Ein leeres Zimmer im Charité-Bettenhaus
Bild: Video: Abendschau | 06.07.2020 | Max Kell

Leere Zimmer durch Pandemie-Reserve - Charité fährt in Coronakrise Millionenverlust ein

Die Berliner Charité hat in der Corona-Krise einen Millionenverlust eingefahren. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage der CDU im Abgeordnetenhaus hervor. Zuerst hatte der "Tagesspiegel" berichtet.

"Wir haben Anfang März die Anordnung bekommen, alle planbaren Eingriffe sofort einzustellen", sagte Marc Schreiner von der Berliner Krankenhausgesellschaft. Dadurch seien nicht nur der Charité, sondern auch den anderen Berliner Krankenhäuser Einnahmen weggebrochen.

75 Millionen Euro Verlust

Demnach wurden im April 2019 noch 12.644 Patienten stationär behandelt. Im April 2020 waren es nur noch 7.809, ein Minus von 38,2 Prozent. Im Mai lag das Minus im Vergleich zum Vorhjahr bei 27,9 Prozent. Insgesamt meldete die Charite 50.268 Belegungstage weniger als im Vorjahr. Dadurch entgingen ihr allein zwischen Mitte März und Ende Mai, der Lockdown-Phase, 44,3 Millionen Euro an Einnahmen.

Dazu kommen 30 Millionen für Corona-Umbauten, neue Geräte und Schutzmaterial. Insgesamt beläuft sich das Minus auf fast 75 Millionen Euro.

"Die Krankenhäuser werden mit den Finanzen alleingelassen", kritisierte der Gesundheitsexperte der Linken, Wolfgang Albers. Die über den Rettungsschirm bereitgestellten Mittel würden die Kosten nicht ausreichend decken. Albers fordert deswegen eine noch schnellere Rückkehr zur Normalität in den Berliner Kliniken.

Die Charite ist da nach eigenen Angaben schon fast wieder angekommen: 90 Prozent des Regelbetriebs konnte inzwischen wieder aufgenommen werden.

Sendung: Abendschau, 06.07.2020, 19:30 Uhr

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