Die Berliner Museumsinsel glich wegen Corona lange Zeit einer Geisterstadt (Quelle: dpa/Roman Kasperski).
Audio: JOURNAL | 01.07.2020 | Thomas Weber | Bild: dpa/Roman Kasperski

Stabile Entwicklung in Brandenburg - Zahl der Arbeitslosen in Berlin durch Corona weiter gestiegen

Die Corona-Pandemie belastet weiterhin den Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg. In Berlin nahm die Zahl der Arbeitslosen im Juni weiter zu, in Brandenburg nur wenig ab. Zudem befinden sich noch immer zehntausende Arbeitnehmer in Kurzarbeit.

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch im Juni negativ auf den Arbeitsmarkt aus. In Berlin stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 209.360, das waren 8.719 mehr als im Mai und 56.745 mehr als im Juni des vergangenen Jahres, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Die Arbeitslosenquote wuchs verglichen mit Mai um 0,5 Punkte auf 10,5 Prozent. Sie liegt damit 2,7 Punkte über dem Vorjahreswert und ist weiterhin zweistellig.

In Brandenburg blieben die Zahlen im Vergleich zum Mai in etwa stabil. In den Arbeitsagenturen und Jobcentern waren im Juni 86.226 Arbeitslose gemeldet und damit 754 weniger als noch im Vormonat. Allerdings lag die Zahl um 11.870 höher als im Juni des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 6,5 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres. Verglichen mit dem Juni 2019 stieg sie um 0,9 Prozentpunkte. Besonders betroffen sind der Dienstleistungssektor, sowie der Handel und das verarbeitende Gewerbe.

Kurzarbeitergeld könnte steigen

In beiden Bundesländern haben coronabedingt weiterhin zehntausende Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. Im Juni kamen 1.100 Neumeldungen in Berlin und 490 in Brandenburg dazu. Ohne die Kurzarbeit dürfte die Situation allerdings deutlich schlechter aussehen, sagte Bernd Becking, Leiter der Regionaldirektion. "Mit den einsetzenden Lockerungen der Corona-bedingten Einschränkungen gibt es zwar erste günstigere Entwicklungen wie in Brandenburg", so Becking weiter. "Die Arbeitslosigkeit liegt jedoch in beiden Ländern deutlich höher als im Juni 2019."

Berlins Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach (Linke), erklärte, der Berliner Arbeitsmarkt sei von der Corona-Krise hart getroffen. Insbesondere in den Bereichen Tourismus, Gastronomie, Veranstaltungen und Messen, die für die Stadt ein zentraler Wirtschaftsfaktor seien, werde das deutlich. "Noch sei nicht bis ins Detail abzusehen, welche mittel- und langfristigen Folgen die vergangenen Wochen und Monate für den Arbeitsmarkt haben werden. Es muss jedoch alles getan werden, um Arbeitsplätze zu erhalten", so die Politikerin. Probleme gebe es vor allem auch im Ausbildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt für Geflüchtete und Menschen ohne Berufsausbildung. "Auf diese Menschen müssen wir unser Augenmerk besonders richten und ihnen Hilfe anbieten."

Breitenbach kündigte außerdem an, dass Berlin gemeinsam mit Bremen am Freitag im Bundesrat über einen gemeinsamen Entschließungsantrag abstimmen lassen will, nach dem das Kurzarbeitergeld während der Coronakrise auf 80 Prozent des Nettoeinkommens steigen und damit für untere und mittlere Einkommen noch höher ausfallen soll. "Nur in dieser Höhe kann es für die Betroffenen zu einem wirklichen Rettungsschirm werden", so Breitenbach.

Anstieg auch im Mai

Im Mai war die Zahl der Arbeitslosen erneut deutlich gestiegen. In Berlin lag sie im vergangenen Monat bei 200.641 Männern und Frauen und damit um mehr als 47.200 höher im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Arbeitslosenquote in der Hauptstadt stieg verglichen mit dem April um 0,7 Punkte auf 10 Prozent. In Brandenburg ging sie um 0,3 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent nach oben.

Bundesweit hellte sich die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt zuletzt wieder etwas auf: Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat sich im Juni im Vergleich zum Mai um 0,8 Punkte auf 94,6 Punkte verbessert, hieß es am Montag vom Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.07.2020, 10 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Hauptsache es liegt nicht an der rot rot grünen Politik, Genau wie die horrenden Schulden.. alles Corona!
    Wenn es ab Herbst eine Impfung dagegen gibt, na dann hat der Sozialismus-Senat aber die A Karte.

    Dann is Berlin verschuldet und man wählt wieder CDU. Die muss sparen um die roten Schulden zu bezahlen und darum wird sie wieder abgewählt. Dann kommen die sozis wieder une geben alles aus. Danach solls die CDU wieder richten, bis der Wähler keinen Bock mehr auf sparen hat... usw
    Wir vergriechen immer mehr.

  2. 2.

    Und was hat das Bild von der James-Simon-Galerie mit dem Artikel zu tun? Etwas sehr beliegig irgendwas zum illustrieren eingefügt

  3. 1.

    Na das wird noch mehr...warten wir auf die 2 Welle

    Der Arbeitslosenwelle

    Spätestens wenn es kein Kurzarbeitergeld mehr gibt

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