In der Calvinstraße müssen Mieter seit langer Zeit schon mit einer großen Baustelle an ihrer Hausfassade leben. Quelle: Ute Barthel/rbb
Video: rbb|24 | 16.09.2020 | Material: Abendschau | Bild: Ute Barthel/rbb

Nervenkrieg in der Calvinstraße - "Das Haus gleicht einer Ruine und ist eine Hölle"

Elf Jahre Kampf um die Wohnung und kein Ende: Weil der Vermieter modernisieren will, leben die letzten Bewohner der Calvinstraße in Moabit wieder in einer Großbaustelle. Und die Behörden greifen nur halbherzig ein. Von Ute Barthel

Roman Czapara ist verzweifelt, so sehr, dass er sogar dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller persönlich schreibt. "Sehr geehrter Herr Müller! Entschuldigen Sie bitte die direkte Wortwahl in diesem Brief…", so beginnt sein Hilferuf. "Wir senden jetzt ein dringendes S.O.S.-Signal an Sie – da die Zustände nicht nur mehr unhaltbar sind, sondern aus Sicht der Mieterinnen und Mieter jedweder verantwortungsvollen mietrechtlichen Realität in unserer Stadt Hohn sprechen!"

Aus den Zeilen sprechen neben der Verzweiflung auch Wut und ein Funken Hoffnung. Roman und Hanna Czapara sind erschöpft von den elf Jahren Kampf um ihr Zuhause in der Calvinstraße 21 in Moabit. Sie wohnen im dritten Stock des einstigen Sozialbaus. Davon ist heute nicht mehr viel zu erkennen. Das Haus sieht aus wie ein Rohbau, fast bis auf die Grundmauern entkernt. Nur noch die Czaparas und ihre Nachbarin Helga Brandenburger leben hier und müssen täglich den Lärm der Baumaschinen und Staub und Schmutz ertragen. 15 Mietparteien waren es einmal. Die meisten Nachbarn hatten keine Kraft mehr für den täglichen Kleinkrieg und sind weggezogen.

Mieter gewinnen 18 Mal vor Gericht

Der Vermieter, die Terrial Stadtentwicklungs GmbH wollte das Mietshaus luxussanieren. Gegen die Modernisierung und die damit verbundenen Mieterhöhung wehrten sich die Mieter. Doch der Vermieter schaffte Tatsachen und ließ Helga Brandenburger die Fenster zumauern – das war 2010. Und schon damals hieß es von Seiten der Behörden: "Wir sind nicht zuständig" oder "leider sind uns die Hände gebunden". Der Brief an den Regierenden Bürgermeister ist nicht der erste Hilferuf der Mieter.

Dabei scheint das Recht auf der Seite der Mieter zu sein. Sie haben sich erfolgreich gegen die Modernisierung und Mieterhöhung gewehrt. In elf Jahren haben sie 18 Prozesse gegen ihren Vermieter gewonnen, schreibt Roman Czapara an den Regierenden Bürgermeister. Aber: "Warum (…) sind wir immer noch mit der Willkür unserer Vermieter/Eigentümer konfrontiert?"

Roman und Hanna Czapara auf ihrem zugerüsteten Balkon in der Calvinstraße. Quelle: Ute Barthel/rbb
Roman und Hanna Czapara blicken von auf ihrem Balkon in der Calvinstraße nur auf das Baugerüst. | Bild: Ute Barthel/rbb

Senatsumweltverwaltung ordnet eine Begrenzung des Baulärms an

Immerhin erließ im Juni die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz eine Anordnung, die bestimmte lärmintensive Arbeiten auf zweieinhalb Stunden täglich begrenzt.

"Abbrucharbeiten mit Vorschlaghämmern, Stemmarbeiten, Fräsarbeiten am Baukörper sowie der Einsatz von Schlagbohrmaschinen dürfen nur werktags zwischen 8 und 10.30 Uhr vorgenommen werden", heißt es in der Anordnung. Bei Verstößen drohte die Senatsverwaltung mit der Stilllegung der Baustelle.

Die Mieter legten sich ein Schallpegelmessgerät zu und zeichneten damit die tägliche Lärmbelastung auf. Anfangs hielten sich die Bauarbeiter auch an die Anordnung. Doch dann wurde es auch jenseits des erlaubten Zeitfensters wieder lauter, berichten die Mieter. Sie informierten die Behörden, legten 300 Seiten Messprotokolle vor, die Lärmpegel von 70 Dezibel und mehr dokumentierten.

