An der Fassade von Karstadt-Sports in Berlin-Charlottenburg steht "Wollen Bleiben" (Quelle: DPA/Fabian Sommer)
Bild: DPA/Fabian Sommer

Berliner Warenhaus - Karstadt Sports am Bahnhof Zoo muss schließen

Seit Wochen läuft bereits der Ausverkauf, doch die Angestellten hatten bis zuletzt Hoffnung, dass es weiter geht - vergeblich. Karstadt Sports in der City West wird geschlossen. Zwei andere Berliner Standorte will der Mutterkonzern hingegen weiterbetreiben.

Die Karstadt-Sports-Filiale am Berliner Bahnhof Zoologischer Garten muss schließen. Das gab Reinhard Haas, Leiter Immobilien und Logistik des Konzerns der Konzern, am Montag bei einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses bekannt. Seit Wochen findet in dem Warenhaus bereits ein Ausverkauf statt.

Gleichzeitig sei der vorläufige Erhalt der Karstadt-Warenhaus-Standorte auf der Müllerstraße im Stadtteil Wedding, der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg sowie in Tempelhof nun auch vertraglich gesichert. Zuvor habe es dazu nur einen "Letter of Intent", also eine Absichtserklärung gegeben, heißt es in einem Schreiben des Unternehmens an die Arbeitnehmerseite, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Zuvor hatte die "Berliner Zeitung" darüber berichtet.

Stationäres Sortiment soll mit Online-Handel verknüpft werden

Damit stehen die Schicksale weiterer Standorte des zur österreichischen Signa-Holding gehörenden Unternehmens fest. Die Holding hatte während der Corona-Krise angekündigt, aufgrund hoher Verluste sechs von elf Warenhaus-Standorten in Berlin zu schließen. Der Berliner Senat, Vermieter und das Unternehmen rangen daraufhin um den Erhalt möglichst vieler Filialen. Nach einer Einigung Anfang August waren zunächst nur noch zwei Standorte von Schließungen betroffen. Offen war bis zum Dienstag noch das Schicksal der Karstadt-Sports-Filiale am Bahnhof Zoo.

Im Gegenzug wolle das Land federführend drei große Bauprojekte des Konzerns in der Stadt unterstützen, hieß es nach der Einigung: den Ausbau der Häuser Hermannplatz, Alexanderplatz und Kurfürstendamm. Dieses "Geben und Nehmen" sei in der Absichtserklärung festgehalten worden. Dieser wurde jedoch nicht veröffentlicht. Dieses Vorgehen des Senats wurde von der Opposition, aber auch von einigen Landesverbänden der Berliner Regierungsparteien, kritisiert.

Laut "Berliner Zeitung" plant das Unternehmen, die Sortimente der nun bestehen bleibenden Standorte stärker auf Kundenbedürfnisse einzustellen und den stationären mit dem Online-Handel besser zu verknüpfen.

Sendung: Abendschau, 29.09.2020, 19:30 Uhr

14 Kommentare

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  1. 13.

    Das Gebäude bleibt auf jeden Fall erhalten, als zeugnisgebendes Bauwerk der 1950er - anders als das in sich völlig verbaute und unübersichtliche Gebäude nebenan aus den 1970ern, das mittlerweile abgerissen ist. Über die Qualität des Nachfolgebaus lässt sich streiten.

  2. 12.

    Hoffentlich kommt ein angenehmer Mieter, der den Standort aufwertet.

  3. 10.

    nachfragender.
    Ist nur gemietet. Bei der Lage wird der Vermieter die Miete nicht senken müssen.
    Weder Senat noch Signa hatten dort ein Druckmittel.
    Signa gehört in Berlin die Filialen Kudamm, Alex und Hermannplatz. Da wollen sie ja auch bauen.

  4. 9.

    @ Norbert Schulz: Das stimmt, Bilka hat man fast schon vergessen. Und direkt davor an der Kreuzung stand eine Currywurst-Bude, zu der wir als Kinder immer hin wollten (meine Mutter aber nicht ;-)).

  5. 8.

    Mir hat das Gebäude mit Bilka immer gut gefallen, in der Mitte mit der Rundung. Das war mal eine andere Art als die anderen Warenhäuser. Das Sport Karstadt fand ich dann nicht mehr so gut. Trotzdem tut es mir leid für die Mitarbeiter und es wäre schade, wenn das Gebäude verschwindet.

  6. 7.

    ok, ist eine schäbbige Ecke... da passt ein Matrazten-Discount oder TEDI besser hin, oder LSD, der ja noch an der Kantstraße ist. Ne, ich habs: Ne Spielbank/Casino, Türe immer offen, Barhocker zum Feststellen davor gepackt. Jepp.

    Ich wünsche den Karstadt-Angestellten und Anhängern, dass die restlichen Filialen jetzt besser werden und laufen! Ohne Karstadt wäre doof. An fiesen Standorten muss es auch nicht sein....

  7. 6.

    @rbb wer ist Eigentümer des Grundstück dieser Karstadt-Sport-Filiale? die Signa-Holding? oder ist diese nur Pächter? hat die Sigma-Holding nur Karstadt gekauft um in Besitz der Grundstücke zu gelangen?

  8. 5.

    Demnächst wieder Bilka.

  9. 4.

    So geht eins nach dem anderen kaputt. Ich kann mich noch erinnern das davor Bilka drin war, bin da gerne einkaufen gegangen, aber ist lange herr. Jetzt gibt es nur Arkaden und 1€ Läden.
    Was ist aus Berlin bloß geworden. Kein Charme mehr. Nur saufen und feiern bis der Arzt kommt.

  10. 3.

    Ärgerlich und bedauerlich für die Kunden und noch viel, viel mehr für die Beschäftigten...die Corona-Maßnahmen haben dem stationären Handel noch mal einen zusätzlichen Stoß versetzt.
    Corona geht mir eh am ... vorbei und trotz Maske kaufe ich lieber stationär ein und leiste einen Beitrag zur Erhaltung von Arbeitsplätzen.

  11. 2.

    Es war einmal eine City-West. Leider jetzt auch Geschichte.

  12. 1.

    Wieder ein Stück Berlin und seine Mitarbeiter dem Ausverkauf geopfert. Offensichtlich unumkehrbar. Da kann man nur noch hoffen, daß der Bau nicht auch noch so einem seelenlosen Schuhkarton mit Schießscharten zum Opfer fällt.

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