Gleisbauarbeiten in Berlin (Quelle: imago images/Thomas Koehler)
Bild: imago-images/Thomas Koehler

Dresdner Bahn - Dresdner Bahn bekommt Tunnel unterm Mauerweg

Jahrelang setzten sich Bürger in Lichtenrade dafür ein, dass die Dresdner Bahn unterirdisch durch ihren Stadtteil fährt - ohne Erfolg. Jetzt wird etwas weiter südlich doch ein Tunnel gebaut, allerdings nicht zum Schutz von Anwohnern, sondern des Mauerwegs.

Um die letzte große Lücke des Berliner Mauerwegs zu schließen, sollen die S-Bahn-Linie 2 und die zukünftige Dresdner Bahn untertunnelt werden. Der Tunnel soll zwischen dem Berliner Stadtteil Lichtenrade und der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) entstehen. Wie das Land Berlin mitteilte, hätten sich Gemeinde und Stadt auf eine Finanzierung verständigt [berlin.de].

Kosten und Zeitplan des Projekts seien jedoch noch unklar. Bis auf weiteres müssen Fußgänger und Radfahrer an der Stelle noch einen beschwerlichen Umweg über Kopfsteinpflaster und einen Trampelpfad in Kauf nehmen.

Untertunnelung einen Kilometer nördlich abgelehnt

Im vergangenen Jahr hat der Berliner Senat eine umfassende Sanierung des 160 Kilometer langen Mauerwegs beschlossen. Er war 2001 schrittweise eingeweiht worden und gehört zu den touristischen Highlights der Stadt. Die Untertunnelung des Mauerwegs für die Dresdner Bahn sei eine große Verbesserung für den Rad- und Fußverkehr, teilte Berlin mit.

Etwa einen Kilometer nördlich des Mauerwegs haben Anwohner in Lichtenrade fast über zwei Jahrzehnte mit der Deutschen Bahn (DB) über die Streckenführung der Dresdner Bahn gestritten. Die Anwohner forderten eine Untertunnelung, um die Lärmbelästigung zu mindern. Aus Kostengründen präferierte die Deutsche Bahn eine oberirdische Variante. Letztlich scheiterte eine Klage der Anwohner, womit der Untertunnelung eine Absage erteilt wurde.

Für die neue Fernverkehrsstrecke der Dresdner Bahn sind nach Dresden zwei elektrifizierte Fernbahngleise für Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h geplant, sowie eine Verbindungskurve zum künftigen Hauptstadtflughafen BER. Dadurch soll der BER in 20 Minuten erreichbar sein - ab Dezember 2025.

Streckenverlauf der Dresdner Bahn (höhere Auflösung bei bauprojekte.deutschebahn.com):

Streckenkarte der Dresdner Bahn (Quelle: DB Netz AG)

Sendung: Brandenburg Aktuell, 17.07.2020, 19:30 Uhr

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21 Kommentare

  1. 21.

    Vollkommen zutreffend und mein bisheriges Reden, treffender: Schreiben. Auch hier.
    Die Strecke war immer da, sie war immer vorbereitet, nur die Anwohner verhielten sich dazu äußerst zwiespältig: Die Berliner Einheit jenseits der Mauer immer hochhaltend, doch im Praktischen offensichtlich das Gegenteil praktizierend. Sonst gäbe es derlei Probleme nicht.

    Gewiss: Jeder Mensch kann sich irren. Doch dann wäre es gut, wenn er oder sie eine Fehleinschätzung auch offen zugibt, anstatt den Staat dafür verantwortlich zu machen.

  2. 20.

    Die Überschrift trifft den Sachverhalt eben nicht genau. Der Mauerweg soll unter der Bahnstrecke hindurchgeführt werden und nicht umgekehrt.
    Des weiteren soll hier keine "sinnlose Regiostrecke" neu gebaut werden, sondern eine seit 1875 existierende (und durch den Mauerbau unterbrochene) Fernstrecke endlich wieder aufgebaut werden. Dazu muss Lichtenrade such nicht umgepflügt werden, denn die Strecke existiert schon - sie wird nur seit ca. 60 Jahren nicht genutzt (abgesehen von der S-Bahn, die ja bereits wieder aufgebaut wurde).
    Dass man in Lichtenrade davon nicht begeistert ist, fällt wohl eher unter "Verkehrswende ja - aber bitte nicht vor meiner Hsustür!"... Dazu kann ich nur sagen: Die besagte Bahnstrecke existierte wie erwähnt seit 1875 - so ungefähr 100% der Anwohner dürften noch nicht so lange dort wohnen.

  3. 19.

