LKWs während der LKW-Demo am Ernst-Reuter-Platz, Berlin (Bild: rbb/Donschen)
Bild: rbb/Donschen

Korso durch Berlin - Lastwagenfahrer demonstrieren gegen Dumpingpreise

Mit langen Lkw-Kolonnen haben Transportunternehmer am Freitag in Berlin gegen Dumpinglöhne und unfaire Frachtpreise protestiert. Mehr als 100 Lkw fuhren zum Brandenburger Tor, wo eine Abschlusskundgebung stattfand.

Eine Route begann an der Raststätte Avus im Berliner Westen, die zweite Route führte von der Raststätte Michendorf im Süden der Stadt über den Tempelhofer Damm und die Wilhelmstraße Richtung Brandenburger Tor. Auf beiden Routen kam es zu Staus.

Die Straße des 17. Juni war in Richtung Brandenburger Tor ab dem Großen Stern sowie in Richtung Großer Stern zwischen Brandenburger Tor und Yitzhak-Rabin-Straße gesperrt. Erst gegen 16.00 Uhr wurden die Straßen wieder für den restlichen Verkehr freigegeben.

Kritik an Frachtpreisen osteuropäischer Unternehmen

Branchenvertreter kritisieren vor allem Dumpingpreise osteuropäischer Fuhrunternehmer. Der Sprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr BGL, Dirk Engelhardt, plädierte im rbb-Inforadio für mehr Kontrollen. Osteuropäische Unternehmer operierten oft unerlaubt mit Niedrigpreisen im innerdeutschen Transport. Das sei für deutsche Firmen existenzbedrohend.

Engelhardt forderte eine Freigabe der Mautdaten um feststellen zu können, welche Fahrzeuge sich wie lange auf deutschem Boden aufhalten. Außerdem müssten die Kontrollen der Polizei und des Bundesamtes für Güterverkehr ausgeweitet werden.

Sendung: 88.8, 24.07.2020, 11:30 Uhr

34 Kommentare

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  1. 34.

    Es klingt nur scheinbar human, bleibend Unqualifizierten Arbeit zu sichern. Von einer bleibenden Unqualifiziertheit gehe ich nicht unbedingt aus. Es scheint die innere Logik solcher Geschäftsmodelle zu sein, dass sie irgendwann auf noch Ausgebufftere stoßen.

  2. 33.

    Es ist doch barer Unfug, zu behaupten, die Branche wäre selbst schuld! Entschuldigung, das ist von völliger Unkenntnis geprägt. Es ist ohne Frage eine Tätigkeit, die von im Vergleich zur IT-Branche gering qualifizierten Personen ausgeübt werden kann (auch wenn das trotzdem nicht jeder "Trottel" machen kann). Es gibt in Deutschland einen Mindestlohn, den grundsätzlich erst mal alle einzuhalten haben. Dies ist im Spreditionsgewerbe aber nun mal leicht umgehbar. Deshalb hat Deutschland Regeln erlassen, was ausländische Speditionen innerdeutsch dürfen, um den Wettbewerbsnachteil des Mindestlohns abzufedern. Wenn aber nicht kontrolliert wird oder für die Kontrollen die nötigen Daten fehlen, dann ist diese Schutzregelung nichts wert. Das wäre dann genau so, als würde Ihre Friseurin aus Polen kommen, zu dortigen Preisen hier arbeiten und damit den deutschen Mindestlohn zu Lasten der Konkurrenz unterlaufen.

  3. 32.

    Die äußerst mangelhafte Kontrolle ist leider eine sehr durchlaufende Konstante in nahezu allen Bereichen. Unter anderem auch bei Betriebsprüfungen, die durchschnittlich alle 10 Jahre zu erwarten stehen. Gesetze sind leicht beschlossen, wenn es am Vermögen zur Umsetzung fehlt und irgendwann hat in Berlin sogar mal ein kluger Geist vorgeschlagen, nur noch solche Gesetze zu verabschieden, bei denen auch das Vermögen zur Kontrolle und Umsetzung besteht.

    Am grundsätzlichen Problem ändert das nichts, was darin besteht, dass schon vorher, also vor 1989/90, nicht gerade mit vielversprechenden Löhnen und Arbeitsbedingungen aufgewartet wurde, weshalb ja erst danach noch Billigere in den Bereich eindringen konnten. Es sind mithin vergossene Krokodilstränen.

    Oder ist Ihnen ein Dumping in der Computerbranche seitens osteuropäischer und mittelosteuropäischer Staaten bekannt?

  4. 31.