Aber von Seiten der Senatsverwaltung hieß es, die Messprotokolle würden nichts beweisen. Das bestätigt auch die Sprecherin Dorothee Winden: "Ein Messprotokoll muss als Beweismittel letztlich durch Zeugenaussagen zugeordnet werden. Es ist nicht damit zu rechnen, dass diese Zeugenaussagen von den Bauverantwortlichen bestätigt wird. Dann steht es Aussage gegen Aussage."

Damit hat sie recht. Der Vermieter, die Terrial Stadtentwicklungs GmbH, schreibt auf die Anfrage von rbb24 Recherche: "Es gibt keine Verstöße gegen die Auflagen der Senatsverwaltung. Seit Monaten werden die Auflagen penibel eingehalten."

Wenn die Polizei kommt, ist es still

Die Senatsverwaltung hat die Polizei um Amtshilfe gebeten. Die Mieter sollten dort, sobald es außerhalb der erlaubten Zeit zu laut wird, anrufen. Die Mieter haben es mehrfach getan. Aber sobald die Beamten mit Streifenwagen und in Uniform auftauchen, wird es still auf der Baustelle

"Dann ist niemand zu hören, dann sind alle Leute irgendwie weg", erzählt Roman Czapara. "Für eine halbe Stunde haben wir Ruhe zu genießen. Aber wenn die Beamten weg sind, dann fängt es wieder an." Ein tägliches Katz-und-Maus-Spiel. "Bisher konnte die Polizei noch keine Verstöße feststellen", heißt es deshalb von der Senatsverwaltung.

Rechtsanwalt Christoph Müller, der von Anfang an für das Recht der Mieter kämpft, empört sich über das Hin- und Herschieben der Zuständigkeiten: "Wir haben anhand der Messprotokolle Anhaltspunkte geliefert, die die Senatsverwaltung selbstverständlich veranlassen könnte, selbst Messungen vorzunehmen, um die Angaben der Mieter zu überprüfen." Er findet: "Die machen sich da einen sehr schlanken Fuß, in dem sie sagen, das sind keine aussagekräftigen Belege. Das ist eine sehr bedauerliche Entwicklung, dass die Mieter von der Verwaltung und auch von den Ermittlungsbehörden allein gelassen werden."

Zehn Minuten mit dem Regierenden

Am Dienstag besichtigten Mitarbeiter der Bauaufsicht vom Bezirksamt Mitte die Baustelle in der Calvinstraße. Der Termin war angekündigt und daher war es auch vergleichsweise leise. Herausgekommen ist nach Aussage der Mieter wenig: Es gab die eine oder andere Beanstandung hinsichtlich der Sicherheit des Zugangs zu den Wohnungen. Die Mieter können das Haus nun nur über den Hinterhof betreten.

Das Leben in dem Haus ist für die letzten Mieter unerträglich. "Das Haus gleicht einer Ruine und ist eine Hölle", schreibt Roman Czapara an Michael Müller. Sein Brief war eine Verzweiflungstat. Am 14. Oktober ist er zur Bürgersprechstunde eingeladen. Dann wird er zehn Minuten Zeit haben mit dem Regierenden Bürgermeister über elf Jahre Nervenkrieg zu sprechen.

Sendung: Abendschau, 16.09.2020, 19:30 Uhr

33 Kommentare

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  1. 33.

    Das Internet biete neue Wohnungen an habe ich gehört, muss man natürlich arbeiten für die Miete.

  2. 32.

    Ihr Artikel empört mich. Das Haus ist keine Ruine, es ist eine Baustelle! Und das Baustellen keine Höllen sind, das sollte sogar super versorgten Journalisten nicht verborgen geblieben sein. Denn die können sich, privilegiert wie sie sind, Wohnungen wie sie hier gerade entstehen, locker leisten. Und daran ist nichts schlecht.
    Auch der gut und sehr gut verdienende Bevölkerungsanteil hat ein Recht auf adäquates Wohnen. Denn nur diese Bevölkerungsgruppe ermöglicht unseren Sozialstaat.
    Auf dieses ewig nörgelnde Sozial- Vergemeinschaftungs- Neidpferd aufzuspringen, sollte jedem der glaubt die "öffentliche Meinung" zu vertreten glaubt, nachdenklich machen.
    Eine objektive Berichterstattung, gerade von Zwangsteuerfinanzierten öffentlichen Sendern, ist lange überfällig!

