Ein Flugzeug steht auf dem Rollfeld am Flughafen Tegel
Audio: rbb 88.8. | 27.07.2020 | Ute Zill | Bild: imago images / Jürgen Ritter

Piloten stimmen Gehaltskürzungen doch zu - Ryanair überdenkt Schließung deutscher Stationen

Der irische Billigflieger Ryanair will die angekündigte Schließung der deutschen Standorte in Berlin-Tegel, Frankfurt-Hahn und Düsseldorf noch einmal überdenken.

Grund für die Kehrtwende des irischen Billigfliegers sind die Piloten. Ihre Gewerkschaft Cockpit (CV) hatte die angekündigten Gehaltskürzungen erst abgelehnt.

85 Prozent der Piloten und 75 Prozent des Kabinenpersonals seien nun mit den vorübergehenden Kürzungen von 20 Prozent einverstanden, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Montag. VC habe dem Druck der Piloten, die angesichts der Corona-Krise um ihre Jobs bangten, nachgegeben. Ein VC-Sprecher sagte, die Gespräche liefen noch. Details wollte er nicht kommentieren.

"Wir werden uns das noch einmal anschauen"

Nach Angaben der Gewerkschaft wären mehr als 170 Piloten von der Schließung der drei Basen betroffen gewesen. Düsseldorf und Tegel sollten bereits nach dem Ende der Sommersaison aufgegeben werden, Frankfurt-Hahn im Hunsrück zum 1. November. "Nachdem sie die Vereinbarung über das Wochenende akzeptiert haben, werden wir uns das noch einmal anschauen", sagte O'Leary vor Investoren.

Ryanair hatte mit der Streichung von 3.000 Arbeitsplätzen gedroht, aber in Aussicht gestellt, dass die Zahl bei Gehaltskürzungen niedriger ausfallen könnte. Der Billigflieger hatte versprochen, die Kürzungen 2024 wieder zurückzunehmen. O'Leary sagte nun, Ryanair werde die zusätzliche Flexibilität nutzen, um Kapazitäten je nach Bedarf zu verschieben.

Alle Fluggesellschaften sind vom Einbruch des Luftverkehrs durch die Corona-Pandemie hart getroffen und bauen massiv Arbeitsplätze ab.

Auch in Österreich stimmten die Piloten schließlich zu

Ähnlich wie in Deutschland war Ryanair vorher in Österreich vorgegangen. Bei der Tochter Laudamotion stimmten Piloten und Flugbegleiter Einbußen nach anfänglichem Widerstand zu, nachdem Ryanair mit dem Aus für den Standort Wien samt seiner rund 300 Beschäftigten gedroht hatte. In Irland umging das Unternehmen die Gewerkschaft und bewegte die Piloten einzeln dazu, schlechtere Konditionen zu akzeptieren.

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7 Kommentare

  1. 7.

    Gibt es tatsächlich Menschen, die dieser Airline eine Träne nachweinen würden? Fliegen muss wieder einen Wert haben und das Personal angemessen entlohnt werden! Allein schon das Wort "Billigflieger" ist einfach furchtbar...Wie traurig ist es doch, den Beruf des Piloten so runterzumachen, indem das "Unternehmen" die Gewerkschaft umgeht und die Piloten, die bei dieser Airline sowieso kein Ansehen genießen, so in die Enge treibt, dass sie noch schlechtere Konditionen akzeptieren! Die sollten sich wirklich schämen.

  2. 6.

    Wer jetzt noch Ryan nutzt und den Schuß nicht gehört hat, ist Egoist und Ignorant. Auf dem Rücken scheinselbständiger Crews, die eh schon kaum annähernd das bekommen, was sie verdienen - pfui Teufel auch.
    O´Leary ist ein widerlicher Ausbeuter - Ryan muss zerschlagen werden.

  3. 5.

    Mir würde genau diese Airline nicht fehlen, sollte sie vom Markt verschwinden und würde es sogar begrüßen. Ich finde, es ist eine der schlimmsten Airlines in Europa und versuche immer alternative Flüge zu finden. Gelingt nicht immer, aber zum größten Teil. Die ganzen Slots die Ryanair hat, wären ja im Handumdrehen wieder neu vergeben. Somit wäre es sicherlich auch für das Cockpit,- und Kabinenpersonal deutlich besser.

  4. 4.

    Da haben die linken Gewerkschaften den Bogen mal wieder überspannt, so wie 2008 im Nokia-Werk in Bochum. Jetzt wird zurück gerudert sonst wären die Arbeitsplätze weg.
    Aber kein Pilot wird gezwungen bei Ryanair zu arbeiten, es steht jedem frei sich einen anderen Job zu suchen - notfalls auch nach Umschulung in einer anderen Branche.

  5. 3.

    Was ist das für ne blöde Aussage? Hier macht ein Konzern schlicht und einfach Gewinn auf dem Rücken der Mitarbeiter. Und diese Mitarbeiter sichern unser Leben beim Flug. Man sollte eben nicht immer auf billig setzten!!! Hoffe für die Ryanair-Mitarbeiter das die Verantwortlichen das auch bald so sehen. Ihr Alle (Linienübergreifend) macht nen guten Job!!!

  6. 2.

    Glückwunsch. Die Arbeitsplatzkeule hat wieder funktioniert. Der irische Milliardär muss sich größere Geldtaschen kaufen.

  7. 1.

    Wenn mit der Schließung der Basis auch eine Einstellung des Flugverkehrs einhergegangen wäre, hätte das ja wenigstens etwas Gutes gehabt.

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