    Durch den Umweg über den Berliner Außenring zwischen Genshagener Heide und Abzweig Glasower Damm verlieren die Züge zu viel Zeit. Der Umweg ist zu lang, die Geschwindigkeiten in den Abzweigen mit 100 bzw- 60 km/h zu niedrig. Die Züge nach Dresden sollen viel schneller werden. Ich finds gut und bitter nötig, daß die Dresdner Bahn endlich fertig wird.

  4. 18.

    Ich weiß nicht, was Sie alle wollen?
    Die Überschrift trifft den Sachverhalt genau.
    Was soll denn diese Sinnlosstrecke?
    Es gibt 2 Regiostrecken nach Schönefeld.
    1 x über Karlshorst.
    1 x über Lichterfelde Süd.
    Muss man jetzt noch Lichtenrade umpflügen?
    Warum stoppt der Senat diesen Wahnsinn nicht?

  5. 17.

    Das wird ja immer peinlicher mit der Überschrift für den Artikel: Bilang hatte ich es so verstanden, dass der Mauerweg einen Tunnel unter der Dresdner Bahn bekommen wird - nicht anders herum, wie der Titel suggeriert.
    Oder stimmt das doch so? Dann wäre ja die ursprüngliche Überschrift ja doch korrekt gewesen...
    Kann das mal ein Redakteur eindeutig recherchieren und beschreiben?!

  6. 16.

    Hallo RBB,
    dieser Beitrag ist nun wirklich peinlich. Könnt ihr das jetzt bitte korrigieren? Das kann doch nur eine Einzelmeinung sein. Das könnt ihr doch nicht allen Ernstes so stehen lassen.

  7. 15.

    Ja, wir in Lichtenrade wollten gerne, dass die Dresdner Bahn im Tunnel verschwindet, damit unser Stadtteil nicht in zwei Teile zerschnitten wird. Von jetzt 3 Verbindungsstraßen wird es nachher nämlich nur noch 2 geben. Ein Teil einer Buslinie, die nicht unerheblich für manche alten und/oder behinderten Menschen ein wichtiges Verkehrsmittel ist, fällt ersatzlos weg. Und sollte sich der Verkehr auf den beiden anderen Straßen stauen, sind es schlecht aus für Rettungs-/Polizeifahrzeuge, die von einer zur anderen Seite zum Einsatz müssen.
    Wer sich hier also darüber mokiert, dass wir etwas Lebensqualität erhalten wollten, sollte sich erstmal schlau machen.

  8. 14.

    "Toller" Artikel... Eine echte journalistische Meisterleistung!
    "... sollen die S-Bahn-Linie 2 und die zukünftige Dresdner Bahn untertunnelt werden" bedeudet, dass lediglich für den Mauerweg ein Tunnel von vielleicht 25...30m unter dem Bahndamm hindurch gegraben wird (also nichts weiter als eine Wegunterführung)! Von "Mauerweg bekommt Tunnel, den Anwohner nicht haben dürfen" kann also nicht im Entferntesten die Rede sein - denn die Anwohner hatten damals gefordert, die gesamte Bahnstrecke auf mehrere Kilometer unter die Erde zu verlegen.
    Ich hoffe doch, dass diese krasse Falschinformationen durch den rbb so schnell wie möglich richtiggestellt wird - oder will sich die rbb24-Redaktion allen Ernstes mit einer eindeutigen Falschinformation blamieren? (Oder will hier vielleicht "nur" ein betroffener Anwohner Stimmung machen? Könnte ja auch sein...)

  9. 13.

    Der Titel des Beitrags ist (mal wieder) völlig verfehlt. Ich dachte erst, die "Anwohner" wollten auch Tunnel unter der Bahnlinie, die ihnen bislang verweigert wurden. Aber die bereits in diversen Kommentaren beschriebenen Uterschiede zwischen den Dingen müssen ja keinem von jeglicher Sachkenntnis befreitem rbb24-Redakteur geläufig sein.
    Oder soll vorsätzlich eine bestimmte Stimmung erzeugt werden? Ein Schelm...

  10. 12.

    Beim Lesen dieser Nachricht standen mir gleich mehrere Fragezeichen auf der Stirn. Hier wird über zwei
    völlig unterschiedliche Planungssachverhalte berichtet, die miteinander absolut nichts zu tun haben.
    Das ist einerseits die uralte Forderung Lichtenrader Anwohner, die S-Bahn und die Dresdener Bahn innerhalb eines Tunnels unter dem Wohngebiet zu hindurchzuführen. Da ist andererseits die neue Nachricht, dass der Mauerradweg durch einen Tunnel unter der S-Bahnn und der Dresdener Bahn hindurchgeführt werden soll. Der oberflächliche Leser zieht aus der Form, in der diese beiden voneinander unabhgängigen Nachrichten verknüpft werden möglicherweise völlig falsche Schlüsse. Ais diesem Stoff werden Fake-News gebaut !!!!

  11. 11.

