Angestellte von Karstadt-Sports demonstrieren vor der Filiale in Charlottenburg gegen geplante Schließungen. (Quelle. dpa/Fabian Sommer)
Video: Abendschau | 30.07.2020 | Tom Garus | Bild: dpa/Fabian Sommer

Verhandlungen laufen - Karstadt-Mitarbeiter protestieren für Joberhalt in Berlin

Mehrere hundert Beschäftigte haben in Berlin erneut gegen geplante Standortschließungen beim Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof protestiert. Bei der Aktion am Donnerstag ging es vor allem um die dabei ebenfalls bedrohten Karstadt-Sports-Filialen in Berlin und im ganzen Land, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Die Teilnehmer kamen vor der Berliner Zentrale der Eigentümerholding Signa zusammen, die dem österreichischen Investor René Benko gehört.

"Es ist doch klar, dass diese Sanierung zulasten der Beschäftigten geht, die jetzt die Zeche für eine misslungene Unternehmenspolitik und für die anstehende Sanierung zahlen sollen. Das ist nicht in Ordnung", teilte Verdi-Landesbezirksleiter Frank Wolf mit.

Müller: Verhandlungen über Filialrettungen laufen weiter

Die Karstadt-Kaufhäuser in Berlin-Lichtenberg und in Potsdam sollen nach Zugeständnissen des Vermieters bestehen bleiben. Für alle weiteren Standorte laufen die Gespräche weiter. Entwarnung gibt es aber nicht. Der Senat sei in guten Gesprächen, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) im rbb. Es gebe aber noch keine unterzeichnete Einigung, so der Rathaus-Chef. Alle Akteuren müssten mitziehen - nicht nur die Eigentümer der Immobilien, in denen die Warenhäuser untergebracht sind, sondern auch der Karstadt-Kaufhof-Konzern.

Müller betonte, dass das Land Berlin bereit sei, den Konzern zu unterstützen. Es werde nicht gelingen jedes einzelne Haus zu retten, der Senat werden aber um jeden Standort und die Arbeitsplätze kämpfen.

Der Warenhauskonzern war durch die coronabedingte Schließung aller Filialen in der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Mitte Juni kündigte das Unternehmen im Rahmen seiner Sanierungspläne die Schließung von 62 der 172 Warenhäuser an. Inzwischen ist die Zahl bundesweit auf 50 gesunken.

Sendung: Abendschau, 30.07.2020, 19:30 Uhr

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12 Kommentare

  1. 12.

    Früher hat man gern bei Karstadt gekauft, dann wurde der Service schleichend schlechter. Jetzt ist es miserabel. Vor ein paar Tagen am Kudamm: Lange Kassenschlange von 17 Personen, 1 Kassierer, keine Beratung - deshalb fragte jede 2. Kundin den Kassierer, der sich um Beratung bemühte, was die Wartdauer verlängert. Als ich nach 15 Min. genervt zu der Dame hinter mir sagte: so ohne Service kann das mit Karstadt nichts mehr werden, wusste ich nicht, dass ich an eine Mitarbeiterin geraten war. Da habe ich ein Referat bekommen über " jetzt sei schließlich Urlaubszeit, und die Schlange sei nur wegen der Abstände so lang, und das sei Karstadt und keine Serviceagentur....". Genau, dann kann es ja beruhigt weg und was Schönes kommt hin. Dann wollte ich doch einen Kaffee im Restaurant trinken, fand schmutzige Tabletts, jede 2. Tasse unsauber, an den Servierwagen Essensreste und fettige dreckige Haarbüschel an den Rollen. Sehr eklig. Kann alles komplett weg - macht nur einen schlechten Eindruck

  2. 11.

    sehe ich ein wenig anders. Würden Sie freiwillig eine Miete die deutlich über den Mietspiegel liegt bezahlen? Ich glaube kaum.
    Am Ende sitzen sie auf der Straße, wie jetzt die Mitarbeiter in den Filialen, die dann nicht mehr wissen wie sie ihre Miete bezahlen sollen. Machen sie sich mal Gedanken darüber was passiert wenn der stationäre Handel auf Grund einer 2. Welle total zusammen bricht, davor hat der Handel heute gewarnt. Ich will meine Bekleidung sehen, anfassen, anprobieren und dann, wenn es mir gefällt kaufen. Ich will das Geschäft nicht Amazon und Co, wo ich eventuell ständig etwas bei der Post abholen oder zurück bringen muss überlassen.( Gruß an die Umwelt)
    Wenn wir so eine starke Nachfrage nach Büroflächen haben, dann fahren Sie mal durch Berlin, überall stehen ehemalige Geschäfte und Büros leer. Da kann man sicherlich etwas finden.
    Ich will Ihnen nichts unterstellen, aber wahrscheinlich sitzen Sie auf der sicheren Seite und die aktuelle Lage trifft Sie nicht.