    Die Löhne machen nur einen Teil der Kosten aus. Weitaus effektiver zur Steuerung wirkt die Höhe der Maut. Gleichzeitig müsste aber auch massiv in Bahntrassen investiert werden, sonst bringt das nichts. Hier blockieren aber sowohl der Staat wie auch Anwohner und Umweltschützer. Die Löhne ausländischer Fahrer darf Deutschland zudem gar nicht regulieren. Der Staat kann nur Regeln festlegen, unter denen ausländische Speditionen hierzulande ihre Leistung anbieten dürfen. Das hat er auch getan, kontrolliert das aber völlig unzureichend und bestraft Verstöße nicht hart genug. Das ist eine Einladung zum Regelbruch. Das Ergebnis sehen wir täglich auf den Autobahnen. Ganz zu schweigen von den unnötigen Todesopfern, die diese Verhältnisse bereits gekostet haben. Aber solange die LKW-Maut sprudelt, scheint das keinen Politiker wirklich zu stören.

  5. 30.

    Sie wissen überhaupt nicht, worum es hier geht, lassen aber ganz viel Oberlehrer heraushängen! Es gibt zum Schutz des innerdeutschen Speditionsgewerbes und damit der Sicherung bestimmter sozialer Standards für die Fahrer Vorschriften, die vom Staat nicht hinreichend kontrolliert werden, zum Beispiel auch dadurch, dass das BAG nicht die notwendigen Informationen erhält. Dadurch und nur dadurch kann Güterverkehr innerdeutsch von ausländischen Speditionen übernommen werden. Zum Schaden aller, der deutschen Spediteure, des Steuerzahlers, der Arbeitsplätze und sogar der ausländischen Fahrer selbst, die manchmal nicht mal mehr wissen, wie ihre Heimat aussieht. Also verschonen Sie uns bitte mit Ihren erdachten Weisheiten! Das Thema ist für alle zu ernst, um hier mit Unwissen zu argumentieren und anderen mit unbewiesenen Unterstellungen zu bewerfen.

  6. 29.

    Die Dumpinglöhne schaden dem Bahnverkehr extrem. Sie gehören sofort abgeschafft. Die Behörden müüssen sofort handeln. @9 Es geht nichtb darum, ob demonstreirt wird, sondern womit. @10 Es geht nicht darum, wie der Supermarkt beliefert wird. @2+3+4+7+11+12+13+14+17+18+19+22+23+24+27+28 stimme ich zu.

  7. 28.

    Ich glaube, die Hamsterer sind eher diejenigen, die fasziniert vor den sechs oder acht angebrachten Scheinwerfern auf dem Dach einer LKWs stehen, nicht aber diejenigen, die recht nüchtern die LKWs als zu groß für die Stadt und den immensen LKW-Verkehr als Ergebnis eines Preisdumpings sehen.

    Billig kommt uns allen teuer zu stehen. Gleich, wie herum man es dreht. Es ist ein negativer Kreislauf nach unten.

  8. 27.

    Der Unterschied zwischen Ihnen und den osteuropäischen "Mitwettbewerbern" erscheint mir graduell.

    Die Lautesten sind stets diejenigen, die eine Stufe vor demjenigen stehen, über das sie sich aufregen.
    Was fehlt, ist ein Gesamtkonzept, welches sowohl kleinere LKWs als Zubringer, als auch die Bahn als Hauptakteur über weite Strecken miteinander verbindet.

    Alles andere betrachte ich als ein Herummogeln und als gegenseitiges Fingerzeigen.

  9. 26.

    Interessanter Einwand . Habe noch keinen Supermarkt Kleidungsgeschäft etc, etc, etc mit Gleisanschluß gesehen
    Wenn Sie essen und trinken wollen Ihre Ware in Internet bestellen wollen dann müßen Sie damit klar kommen das LKW auf den Strassen sind . Und die Mitnahme des Arbeitsgerätes unterschtreicht die Wichtigkeit des Handelns .

  10. 25.

    Traurig, wie sich hier so einige Leute äußern. Haben Sie schon vergessen, was die LKW Fahrer geleistet haben, als ihr mit dem Hamstern von Nudeln und Toilettenpapier beschäftigt wart (jaja, selbstverständlich hat das keiner von den Kritikern getan, haben ja alle einen Heiligenschein).
    Also lasst die Leute auch mal demonstrieren!

  11. 24.

    ich finde diese Besserwisser immer herrlich. Ihnen ist schon bewusst das wir in der EU leben und Brüssel die Regeln bestimmt? Die Osteuropäischen Trucker fahren zur Zeit nur für ca. 0,70/km! Kommen ilegal leer nach DE und führen nationale Transporte durch. Kein Deutscher Trucker kann da mithalten bei unseren Vorschriften und Abgaben. Desweiteren erübrigt sich jeder Gedanke an Verlagerung auf die Bahn bei solchen Preisen. Zwingen geht nicht, ist laut EU Diskriminierung! Deswegen sind die unten aufgeführten Forderungen wichtig und die Maut muss extrem erhöht werden für Transit Verkehre wie es in AT und CH ist.

