für die Förderung von Kunst und Kultur zuständig sind, aufwachen und sagen: 'Ja, okay, jetzt müssen wir etwas tun, sonst hauen vielleicht irgendwann alle ab.'"

Pop bringt neuen Zeitplan ins Gespräch

Die Kreativagentur Nowadays, Veranstalter der Fashion Week, teilte am Dienstag mit, sie plane die nächste Ausgabe für Januar 2021. Man bleibe dem Modestandort Berlin und auch dem Kraftwerk in Berlin-Mitte treu. Nach dem Weggang der Messen suche man nun "nach weiteren, unterstützenden Formaten".

Bestätigt wurde der Fortbestand auch durch Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). Sie sagte, dass durch die Entkopplung von den Messen nun die Modenschauen ab Sommer 2021 auch zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden könnten, so dass sie sich nicht mit den Modenschauen in Paris überschnitten.

Sendung: Abendschau, 9.6.2020, 19:30 Uhr 

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2 Kommentare

  1. 2.

    Wunderbare Idee. Karstadt rutscht ja gerade in die unabwendbare Pleite.
    Dann geht der Berliner halt in die Modeboutiquen und kooft regional und fair produzierte Klamotten für die Masse der Breiten Bevölkerung, hergestellt "Made in Berlin".

  2. 1.

    Gut, dass die Shows bleiben. Vielleicht gelingt ja ähnliches wie mit der Berlinale - den Glanz der Shows mit Angeboten für die Breite der Bevölkerung zu verknüpfen. Es gibt sicher nicht wenige, die Interesse an fair und regional produzierter Mode Made in Berlin hätten, wenn es sie denn in größerer Zahl gibt und man wüsste wo.

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