    Ich möchte rbb 24 bitten, angesichts der missverständlichen, ja falschen Formulierung: " Die Anwohner forderten eine Untertunnelung, um die Lärmbelästigung zu mindern. Aus Kostengründen präferierte die Deutsche Bahn eine oberirdische Variante. Letztlich scheiterte eine Klage der Anwohner, womit der Untertunnelung eine Absage erteilt wurde." hier also anders zu verfahren; mithin das Wort "Untertunnelung" durch "Tunnel" zu ersetzen.

    Vielen Dank!

  12. 10.

    ... "nirgendwo sonst auf dem Berliner Gebiet existiert."

    Hier ist natürlich der Tiergartentunnel im hochverdichteten Berliner Zentrum die absolute Ausnahme. Zudem war er nicht schon vor dem Krieg Bahnland, also musste eine andere Lösung als die oberirdische gefunden werden. Die Strecke in Lichtenrade ist hingegen da und ist auch niemals entwidmet worden. Im Grunde genommen geht es nur um einen Umbau auf bahneigenem Gelände, was künftig nicht mehr brachliegen wird, sondern wieder in dem Maße sinnvoll genutzt wird, wie es seinerzeit auch gedacht war - nur eben mit heutigen Mitteln.

    Was ich meinte: Nirgendwo sonst entlang der Bahnstrecken außerhalb des Zentrums existiert ein längerer Tunnel, noch war ein solcher m. W. jemals angedacht worden.

  13. 9.

    Da stimme ich Ihnen zu. Eigentlich ist so eine oberflächliche Betitelung eine Angelegenheit des Blattes mit den großen Buchstaben, nicht aber unbedingt des gebührenbezahlten öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

    Zwischen Untertunnelung der Bahn, um den Mauerweg fortzuführen und einer kilomterlangen Tunnelführung der Bahn, die nirgendwo sonst bei Fernstrecken auf dem Berliner Gebiet existiert, liegen Welten. Offenbar haben die Lichtenrader nicht so ganz an die Einheit Berlins geglaubt, dass sie jetzt von den Konsequenzen daraus nichts wissen wollen.

  14. 8.

    Erklärt mir bitte : im ersten Satz werden die S2 und die Dresdner Bahn untertunnelt.
    Später heisst es, der Mauerweg wird untertunnelt.
    Wer fährt nun durch den Tunnel?

  15. 7.

    Lieber RBB, die Subüberschrift ist doch etwas der Blödzeitung abgeschaut. Die Anwohner wollten einen km langen Bahntunnel. Bahn im Tunnel. Der Mauerweg unter oder vielleicht überquert die Bahn. Breite 15m? Muss auch so sein, da Strecken, auf denen über, ähm, 100? 120? 160? Gefahren wird, egal, jedenfalls dürfen da keine Bahnübergänge mehr neu gebaut werden. Danke übrigens an diejenigen, die durch Missachtung von Schranken und roten Lichtern für diese Mehrausgaben in Mio gesorgt haben.

  16. 6.

    Wie kann man einen Tunnel der über viele Kilometer viergleisig verläuft vergleichen mit einer kurzen Unterquerung dieser Gleise. Außerdem hätte die Tunnelung der Bahnstrecke vom Bund gebaut werden müssen und die kurze Unterquerung für den Mauerweg zahlt die Stadt.

  17. 5.

    " Journalistisch ist dieser Artikel jedoch zumindest fragwürdig. Es macht halt schon einen Unterschied, ob man eine viergleisige Bahnstrecke kilometerlang in einem Tunnel führt oder ob man eine vielleicht 15 Meter lange Unterführung für Fahrradfahrer und Fußgänger baut "

    Sie bringen die Sache auf den Punkt !!

    Typisches Äpfel mit Birnen vergleichen !!

  18. 4.

    Zumindest auf einigen Eisenbahntrassen bekommt die Bahn in West-Berlin jetzt wieder Vorrang. Sind das vielleicht Autofahrer*innen, die dort protestieren? ;)

  19. 3.

    Es geht hier um einen Tunnel für Radfahrer und Fußgänger. Das ist doch nicht mit einem Tunnel für eine Zugfahrtstrecke vergleichbar. Außerdem werden Anwohner natürlich von diesem Tunnel profitieren, weil der ganze Mauerweg-Radverkehr nicht mehr durch die Wohngebiete mit ihren sehr schmalen Gehsteige geleitet wird.

  20. 2.

    Es ist sehr gut, dass eine Lösung für den Mauerweg gefunden wurde.

    Journalistisch ist dieser Artikel jedoch zumindest fragwürdig. Es macht halt schon einen Unterschied, ob man eine viergleisige Bahnstrecke kilometerlang in einem Tunnel führt oder ob man eine vielleicht 15 Meter lange Unterführung für Fahrradfahrer und Fußgänger baut.

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