ARCHIV - 18.04.2016, Brandenburg, Potsdam: Bauarbeiter werken an Eigenheimen in einer entstehenden Siedlung. (Quelle: dpa/Hirschberger)
Video: Brandenburg aktuell | 28.07.2020 | Andreas B. Hewel | Bild: dpa/Hirschberger

Kleiner und teurer - Grundstücksverkäufe in Brandenburg auf Rekordhöhe

Das eigene Häuschen mit Garten scheint in Brandenburg immer beliebter zu werden. Besonders rund um Berlin wird es teilweise schon eng und ziemlich teuer. Selbst wer in die "zweite Reihe" will, muss mittlerweile viel Geld mitbringen.

Grundstücke in Brandenburg waren vergangenes Jahr heiß begehrt. Die Umsatzerlöse aus Grundstücksverkäufen haben mit 7,05 Milliarden Euro einen Rekordwert erreicht. Vergleichbare Summen seien zuletzt 1996 umgesetzt worden, sagte Innenstaatssekretär Klaus Kandt am Dienstag bei der Vorlage des Grundstücksmarktberichtes 2019. Allerdings ging die Zahl der Kaufverträge den Angaben zufolge im Jahresvergleich zurück, ebenso die Größe der Flächen. Rund 33.000 Hektar wurden veräußert - etwa sieben Prozent weniger als im Vorjahr; 34.252 Kaufverträge wurden unterschrieben, nach 34.643 im Jahr 2018.

"Das sind deutliche Hinweise für steigende Preise. Diese Entwicklung müssen wir überall feststellen. Die Preise sind im vergangenen Jahr nicht nur für Wohnbauland und Eigenheime gestiegen, sondern auch wieder für land- und forstwirtschaftliche Flächen", sagte Kandt. Dabei ließen sich teilweise erhebliche Unterschiede innerhalb Brandenburgs feststellen.

Gefragt sind auch Immobilien in zweiter Reihe

Immer stärker seien auch Immobilien in der sogenannte zweiten Reihe gefragt, weil es weniger Angebote im Berliner Umland gebe, sagte Jürgen Kuse, Vorsitzender des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte. Davon profitierten Städte und Gemeinden mit guter Anbindung an den Regionalverkehr. Alternativen seien etwa Brandenburg an der Havel oder Eberswalde (Barnim).

Der Durchschnittspreis lag bei 110 Euro pro Quadratmeter. Spitzenreiter bleibt die Gemeinde Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) mit 737 Euro je Quadratmeter Bauland für ein Einfamilienhaus (2018: 680 Euro). An zweiter Stelle stand Glienicke/Nordbahn (Oberhavel) im Norden Berlins mit 446 Euro (2018: 375 Euro) und Potsdam mit 387 Euro (2018: 376 Euro).

Preise in dörflichen Lagen weit darunter aber trotzdem teuer

In dörflichen Lagen werden dagegen teilweise nur weniger als zehn Euro je Quadratmeter aufgerufen. Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten mit 835.000 Euro durchschnittlich am meisten in Kleinmachnow (2018: 700.000 Euro); in Glienicke/Nordbahn waren es 592.500 Euro (2018: 377.000 Euro) und in Potsdam 579.000 Euro (2018: 427.000 Euro). Im Landesdurchschnitt wechselten freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser für 245.000 Euro (2018: 200.000 Euro) den Besitzer.

Der Grundstücksmarktbericht zeige, dass durch kluge Wohnungsbaupolitik ausreichend bezahlbaren Wohnraum in der Hauptstadtregion geschaffen werden müsse, sagte Nicole Walter-Mundt, infrastrukturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Brandenburger Landtag. Die Attraktivität für das Wohnen auch in den ländlichen Regionen müsse zudem mit einer leistungsstarken Verkehrsinfrastruktur und schneller Anbindung an die Hauptstadt gesteigert werden.

Preishöhungen um etwa fünf Prozent gab es auch bei Agrarland. Für einen Quadratmeter mussten 1,06 Euro gezahlt werden, nachdem der Preis im Jahr zuvor erstmals seit mehr als zehn Jahren leicht auf einen Euro gesunken war. Rund 5500 Kaufverträge wurden in diesem Bereich wie etwa 2018 unterzeichnet. Die Fläche ging um vier Prozent auf rund 26 500 Hektar zurück, der Erlös sank auf 2,5 Milliarden Euro.

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Antwort auf [oculix] vom 28.07.2020 um 20:35
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11 Kommentare

  1. 11.

    Quatsch. Zum einen sind das eben ganz normale Entwicklungen. Zum anderen steigen die Baukosten. Lassen Sie mich raten? Bisherige Grundstückseigentümer enteignen und dann staatliche Hausbauten?

