Archivbild: Post-Mitarbeiter warten am 16.06.2015 vor dem Finanzministerium in Berlin auf den Demonstrationszug. Rund 2000 Post-Mitarbeiter nahmen an der Demonstration zum aktuellen Tarifstreit bei der Post teil. (Quelle: dpa/Stephanie Pilick)
Audio: rbb 88.8 | 11.09.2020 | Ricardo Westphal | Bild: dpa/Stephanie Pilick

Verzögerte Zustellungen - Brief- und Paketzusteller der Post streiken in Berlin

Zahlreiche Brief- und Paketzusteller in Berlin haben im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi hatte am Freitag rund 1.000 Beschäftigte in der Hauptstadt zu den Warnstreiks aufgerufen. Ab 6 Uhr morgens waren sie aufgefordert, die Arbeit ruhen zu lassen, wie der Verdi-Landesbezirk mitteilte.

Die Resonanz auf den Aufruf sei gut, sagte ein Gewerkschaftssprecher am Morgen. Das Unternehmen teilte am Freitag mit, derzeit ergreife die Deutsche Post die notwendigen Maßnahmen, um die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten.

Mehrere Berliner Zustellbasen bestreikt

Von dem Ausstand betroffen waren den Angaben zufolge Paketzustellbasen in Charlottenburg, Reinickendorf, Grunewald, Lichtenberg und Marzahn. Auch bei der Briefzustellung in Mitte, Moabit, Marzahn, Friedrichsfelde, Kaulsdorf, Weißensee und Hohenschönhausen legten Beschäftigte die Arbeit nieder. Beschäftigte mit Zeitverträgen etwa erschienen zum Dienst.

Einkommenserhöhung um 5,5 Prozent gefordert

Verdi hatte bereits am Mittwoch in mehreren Bundesländern mit Warnstreiks begonnen und diese am Donnerstag ausgeweitet. Die Gewerkschaft will so ihrer Forderung nach Einkommenserhöhungen für die rund 140.000 Beschäftigten der Post um 5,5 Prozent Nachdruck verleihen.

Verdi begründet die Forderung unter anderem mit der guten Geschäftslage der Post. In den bisherigen Verhandlungen hatte die Gewerkschaft den Eindruck gewonnen, dass die Post lediglich Einkommensverbesserungen von 1,5 Prozent anbieten wolle.

Nach Angaben der Post verzögerte sich am Donnerstag in Deutschland bis zum Mittag die Beförderung von etwa 1,3 Millionen Briefen und 130.000 Paketen wegen des Warnstreiks. Das seien 2,4 und 2,5 Prozent der Tagesmenge, sagte ein Sprecher. In den stärker von den Warnstreiks betroffenen Regionen würden die verzögerten Sendungen in den Folgetagen zugestellt.

Sendung: Inforadio, 11.09.2020, 8:00 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Eine durchaus berechtigte Lohnforderung. Zudem profitieren insbesonders die mit Zeitverträgen befristeten Beschäftigten vom Streik. Während die unbefristeten Mitarbeiter*innen für mehr Lohn auf die Straße gehen, gehen die Streikbrecher ( Befristeten) schön brav ihre Arbeit nach. Genau das ist von der Geschäftsleitung so gewollt. Die Gewerkschaft Verdi kämpft schon seit Jahren dagegen an, Personen nur noch durch Zeitverträge bei der Post AG einzustellen.

  2. 1.

    5,5% von was?

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