  12. 23.

    Die Arbeitsbedingungen im LKW-geprägten Speditionsgewerbe waren noch nie wirklich gut. Alles andere hieße, pardon, sich förmlich in die Tasche zu lügen. Durch die mittelosteuropäischen und osteuropäischen Konkurrenten ist nur alles noch schlechter geworden - graduell.

    Die Hochachtung für die Lenkleistung, gerade in engen, verwinkelten Straßen, darf das Manko des Gesamtsystems nicht verdecken. Es ist absurd. Tut mir leid.

    Güter für weite Strecken gehören auf die Bahn, die Feinverteilung sollten kleinere LKW übernehmen. In dieser Hinsicht sollten (bisherige) LKW-Speditionen mit der Bahn zusammenarbeiten und an entsprechenden Umschlagzentren arbeiten. Nur so wird ein Schuh draus.

  13. 22.

    Vor einigen Jahren ist einmal ein Prokurist einer Spedition verhaftet worden. Der Grund war die Fahrzeitvorgabe zwischen Hamburg und Berlin. Die Recherche ergab ein Unterschreiten sämtlicher Pausenzeiten und ein Überschreiten sämtlicher Geschwindigkeitsregelungen. Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Ich will da einfach von weiter Verbreitung innerhalb des Speditionsgewerbes reden, die Darstellung, "man" sei Opfer von staatlichen Regelungen ist deshalb etwas hergeholt.

    Bei Einhaltung sämtlicher Regelungen wäre das LKW-geprägte Speditionsgewerbe gegenüber der Bahn nie und nimmer konkurrenzfähig, trotz allen Unvermögens der Bahn hier und da. Was fehlt, ist ein abgestimmtes System zwischen Bahn und LKW. Siehe meinen später erfolgten Beitrag.

  14. 21.

    Es gibt Menschen die es nicht begreifen möchten warum wir es gemacht haben.
    Auch unsere Arbeitsplätze und ihr Wohlbefinden hängt von uns Fahrern ab.
    Sie leben bestimmt auch nach dem Motto Geiz ist Geil.
    Wenn aber keine Lkw mehr rollen wie möchten sie den dann noch zur Arbeit kommen oder besser was möchten sie arbeiten wenn die Erzeugnisse fehlen.
    Erst denken dann schreiben.
    Sorry das wir sie aufgehalten haben um das sie leben können.

  15. 20.

    Ich stimme Ihnen ja voll zu, was den Transport auf Schienen betrifft. Aber glauben Sie allen ernstes die Brumifahrer hätten mit ihrer Demonstration ebenso die gleiche Aufmerksamkeit erzielt, wenn diese mit nen Bus angereist wären? Ich stand zufällig an der Kreuzung am Ernst Reuter Platz als all die Trucker mit lauten Gehupe an mir vorbei sind. Mich hat’s keineswegs gestört. Ganz im Gegenteil. War doch sehr beeindruckend. Muß aber gestehen, das ich weder Führerschein noch ein Auto besitze. Vielleicht kommt daher meine Bewunderung für diese Kraftriesen.

  16. 19.

    Das war keine Demo das war kindisch.
    Viele müssen zur Arbeit haben Spätdienst und keine Lust eine Stunde eher loszufahren.
    Ihre Demo hätten Sie auch zu Fuß mit Hilfe von Bussen erledigen können.
    Diese kindische Arbeitsgerätmitnahme wie bei den Traktoren nimmt ein völlig überzogenes Ausmaß für Unbeteiligte an. Gehen Sie zurück auf die Schiene, ersparen Sie uns ihre Schwer-Laster die die Straßen kaputt fahren und kürzen Sie nicht ständig über die Stadt ab, die A10 ist breit genug.

  17. 18.

    Ich wünsche den Demonstranten viel Erfolg! Leider glaube ich nicht, dass es viel bringen wird. Unsere osteuropäischen Kollegen machen die Gehälter in Deutschland kaputt weil sie bereit sind für einen Hungerlohn monatelang von zu Hause fern zu bleiben und im LKW zu leben.

    Erst wenn die osteuropäischen Fahrer wie deutsche Fahrer bezahlt werden müssen und ihre Wochenenden nicht mehr im LKW verbringen dürfen wird etwas Besserung eintreten.

  18. 17.

    Professionell Erklärt, nichts hinzuzufügen (Bin nur Fahrer ),besten Dank.

  19. 16.

    Ich komme gut ohne Ihr herumgemäkel durch diese, wie ich finde zu recht veranstaltete Demonstration. Vielen Dank an @ Spediteur für diese Information.

  20. 15.

    Hallo Herr Weber ,

    erst infomieren und dann schreiben schauen sie mal die Reportage Sklaven der Strasse an.

    Wir wollen nur Chancengleichheit.

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