Ansicht der Ruine des ehemaligen Freizeitbades Blub! in Britz (Bild: imago images/Philip Schilf)
Bild: imago images/Philip Schilf

Ehemaliges Spaßbad in Neukölln - Neubau auf Berliner "Blub"-Gelände könnte 2021 starten

Berlins legendäres Spaßbad ist seit langem nur noch eine Brandruine. Ein Neubauprojekt mit 450 Wohnungen verzögerte sich. Doch nun sind die Abrissarbeiten fast abgeschlossen und der Bau könnte in den nächsten Monaten beginnen. Von Efthymis Angeloudis

Der Bau von 450 Wohnungen auf dem Areal des abgebrannnten Spaßbads "Blub" in Berlin-Neukölln wird sich voraussichtlich noch bis 2021 verzögern. "Aufgrund der umfangreichen Abrissarbeiten wird mit einem Baubeginn vermutlich erst im Frühjahr 2021 zu rechnen sein", sagte ein Sprecher des Bezirksamtes von Neukölln zu Wochenbeginn rbb|24. Ein Baustart sei noch nicht angekündigt.

"Die Abrissarbeiten sind schon relativ weit", versicherte Investor Rainer Höcherl rbb|24. "Wenn alles gut läuft, können wir in wenigen Monaten mit dem Bau beginnen."

Erneut Feuer auf dem Gelände

1985 errichtet, kamen bis zu seiner Schließung im Jahr 2005 jährlich rund 60.000 Besucher in das "Blub". 2002 wurde das damalige Spaßbad allerdings bereits wegen Hygiene- und Sicherheitsmängeln geschlossen. Schwimmende Ratten sowie Rattenfäkalien waren Grund dafür, das Blub unverzüglich dicht zu machen. 2005 kam dann das endgültige Aus.

2016 kam es zu schweren Brandstiftungen in den Ruinen des ehemaligen Spaßbades. Seither wurde auch die Umzäunung immer wieder mutwillig beschädigt. Zuletzt brannte es in der Nacht auf Samstag auf dem Gelände des ehemaligen Freizeitbads. Nach Angaben der Feuerwehr standen rund 50 Kubikmeter Holz und Bauschutt in Flammen. Die Feuerwehr war mit rund 20 Einsatzkräften vor Ort und löschte die Abfälle.

Ausgeblubbert

450 Wohnungen am Teltowkanal

Direkt am Teltowkanal sind jetzt Stadtvillen, eine Kita und eine Tiefgarage mit einem Investitionsvolumen von rund 75 Millionen Euro geplant.

Bereits 2020 sollten die vier- bis fünfgeschossigen Wohnblöcke fertig gestellt sein. Eine Reihe von Abstimmungen waren noch für die Baugenehmigung erforderlich gewesen, sagte der Sprecher des Baustadtrats Jochen Biedermann (Grüne) dem rbb. Doch im Juni wurde die Baugenehmigung für den "Neubau von 15 Wohngebäuden mit einer Tiefgarage" und den "Neubau einer Kindertagesstätte" beschieden".

Höcherl und Bezirk Neukölln finden Kompromisslösung

Die Münchener Höcherl-Group hatte das 3,5 Hektar große Gelände bereits 2012 erworben und wollte die Feuerruine eigentlich schon 2015 Jahren abreißen.

Doch der 2015 geschlossene Vertrag zwischen Bauherrn und Bezirksamt beinhaltete keine Pflicht des Bauherrn, mietpreisgebundenen Wohnraum zu errichten. Baustadtrat Biedermann kritisierte den Vertrag, den sein Vorgänger abgeschlossen hatte, scharf und ging in neue Verhandlungen, denn das Berliner Modell "kooperative Baulandentwicklung" sieht 30 Prozent Sozialwohnungen vor. Damit war die Höcherl Group jedoch nicht einverstanden. So wurde das Projekt 2016 erst mal auf Eis gelegt.

Höcherl sicherte 2018 dann schriftlich zu, 18 Prozent - also 81 der 450 Wohnungen - als geförderte Wohnungen zu bauen. "Unter den gegebenen Umständen ist der Bezirk mit den 18 Prozent an preis- und belegungsgebundenen Wohnungen zufrieden", sagte die Abteilung Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste des Bezirks. Eine nachträgliche Änderung des Vertrags mit Festsetzung von 30 Prozent Sozialwohnungen wäre nach dem laufenden Vertrag nach rechtlicher Prüfung nicht möglich gewesen.