  2. 10.

    Quatsch, Spekulanten! Die (Alt-)Eigentümer der Grundstücke (Datschenbesitzer, etc.) machen Kasse. Alle verkaufen immer zum Höchstpreis, keiner verschenkt auch nur einen einzigen Cent. ... das ist der Markt!

  3. 9.

    Muss nicht eng werden in Brandenburg, auch der Stau ist nicht notwendig: Statt dass die Bahn Steuergelder in Milliardenhöhe in ihrer Tochterfirma und Digitalfirma systel verschwinden lässt (s. Bericht Panorama ARD) sollte das Geld endlich in den ÖPNV gesteckt werden. Überall wo man schnell mit der Bahn hinkommt, siedeln sich auch Menschen an, auch in der Prignitz. Alle Brandenburger können etwas dafür tun: Die Volksinitiative des VCD für den Ausbau des Bahn- und Busverkehrs unterschreiben. Unterstützt von BUND, ADFC,FFF usw. Einfach Unterschriftenliste VCD googlen, beidseitig ausdrucken, Unterschriften sammeln und an den VCD senden....
    Den Berlinern kann man Brandenburg wirklich empfehlen, ist schön hier.

  4. 8.

    Wer möchte sein Kind schon in Berlin in die Schule schicken? Da wird ja schon das Deutsch lernen schwer... Wer eben irgendwie kann sieht zu das er abhaut aus dieser Stadt. Und wie schon geschrieben, dann stell ich mich eben morgens 2h an im Stau und blase ordentlich Diesel in die Luft, aber was solls, ist eben so und im Auto kann man auch gut andere Sachen machen wenn es stockt... Und wenn der Wagen noch alleine fährt sowieso...

  5. 7.

    Bitte nicht Äpfel mit Bienen vergleichen! Die Preise für Bauland in Brandenburg steigen nicht, weil bezahlbare Wohnungen fehlen oder böse Spekulanten ihr Unwesen treiben, sondern einzig und allein weil sich viele Menschen ihren Traum vom Eigenheim erfüllen wollen und das um jeden Preis. Befeuert vom Niedrigzins sind 100-110% Finanzierungen mittlerweile die Regel und fast jeder bekommt Kredit. Da die Eigenheimbauherrn ausverzweiflung jeden Preis zahlen fürs Land egal ob werthaltig oder nicht und selbst Oma nur noch im Bieterverfahren verkauft, explodieren die Preise! Schuld allein ist die EZB und unser Wohlstand.

  6. 6.

    Ihre Platte hat einen Sprung. Bei dem gezeigten Bild wird es doch klar. Die Nachfrage aus Berlin, bedingt durch Stadtflucht dauert an. Wenn die Kinder schulpflichtig werden, sehen viele Eltern aus Berlin zu, daß sie aus dem Berliner Millieu herauskommen, wenn sie nicht gerade in Frohnau oder am Müggelsee wohnen. Da nimmt man schonmal Schachtelhäuschen mit drei Meter Abstand und endlose Staus im Berufsverkehr Richtung Berlin in Kauf.

  7. 5.

    Es gibt immer noch ziemlich viele Brachen und alte Industriegebäude, die nicht mehr in Betrieb sind. Ziemlich viele Flachbauten, die überbaut werden können. Und ziemlich viel Baulandreserven in Form von Kleingärten, die man zu 50% bebauen und zu 50% in öffentliche Parks umwandeln könnte, damit alle was davon haben. Außerdem gibt es einige Häuser, die man noch aufstocken könnte. Also wenn der Senat wirklich wollen würde, dann ginge da meiner Meinung noch einiges.

  8. 4.

    " dass durch kluge Wohnungsbaupolitik ausreichend bezahlbaren Wohnraum in der Hauptstadtregion geschaffen werden müsse "
    dem ist wohl kaum zu widersprechen, aber gibt es denn überhaupt noch ausreichend bebaubare Flächen in Berlin ?

  9. 3.

    " und der Gesetzgeber schaut zu? "

    ist inzwischen wohl üblich und Standard

  10. 2.

    " dass durch kluge Wohnungsbaupolitik ausreichend bezahlbaren Wohnraum in der Hauptstadtregion geschaffen werden müsse "
    dem ist wohl kaum zu widersprechen, aber gibt es denn überhaupt noch ausreichend bebaubare Flächen in Berlin ?

  11. 1.

    Der Schwarm von Spekulanten geht auf die Region los und der Gesetzgeber schaut zu? Jedenfalls in Brandenburg wird Nichts gegen die Abzocke unternommen.

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