Eine Erzieherin spielt mit einem Kindergartenkind mit Holzspielzeug (Quelle: dpa/Danny Gohlke)
Audio: rbb | 30.09.2020 | Thomas Weber | Bild: dpa/Danny Gohlke

Berlin und Brandenburg - Arbeitslosenzahlen im September leicht rückläufig

Im September ist die Zahl der Arbeitslosen in Berlin und Brandenburg gesunken. Der Trend aus dem August setzt sich damit fort. Jobs fanden viele Menschen vor allem im Erziehungs- und Gesundheitsbereich.

Die Lage am Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg hat sich im September erneut entspannt. Die Arbeitslosigkeit ging in beiden Ländern zurück - in Brandenburg noch stärker als in Berlin. Damit bestätigte sich der Trend zur Erholung am Arbeitsmarkt, der bereits im August erkennbar war.

Übliche Herbstbelebung

In Berlin waren im September 209.282 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 5.021 weniger als im August, wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Die Arbeitslosenquote der Bundeshauptstadt lag damit im September bei 10,5 Prozent. Das waren 2,7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahresmonat und 0,2 weniger als im August.

Wie in den Vorjahren sei die übliche Herbstbelebung eingetreten, hieß es zur Erklärung. "Gleichwohl bleibt die Lage fragil und anfällig für Risiken, zum Beispiel in Folge von verzögerten Insolvenzen", sagte der Berlin-Brandenburger Agenturleiter Bernd Becking.

Situation bleibt angespannt

In Brandenburg lag die Zahl der arbeitslosen Personen im September bei 83.045, das sind 3.020 weniger als im August. Die Arbeitslosenquote liegt damit im September bei 6,4 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote hatte vor einem Jahr
noch bei 5,6 Prozent gelegen.

Vonseiten der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg wurde die Hoffnung geäußert, dass der Arbeitsmarkt auf einen stabilen Pfad zurückfinde. "Es gab weniger Entlassungen als im Juli, gleichzeitig stellten die Unternehmer wieder stärker Personal ein", sagte Direktionsleiter Bernd Becking. "Dies in einem Monat, in dem die Unternehmen in den vergangenen Jahren zurückhaltend agierten."

Agenturleiter Becking sprach dennoch von einer insgesamt noch angespannten Situation. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter unternähmen alles, um Arbeitslose und Unternehmen zu unterstützen. "Qualifizierung ist das Gebot der Stunde, damit Arbeitslosigkeit sich nicht verfestigt." Viele Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, seien sehr flexibel und strebten in andere Berufe.

Jobs unter anderem im Erziehungsbereich

In Berlin gibt es vor allem Beschäftigungsaufnahmen in Branchen wie der Lebensmittelproduktion, im Verkauf sowie im Erziehungs- und Gesundheitsbereich. In Brandenburg zeigt sich ein ähnliches Bild: Dort ergreifen arbeitslose Frauen und Männer ebenfalls oft Jobs in den Bereichen Erziehung und Gesundheit sowie im Handel.

Sendung: Inforadio, 30.09.2020, 9 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Dem rbb24, ist kein Vorwurf zu machen, weil das was Sie Ansprechen sind mitunter interne Zahlen. Alle Arbeitsssuchende,die sich in Maßnahmen befinden sind ausgenommen. Wenn jemand arbeitssuchend gemeldet ist, auch wenn er kein Anspruch auf Hartz IV hat, wird in in dieser Statistik mitgezählt.
    Kurzum, alle die Arbeitssuchend gemeldet waren, sind in dieser Statistik erschienen, außer denen, die aktuell In Maßnahmen sind ( Fortbildung, Kurs, Praktika etc )
    Ergo, die Statistik ist vom Leistungsbezug unabhängig.

  2. 3.

    Sehr geehrter Herr Weber,

    Die "Agentur für Arbeit" wird Ihnen auf Nachfrage zu diesem Sachverhalt meine SIchtweise und Schilderung bestätigen.
    Es gibt 2 Zahlen: Arbeitslose und Empfänger von Leistungen. In den Medien wird nur die letztere Zahl benannt.
    Bitte informieren Sie sich entsprechend.

    Auch gebe ich Ihnen ein Hinweis: Lehrer waren oder sind in Zeitverträgen angestellt und in den Ferien arbeitslos. Der Zeitraum reicht für die von Ihnen benannte ALG-1 Sicherung gar nicht aus. Auch ich habe meine Lehre früher abgeschlossen als Klassenbester: Resultat: Hartz4 als "Danke" vom Staat für gute Leistungen! Eingezahlt habe ich trotzdem, nur erhalten habe ich nichts! Die Mehrbelastung trifft also mit voller Härte zu. Meine Mutter lag damals 5€ drüber, ergo 600€ Mehrkosten für meine Mutter. Kein Mietzuschuss, keine Nebenkostenübernahme, keine preiswerten Fahrkarten...

  3. 2.

    #Dracon, da muss man aber differenzieren. Unterstützung ALG I erhält jeder Arbeitslose der entsprechend eingezahlt hat, ohne Prüfung der finanziellen Lage. Denn es ist eine Versicherungsleistung. Anders ist es bei Hartz IV in den Jobcentern. Da es hier Sozialleistungen sind, werden diese von der Allgemeinheit (Steuerzahler)finanziert. Dementsprechend muss jeder Empfänger dieser Sozialleistungen daran mitwirken, dass der Aufwand möglichst gering (für die Allgemeinheit) bleibt. Deshalb auch die Prüfung und Wertung der finanziellen Verhältnisse. Es wird vorausgesetzt, dass sich im Rahmen einer Bedarfsgemeinschaft alle Beteiligten unterstützen.

  4. 1.

    Wenn man die "Bedarfsgemeinschaften" anrechnet sind die Zahlen massiv gestiegen. Nicht jeder, der keine Arbeit hat, erhält auch Unterstützung. Dies gilt besonders bei Lebensgemeinschaften die dann zusammengerechnet werden.

    Ich war selbst in dieser Situation. Ich bekam 0€ dadurch aber unterlag allen Auflagen war aber keine Zahl in der Arbeitslosenstatistik.

    Das ganze Konzept der Arbeitslosenzahl ist eine Blendung und Kleinrechnung. Die Arbeitslosenzahl liegt in Deutschland bei über 1Mio höher als die vom RBB publizierten Zahlen. Dies geht aus den Zahlen der Agentur für Arbeit auch hervor denn die Agentur veröffentlich BEIDE Zahlen (tatsächlich erwerbslose und Menschen die Unterstützung erhalten).
    In den Medien wird aber fälschlicher Weise nur die Zahl genannt der Menschen die Leistung erhalten. Dennoch gibt es mehr "Arbeitslose"! Die Sache mit den Zahlen kann der RBB sich auch gern bei der Agentur für Arbeit bestätigen lassen..

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