  3. 10.

    #Andre, wenn sich jemand findet der den Mietpreis zahlt, dann ist dieser Mietpreis marktgerecht. Es liegt nicht am "Markt" wenn der Mieter seine vertraglich vereinbarte Miete nicht mehr bezahlen kann.
    Oder anderes Beispiel: ich könnte eine Immobilie zum Preis X anbieten. Findet sich ein Käufer ist das Marktgerecht. Findet sich kein Käufer muss ich ggf. mit dem Preis runtergehen. Das kann soweit gehen, dass die Immobilie auch nicht für 0€ über den Tisch geht. Dann gibt es keinen Markt (z.B.Immobilien Blase USA). In Berlin haben wir z.Zt. einen Anbietermarkt d.h. Nachfrage höher als das Angebot. Dementsprechend bestimmen die Anbieter die Preise und damit den Markt.
    Mietpreisbremse oder -deckel sind nur staatliche Maßnahmen oder Versuche den Markt zu regulieren.

  4. 9.

    Ach so sehen die Verkäufer aus.., habe bei Karstadt schon lange keinen mehr gesehen. Zu Demo- und Pausenzeiten sind sie in voller Stärke vertreten, mit viel Energie. Jetzt ist auch hier die freie Marktwirtschaft angekommen, gut so..

  5. 6.

    Die Zielsetzung und der Geschäftszweck eines Immobilieneigentümers ist nicht die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen im Handel.
    Da helfen die Proteste der Gewerkschaften auch nichts.

  6. 5.

    Na dann schauen Sie sich mal den enormen Rückgang an Arbeitsplätzen in der Textilindustrie, der Pharmaindustrie oder bei den Automobilzulieferbetrieben oder in der Elektronikherstellung an.
    Da werden Sie mit ein wenig kluger Recherche hunderte Firmennamen finden die es in Deutschland inzwischen nicht mehr gibt.
    Ihre Aufzählung von "Krankenhäusern, Kitas oder der Müllabfuhr oder der Arbeitsagentur" ist absurd.

  7. 4.

    Bundesweit würden sich alle Häuser rechnen wenn durch die Vermieter marktübliche Mieten verlangt würden. Im allgemeinen werden ca. 6% vom Umsatz an Miete verlangt, Karstadt zahlt bis zu 18%. Es geht den Eigentümern der Imoblien nicht um den Erhalt der Arbeitsplätze, sondern nur um die Häuser um daraus das best mögliche Kapital zu schlagen. Welches Interesse hat ein Imobilienbesitzer eine Karstadt Sport Filiale am Bahnhof Zoo zu schließen? Das Haus steht unter Denkmalschutz. Ich glaube kaum das ein anderes Unternehmen zu diesen Mietkonditionen dort einzieht. Also was wird der Plan sein, umbauen, Büros machen und noch teurer zu vermieten als jetzt. Ein gutes Beispiel ist das ehemalige Ku’damm Eck, als Hotel durch die Sigma Gruppe gekauft, kurz danach geschlossen. Aktuell wird es zu ein durch ausländische Billigarbeiter zu einem Bürogebäude umgebaut. Dies soll nicht ausländerfeindlich rüberkommen, aber wer vernichtet hier Arbeitsplätze? Hotel 100 Angestellte, Büros 1 Hausmeister

  8. 2.

    welche denn? Krankenhäuser? Kitas? Arbeitsagenturen? Flughäfen? Banken? Müllabfuhr? Busse und Bahnen? Alle im Ausland, wie? Bitte nächstes mal Fakten und keine hohlen Phrasen.

  9. 1.

    Ein Unternehmensstandort der sich betriebswirtschaftlich nicht rechnet, ist wohl kaum "Mit Trommeln und Trillerpfeifen" zu retten. Und Verdi "fordert" mal wieder irgendetwas... Die haben mit ihrer geschäftsschädigenden linken Streikpolitik schon so manches Unternehmen aus Deutschland vertrieben und im Endeffekt viele Arbeitsplätze vernichtet.

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