Wäsche hängt auf einer Leine vor einem Wohnmobil auf dem Naturcampingplatz am Springsee (Quelle: DPA/Patrick Pleul)
Bild: DPA/Patrick Pleul

Steigende Besucherzahlen - Brandenburger Campingwirtschaft mit Sommer zufrieden

Die Reisebeschränkungen in der Corona-Pandemie haben bei vielen die Lust am Urlaub in der Heimat geweckt. Brandenburgs Campingplatz-Besitzer hoffen, dass die Branche gut durch die Krise kommt - und dass der Trend keine Eintagsfliege ist.

Zelten oder mit der Familie im Wohnmobil unterwegs sein - viele Urlauber haben in diesem Sommer Lust aufs Campen. "Camping hat eine nie da gewesene Nachfrage", bestätigt der Vizepräsident des Bundesverbands der Campingwirtschaft in Brandenburg (BVCD), Jörg Klofski, der Nachrichtenagentur DPA. Zwar hätten die Betreiber durch die Corona-Pandemie mit Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten große Teile des Kerngeschäfts verloren. Die Entwicklung danach sei aber "mehr als positiv".

"Wenn überhaupt, haben wir nur Blechschaden", beschreibt Klofski die Umsatzverluste. Der Juni 2020 sei besser als der Vorjahresmonat, im Juli zeichne sich eine ähnliche Entwicklung ab. Ein Großteil der Plätze sei weitestgehend ausgebucht, darunter im Spreewald, dem Lausitzer Seenland, um Potsdam herum und auch an der Mecklenburgischen Seenplatte.

Brandenburg-Marketing lobt gestiegene Qualität der Plätze

Klofski erklärt sich das unter anderem damit, dass in Corona-Zeiten mehr Urlauber in Deutschland blieben - auch jene Gästegruppe, die zum Campen sonst ins Ausland fahre. Dazu komme, dass in den vergangenen drei Monaten seinen Angaben nach etwa 40.000 neue Reisemobile zugelassen wurden. "Viele Menschen haben Alternativen zu ihrem üblichen Urlaub gesucht und gesagt: Lass uns campen." Eine große Hoffnung der Branche sei, dass dieser Trend anhalte und das Camping nicht nur eine "Corona-Erscheinung" sei, sagt Klofski.

Birgit Kunkel, Sprecherin Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB) sieht noch einen anderen Grund für den Camping-Boom: die gestiegene Qualität der Campingplätze. Die Betreiber hätten an ihren Angeboten gearbeitet und sie auf Zielgruppen zugeschnitten, sagte Kunkel. So würden zusätzlich Ferienhäuschen für Familien vermietet oder Hygienekonzepte überarbeitet. "Wenn man keinen attraktiven Platz hat, kommen die Urlauber auch nicht", so ihre Einschätzung. Betreiber ließen ihre Plätze inzwischen zertifizieren. Die Branche vergebe
Sterne.

Klofski kritisiert enge Taktung der Sommerferien durch die Länder

2019 wurden nach Angaben des TMB auf den Campingplätzen rund 1,4 Millionen Übernachtungen gezählt - bereits ein Zuwachs von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im vergangenen Jahr wurden 172 Campingplätze im Land betrieben mit rund 42.000 Schlafgelegenheiten.

Die Campingbranche freut sich in dieser Saison noch über einen anderen Vorteil, der den Betreibern zu Gute kommt: der günstige Ferienkorridor. In Brandenburg sind die Ferien zwar zu Ende, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aber dauern sie noch drei Wochen an. Das bedeute auch drei Wochen mehr Geschäft für die Betreiber, sagt Klofski und hofft, dass damit ein Teil des Verlustes wettgemacht werden kann.

In diesem Zusammenhang übt der BVCD-Vizepräsident deutliche Kritik an den Bildungsministerien, die für die Planung der Ferienzeit zuständig seien. Es gebe immer wieder Jahre, in denen die Ferien der Bundesländer übereinander liegen würden und Campingplätze und Hotels so überlastet seien, dass sie Gäste nicht mehr aufnehmen könnten. Das sei unsinnig, findet Klofski und fordert eine andere Regelung. Die Strukturen seien sehr starr und müssten aufgeweicht werden, zum Wohle der Tourismuswirtschaft. In diesen schwierigen Zeiten helfe das über die Krise.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Das ist prima, dann können sie ja erhaltene Corona Hilfen zurück zahlen.

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