Sternfahrt in Berlin - Reisebusbranche demonstriert erneut für Corona-Hilfen

Demonstration von Reisebussen in Berlin-Treptow am 27.05.2020 (Bild: imago images/Bernd Friedel)
Video: Brandenburg Aktuell | 17.06.2020 | Anja Meyer | Bild: imago images/Bernd Friedel

Reisebus-Unternehmen wollen am Mittwoch erneut in Berlin demonstrieren, um auf ihre prekäre Lage in der Corona-Krise aufmerksam zu machen. Fast 1.000 Fahrzeuge aus ganz Deutschland erwarten die Initiatoren zu dem Protest. In einer Sternfahrt sollen die Konvois ab 10 Uhr zum Brandenburger Tor fahren, wo um 12 Uhr eine Kundgebung geplant ist. Zudem soll es eine Bus-Karawane auf der gesamten Straße des 17. Juni geben.

Mit dem Reiseverbot Mitte März sei den Unternehmen die Geschäftsgrundlage entzogen worden, erklärte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) am Montag.

Branche kritisiert Ungleichbehandlung

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung bringe den Busreiseveranstaltern keine Rettung. "Statt der notwendigen Soforthilfe in Höhe von mindestens 170 Millionen Euro für das fast drei Monate währende Komplettverbot aller Reisebusfahrten will man die Betroffenen mit Überbrückungshilfen abspeisen, die viel zu kurz und viel zu niedrig angesetzt wurden", kritisiert BDO-Präsident Karl Hülsmann. Hunderten Betrieben drohe das Aus, es gehe um fast 240.000 Arbeitsplätze, die direkt oder indirekt vom Bustourismus abhingen.

Die Branche kritisiert zudem, sie werde gegenüber anderen Verkehrsmitteln benachteiligt. "Während Bahn und Flieger ihre Beförderungskapazitäten voll auslasten dürfen, werden die Betreiber von Reisebussen immer noch mit kleinlichen Abstandsregeln gegängelt", klagt der Vorsitzende der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk), Hermann Meyering. Zudem gebe es für Deutsche Bahn [tagesschau.de] und Lufthansa [tagesschau.de] milliardenschwere Hilfsprogramme.

Bereits Ende Mai hatte die Reisebusbranche eine Protestfahrt durch Berlin veranstaltet. Mehrere hundert Busse waren daran beteiligt.

Sendung: Inforadio, 15.06.2020, 22 Uhr

27 Kommentare

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  1. 27.

    Man kann auch die Bahn benutzen, viele Argumente sind der Busunternehmen sind null und nichtig.

  2. 26.

    Wahnsinnig witzig...wir stehen vor den Scherben unserer Existenz und hier meint einer Scherze machen zu müssen

  3. 25.

    Weiss heißt ihr irgendwas zu sagen hat? Hä? Hier geht es ums nackte Überleben von Betrieben, die Menschen beschäftigen,die arbeiten WOLLEN...verdammt nochmal...

  4. 24.

    Lasst blos hoffen das die Kreuzfahrtbranche nicht auch noch ne Demo machen will.

  5. 23.

    ....und Sie fahren Rad, essen vegan und gehen barfuß durch die Welt. Man wünscht niemanden etwas schlechtes. Ich wünsche manchen Menschen nur, dass sie sich mal selbst begegnen. Gern würde ich von Ihnen hören, wenn Sie "z.B. Busunternehmer" geworden wären.....

  6. 22.

    Wenn jeder Busunternehmer in seinem kleinen Dörfchen oder kleinen Stadt alleine auf die Straße "gehen" würde wird es was bringen? Und ja, dafür muss man dann Geld für Sprit in die Hand nehmen. Schön, dass Sie nicht in solch einer Situation sind. Mit Sicherheit sind/waren/ oder werden Sie nie selbständig.

  7. 21.

    Ich finde es beschämend, dass nicht die Ursache für die Proteste, sondern die Proteste selbst Sie wütend machen und von Ihnen als albern empfunden werden.
    Es gibt Menschen, die auf der Straße ihr Geld verdienen müssen? Könnten dazu evtl. auch die demonstrierenden Busfahrer gehören, deren Existenzen gerade bedroht sind?
    Natürlich kann man für Demonstrationen auch einen anderen Ort wählen, als unsere Hauptstadt, in der die Politiker wirken und den Protest zur Kenntnis nehmen. Wenn man den richtigen Ort irgendwo in der Provinz findet, schafft man es vielleicht sogar, dass sich nicht nur niemand auf den Schlips getreten fühlt, sondern dass niemand die "lästigen" Proteste überhaupt bemerkt.
    Warum so etwas genehmigt wird? Weil wir in Deutschland diese leidige Kleinigkeit namens "Grundgesetz" haben, das jedem Bürger - übrigens auch Ihnen - die Möglichkeit bietet, für seine Belange zu demonstrieren. Dass wir (auch ich)dadurch in unserer Stadt öfter mal im Stau stehen, ist dafür hinzunehmen

  8. 20.

    Wir als familienbetrieb haben nicht expandieren können. Es ist auf Schlag ein Einbruch von 100%, Umsatz 0 €, alles zurückgebucht, zurückgearbeitet, Kosten & Finanzierungen laufen weiter (wissen Sie überhaupt, dass ein Reisebus ca. 340.000 € Netto kostet?). Meckern - lächerlich. Nehmen wir Ihnen doch mal auf Schlag Ihr Gehalt weg und packen noch monatlich 20000-100000 Schulden durch laufende Kosten oben drauf. Ach ja, Sie hätten ja kluge Ideen^^. Was würden Sie denn kluges machen, wenn Sie mit Reisebussen 3 Monate nicht zu touristischen Zwecken auf die Straße durften?

