Auf der Spree sind am 09.07.2020 bei regnerischem Wetter Paddler unterwegs. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
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Audio: Inforadio | 10.07.2020 | Interview mit Dieter Hütte | Bild: dpa/Jens Kalaene

Brandenburger Tourismus in der Krise - "Die Verluste im letzten halben Jahr waren zu groß"

Die Corona-Krise hat den Brandenburger Tourismus hart getroffen. Die Marketing-Gesellschaft spricht von großen Verlusten, sieht aber auch positive Entwicklungen - und ein Land-Stadt-Gefälle.

Die Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB) geht davon aus, dass ein Teil der Branche die Corona-Krise nicht überleben wird. "Die Verluste, die wir im letzten halben Jahr hatten, waren letztlich zu groß", sagte Geschäftsführer Dieter Hütte am Freitag dem rbb. Im kommenden Frühjahr könne man sagen, wie viele Unternehmen deshalb aufgeben müssen.

"Ferienwohnungen laufen wie geschnitten Brot"

Die gesamte Branche leide nicht nur unter der Pandemie, sondern auch unter den mit ihr verbundenen Schutzmaßnahmen, sagte Hütte im rbb-Inforadio. Allerdings gebe es unterschiedliche Situationen: Während der ländliche Tourismus wieder anlaufe, gehe der Betrieb in den Städten noch gegen Null.

"Ferienwohnungen laufen wie geschnitten Brot", sagte Hütte weiter. Die befürchteten Massenaufläufe an Badestellen habe man aber nocht nicht erlebt. Trotzdem müsse der Tourismus in einem geordneten Rahmen laufen. Bei wildem Campen beispielsweise könnten Kontakte im Ernstfall nur schwierig nachvollzogen werden. In Hotels seien dagegen alle notwendigen Vorkehrungen möglich.

In Brandenburg waren im ersten Quartal des Jahres 1,8 Millionen Übernachtungen gezählt worden - etwa 15 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.

Anfang März waren zunächst noch 1.360 Beherbergungsstätten mit mehr als zehn Betten geöffnet. Rund die Hälfte dieser Betriebe gab jedoch im Laufe des Monats eine vorübergehende Schließung an, weil Brandenburg zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus ein Vermietungsverbot zu touristischen Zwecken erlassen hatte. Jeder zehnte Betrieb verzeichnete überhaupt keine Gäste im März.

Camping ist in Brandenburg seit Mitte Mai wieder möglich. Hotels und Ferienwohnungen konnten Ende Mai wieder für Touristen öffnen.

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4 Kommentare

  1. 4.

    Wenn man jahrelang Gewinne macht, kann man doch ein Jahr ohne Gewinne brücken. Rücklagen nennt man sowas.

  2. 3.

    Gut kommentiert. Meckern, Jammern auf höchsten Niveau. Was anderes kenne ich schon gar nicht aus dieser Region. Taucht dann mal hier u.da ein sehr positiver Artikel aus Brandenburg auf, geht der sogleich wieder unter.

  3. 2.

    Nun, im April, Mai und gestern noch aus Gumsin oder so, dem Natur-Erbe-Dingens, kommunizierte man den Berlinern, dass sie stören, zu viele sind, womöglich infektiös, und bitte wegbleiben sollen. Da schrieb ich schon: bitte dann nicht meckern, dass die Kohle nicht reicht.

    Also eines geht nur: Tür auf oder Tür zu.

  4. 1.

    Das sind Zahlen vom März! 2020. Im April und Mai könnten Sie ca 100% schreiben. Gibt es von diesen Monaten keine Zahlen oder dürfen die nicht veröffentlicht werden?

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