Karstadt, Schlossstrasse, Steglitz, Berlin, Deutschland
Video: Abendschau | 29.06.20 | Tobias Schmutzler | Bild: dpa

Senat sucht nach Möglichkeiten - Gespräch mit Karstadt-Vermietern bringt keinen Durchbruch

Der Karstadt-Galeria-Kaufhof-Konzern will in Berlin knapp die Hälfte der Arbeitsplätze streichen. Nun versucht der Senat, mit den Vermietern Nachlässe auszuhandeln. Eine Videokonferenz am Montag brachte noch nichts Konkretes. Doch es geht weiter.

Der Kampf um Arbeitsplätze und Standorte des hoch defizitäteren Warenhaus-Konzerns Galeria Karstadt Kaufhof in Berlin geht weiter: Eine Videokonferenz von Vertretern des Berliner Senats und den Vermietern der betroffenen Standorte brachte am Montag kein konkretes Ergebnis.

Es seien Möglichkeiten ausgelotet worden, um Schließungen zu verhindern - "insbesondere dort, wo Galeria Karstadt Kaufhof eine Ankerfunktion für die jeweilige Geschäftsstraße beziehungsweise den Kiez hat", hieß es von Seiten des Senats. Es sei ein "sehr gutes, konstruktives" Gespräch gewesen, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) in der rbb-"Abendschau". Auch die Vermieter sollten ein Interesse daran haben, dass es weitergehe.

Weitere Gespräche noch in dieser Woche geplant

Nebn Müller hatte die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) an dem Gespräch teilgenommen. "Ein gutes Zeichen ist, dass die Eigentümer für die Häuser, beziehungsweise Filialen eine positive Fortführungsperspektive sehen", teilte Pop nach dem Gespräch am Montag mit.

Die Leitung des zur österreichischen Signa-Holding gehörende Unternehmen will allein in Berlin sechs Karstadt-Kaufhof-Standorte schließen sowie eine Karstadt-Sports-Filiale. Grund seien die finanziellen Folgen der Corona-Krise, argumentiert die Unternehmensführung. Der Konzern steckte allerdings auch schon vor der Pandemie in massiven finanziellen Schwierigkeiten. Noch liegen die Mieten der Karstadt-Häuser nach Angaben der Gewerkschaft ver.di nicht wie üblich bei fünf bis sechs Prozent des Umsatzes – sondern deutlich darüber. Und das belastet die Häuser stark.

"Die Probleme der Kaufhäuser sind leider nicht nur durch Corona bedingt", teilte Ramona Pop mit. Es müssten neue, attraktive "Zukunftskonzepte für die Kaufhäuser entwickelt werden". Die Arbeitsplätze von 1.000 der insgesamt 2.100 Beschäftigten in Berlin stehen Gewerkschaftsangaben zufolge auf dem Spiel. Noch in dieser Woche soll es weitere Gespräche geben.

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6 Kommentare

  1. 6.

    Hallo,
    man sollte die Immobilien enteignen und verstaatlichen. Dadurch könnten die Mieten auf ein notwendiges und erträgliches Maß gesenkt werden. Dadurch hätte nicht nur Karstadt-Kaufhof eine Überlebenschance, sondern auch viele Kneipen, Clubs, Theater und Geschäfte...

  2. 3.

    Wird er Datenschutz zwischen Mieter und Vermieter von den Vertretern des Senats beachtet? Gibt es eine "Verhandlungsvollmacht"?

  3. 2.

    Noch in dieser Woche soll es weitere Gespräche geben.??

    Am 01.07. endet das Schutzschirmverfahren von Galeria und damit doch auch das Sonderkündigungsrecht bei Gewerbemietverträgen.
    Wenn weitere Gespräche folgen sollen, würde es demzufolge bedeuten das bei allen Häusern in Berlin die geschlossen werden sollen die Mietverträge sowieso demnächst auslaufen werden?
    Was ist wenn man sich nicht über die Miethöhe nach Ablauf des Schutzschirmverfahrens einigt ?
    Steckt Kaufhof Karstadt dann nicht weiter in den langfristigen teuren Mietverträgen fest?

    Oder gibt es auch bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung irgendwelche Mittel und Wege die nur ein Anwalt kennt?
    Ansonsten wäre es mehr als unfair den betroffenen Mitarbeitern Hoffnungen zu machen, die aus Fristgründen nicht einzuhalten sind.

    Es klingt in dem Artikel fast so, als hätte man alle Zeit der Welt.

  4. 1.

    Neue, attraktive Zukunfskonzepte entwickeln ? - Ist das vielleicht das Problem ? - Das ständige Entfernen von den Bedürfnissen des Kunden ? Mehr freier Raum zwischen den Regalen und fortwährende Sortimentsverschlankung und modischer Einheitsbrei, machen die Lagerhaltung und den Einkauf wirtschaftlich. - Aber der Kunde, kauft da wo er seine Ware findet. (Und das ist auch immer seltener im Internet.) - Wenn ich dem Kunden Montag bis Samstag nichts zu bieten habe, brauche ich auch am Sonntag nicht aufschließen.

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