Höcherl: Wahlen bringen immer Stillstand

Auch die Höcherl Group ist mit dieser Einigung zufrieden. "Wir wollen keine Luxuswohnungen bauen oder Wohnungen verkaufen, sondern sie in unseren Bestand aufnehmen", sagte der Investor aus München. Mit einer kleinen Verspätung müsste immer gerechnet werden. Das sei überall so - nicht nur in Berlin. "Wenn ein Politikwechsel kommt, gibt es immer etwas Neues", erklärte Rainer Höcherl rbb|24. Nach jeder Wahl sei ein Stillstand zu verzeichnen. "Die Stadt Berlin wird deswegen oft in die Pfanne gehauen, aber Projekte in kleineren Gemeinden mit weniger Problemen verspäten sich meist auch."

11 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 11.

    Wahrscheinlich nur Eigentumswohnungen!!! Wird doch jedes Loch dafür genutzt.

  2. 10.

    Da werden Jugenderinnerungen wach. Schade schade ich finde das Blub damals super. Leider hat es die Zeit nicht überdauert. Und ja es fehlt bis heute was vergleichbares unmittelbar in Berlin. Ich kenne kein zweites dieser Art bei uns. Naja es lässt halt sehr viel nach im Berlin im den letzten Jahren. Schade das Spreepark nicht gehalten hat, der war auch super und hätte schon längst wieder so reaktiviert werden müssen - nun ja Berlin bleibt eben eine große Provinz aber keine Megastadt ...

  3. 9.

    Eine Neuauflage des Spaßbades wäre eine Bereicherung für die Stadt gewesen. Man sollte sich mal Gedanken für ein solches Bad an anderer Stelle machen.

  4. 8.

    Ich kenne das Blub noch aus meiner Kindheit/Jugend und war echt gerne dort.

    Neben Mißwirtschaft haben sich aber auch andere Probleme ergeben. Das größte war das Ausbleiben der Badegäste aufgrund einer sehr fragwürdigen, teils aggressiven Klientel, derer man nicht Herr geworden ist.

    Ich kann mich noch gut an die massenhaften Spanner im Saunabereich erinnern, die Belästigungen der Frauen, die Pöbeleien, die Schlägereien als man versucht hat diese Leute des Bades zu verweisen, etc. So etwas muss man sich als zahlender Gast nicht antun, also geht man woanders hin.


  5. 7.

    Hab ich gar nicht gewusst. Das ist ja echt traurig. Na dann werden wir wohl eine gewöhnliche Wohnstadt ohne Spaß für junge bis mittelalte Leute und deren Kinder in näherer Zukunft sein. Politik ist eben nicht das, was wir als Wähler erwarten.

  6. 6.

    Immerhin 81 geförderte Wohnungen. Man kann den Wohnungsmarkt vor Entlastung jubeln hören.

  7. 5.

    Während der 80er Jahre war ich als Kind sehr gerne dort leider hatten wir fast 1 Stunde Anreise und konnten nicht so häufig hinfahren. Nach längerer Pause war ich dann Mitte der 90er noch einmal dort und hatte leider die Freude daran verloren, das Gros der Leute dort fand ich unerträglich. Sehr schade, denn eigentlich war es eine sehr schöne Anlage, für jeden Geschmack was dabei...

  8. 4.

    ICH WÜNSCHE MIR EINE NEUERÖFFNUNG MIT EINLASSKONTROLLEN.

    FÜR MICH HAT HIER POLITIK UND MULTIKULTI VERSAGT!

    SEHR TRAURIG

  9. 3.

    Ich war damals auch oft im Blub und auch im Columbiabad. Hat beides spaß gemacht.
    Allerdings hat sich das Klientel so geändert, dass es dann keinen spaß mehr gemacht hat.
    Wenn in Schwimmbädern Sicherheitskräfte und Polizei für Ordnung sorgen müssen, ist das für manch ein Kind eher ein Angstbad statt Spaßbad.
    Außerdem, jetzt wo man größer geworden ist, sieht alles so klein aus.

  10. 2.

    Finde es auch sehr schade, im Osten wurde das SEZ an einen Investor aus Leipzig für 1 Euro verkauft und im Westen das Blub verfallen lassen. Berlin hat keine schöne Therme, kürzlich haben die im Europacenter geschlossen. Nach Ludwigsfelde fahren die Massen raus, nicht jeder mag aber eine FKK-Therme. Auf dem Gelände des Spreeparks hätte ich mir auch eine Therme/Bad vorstellen können.
    Friedrichshain hat übrigens keine Schwimmhalle mehr, nachdem das in der Holzmarktstraße geschlossen wurde. Das Bad in der Weinstraße wurde schon nach der Wende abgerissen, dort steht nun ein gewöhnlicher Aldi.

  11. 1.

    Warum kann dort nicht wieder ein Spaßbad entstehen?
    Wir mussten Wuhlheide aufgeben, obwohl die Schausteller dort investieren würden mit Hilfe der Stadt?!
    Ich war noch im BLUB... Es war echt toll dort!
    Viele kennen es nicht mehr. Sie sind zu jung....

Das könnte Sie auch interessieren