  9. 19.

    Schon mal was von Grundgesetz und Grundrecht der freien Meinungsäußerung gehört? Muss nicht immer allen gefallen...

    Aber ein paar Hundertausend Arbeitsplätze sind schon wichtig für alle...

  10. 18.

    Sind Fahrten in den Urlaub unnötig? Kann man natürlich so sehen -- viele Menschen wollen trotzdem nicht darauf verzichten. Wenn sie diese künftig mit dem PKW statt mit dem Bus unternehmen, verursacht das pro gereistem Kilometer das 5-fache an CO2. Im Flugzeug sogar fast das 8-fache -- und da sind zusätzlich die Distanzen auch noch um ein Vielfaches höher.

    Ich verstehe, das ein einzelner Bus vor der eigenen Nase nicht 'grün' wirkt. Aber wer zwei Schritte weiter denkt und die Gesamtbilanz des Tourismus im Blick hat, kann nicht ernsthaft darauf hoffen, das der Bustourismus untergeht.

  11. 17.

    Richtig - gäbe es die Regularien der Natur bezogen auf unsere Menschheit, gäbe es die aktuellen Probleme nicht. Und da schließe ich mich mit ein und stelle Dinge in Frage.

  12. 15.

    Wenn ich auf die Zahlen schaue, wie Sie vorschlugen, sehe ich immer eine Umweltbelastung und die Verteilung oder Umleguing der Zahlen auf Passagierzahlen ist nichts anderes als Augenwischischerei, Schönfärberei usw. - also sind es Umweltverpester - vor allem bei solchen Aktionen wie der vergangenen Wochen und Morgen. Daran führt kein Weg vorbei.

  13. 14.

    Toll, hier spricht man inzwischen nahezu täglich von Umweltschutz und hier fahren wiederholt Busse durch die Stadt.
    Was soll das? Es gibt Menschen, die müssen auf der Straße ihr Geld verdienen, wichtige Krankenfahrten beispielsweise, Pakete ausliefern und wieder demonstriert irgendeiner auf Berlins Straßen.
    Sollen doch mal alle durch Dresden fahren oder durch Eisenhüttenstadt, dass muss doch nicht immer Berlin sein.
    Zudem hat das nichts mehr damit zu tun, auf sich aufmerksam zu machen, inzwischen wird es, nach dem die Traktoren durch sind und das erste mal die Busse, einfach nur noch albern und erzeugt Wut.
    Es kann doch nicht sein, dass jedes mal die halbe Stadt lahmgelegt wird, weil irgendwer was mitzuteilen hat. Warum wird sowas in diesem Umfang genehmigt?

  14. 13.

    Sie wollen Darwinismus? Ernsthaft? Seien Sie froh das es keinen echten Darwinismus in einer zivilisierten Gesellschaft gibt. Denn dann würden sich immer die gesunden und stärkeren Individuen durchsetzen. Schwache, Alte, Behinderte, etc. gäbe es dann nicht, denn sie würden dem von Ihnen geforderten Darwinismus zum Opfer fallen.

    Davon ab dürfen Sie mal nicht vergessen das an diesen Unternehmen Tausende von Arbeitsplätzen hängen. Sie produzieren mit Ihrer Forderung also lediglich mehr Empfänger von steuerfinanzierten Transfenleistungen, wobei Sie im gleichen Atemzug Unternehmen vernichten, die Steuern bezahlen und Mitarbeiter haben, die ebenfalls Steuern entrichten. Versuchen Sie einfach mal zwei, drei Schritte weiter zu denken.

  15. 12.

    Man könnte auch kreativ werden und andere Geschäftsfelder suchen, anstatt immer nur zu jammern. Andere Branchen haben es bewiesen, das sowas funktioniert.

  16. 11.

    Würden die auf die Straße "gehen", wie Sie schreiben - alles okay - aber mit ihren blöden Zur-Zeit-Sinnlos-Dosen die Luft zu verpesten ist unnötig. Wenn die schon meinen, kein Geld zu haben - woher nehmen sie dann das Geld für den Sprit?

  17. 10.

    Das Stichwort lautet "gehen". Ich habe für Demos, die die Umnwelt mit Autos verschmutzen, keinerlei Verständnis.

  18. 9.

    Hallo Moin,
    Busse als Umweltverpester? Das Gegenteil ist der Fall (auch wenn das leider viel zu wenige wissen). Laut Umweltbundesamt liegen Fern- und Reisebusse bei 29-31 g CO2 pro Personenkilometer. Selbst die Bahn schafft das nicht -- die liegt im Fernverkehr bei 32 g CO2 pro Personenkilometer:
    https://www.umweltbundesamt.de/bild/vergleich-der-durchschnittlichen-emissionen-0

    Gerade bei so wichtigen Dingen wie dem Klimaschutz sollten wir uns nicht von Stereotypen und Bauchgefühl leiten lassen, sondern auf die Zahlen schauen.

  19. 8.

    Das Stichwort lautet "gehen". Ich habe für Demos, die die Umnwelt mit Autos verschmutzen, keinerlei Verständnis.

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