  3. 31.

    Eigentum verpflichtet. Wohneigentum in besonderem Maße, denn Wohnen ist ein Menschenrecht. Wer hier nur Profit machen will, muss reglementiert werden.

  4. 30.

    Gerade gefunden (Quelle ntv): Laut statistischem Bundesamt erhalten 15 Millionen, das sind 38,8% der Beschäftigten, nicht mehr als €14,00 brutto Stundenlohn. Wo bitte sollen diese Leute wohnen?? Bzw. wovon sich Haus oder Wohnung kaufen?? Die können auch nicht einfach mal woanders hin ziehen, weil ihr Arbeitsplatz dann für sie nicht erreichbar ist, der Speckgürtel ist ja auch schon für viele unbezahlbar. Und ihre Arbeit häufig "systemrelevant", d.h. auch für Sie.

  5. 29.

    Wenn man eine Wohnung zu diesen Preisen nicht bewirtschaften kann, wird es solche günstigen Wohnungen nicht geben. Dann ist der Staat gefragt. Entweder Wohnungen mit Steuergeldern zu Subventionieren (Sozialwohnungen) oder die Vorraussetzungen zu schaffen, dass es sich für Vermieter lohnt, so günstige Wohnungen anzubieten. (Zum Beispiel Vereinfachung der Bauvorschriften, runter mit Steuern u.s.w) Von einer Privat Person kann man nicht erwarten, dass Sie das Wohnen Fremder auf eigene Kosten subventioniert.

  6. 28.

    "Zieht endlich aus, das ist nicht euer Eigentum." So arrogant sind Eigentümer und Vermieter. Ganz offen im O-Ton.

  7. 27.

    Zieht endlich aus, das ist nicht euer Eigentum. Wenn ihr über Wohnraum bestimmen wollt, dann kauft euch selber was.
    Vor 11 Jahren waren die Chancen größer, die Immobilienpreise und Mieten noch deutlich billiger. Ihr habt eure Chance mal wieder vergurkt und nun sollen das andere für euch ausbügeln.
    11 Jahre lang keine vergleichbare Wohnung gefunden in ganz Berlin. Wem will man denn dieses Märchen erzählen.

    Lompscher sagt für 2019: "Land Berlin baut 4.500 neue Wohnungen in einem Jahr " günstige öffentliche !

    Der rbb meldet für 2019: "So kamen im vergangenen Jahr zwar 17.805 Brandenburgerinnen und Brandenburger in die Hauptstadt. In Berlin packten allerdings deutlich mehr Menschen ihren Umzugswagen Richtung Brandenburg - mit 34.465 etwa doppelt so viele."
    Also 16.660 freie Wohnungen durch Wegzug nach Brandenburg plus 4.500 neue (öffentliche) alleine in 2019 (1 von 11 Jahren). Und keine davon war gut genug. Leute man müsste euch hochkant rausschmeißen.

  8. 26.

    Na Sie haben ja nachhaltig alle falschen Behauptungen der spekulativen Immobilienwirtschaft verinnerlicht und referieren sie jetzt 1:1 Machen Sie das ehrenamtlich? Ich bin erstaunt. Die spekulative Immobilienwirtschaft hat ja grosse Budgets, grossen Personalbestand, grosse Abteilungen die nichts anderes machen als Marketingtexte im Interesse der spekulativen Immobilienwirtschaft zu verfassen. Es wäre ja ein bisschen, naja, ich will Sie nicht beleidigen...es wäre ja ein bisschen dumm Sie machten das Marketing für gar keinen Lohn.
    Sie wissen schon, das in den letzten 4 Jahren in Berlin mehr vom Richtigen gebaut worden ist als 2 Jahrzehnte davor? Wollen das aber anders geglaubt haben. Welches bauen hat der Senat denn verhindert? Könnte es sein, das es -wenn überhaupt- genau das bauen ist, das niemand braucht? Weshalb es also gut ist das es verhindert wurde. Aber Sie sagen ja noch nicht einmal was angeblich verhindert wurde. Sie machen bloss Demagogie.

  9. 25.

    Ach Herr Thomas, glauben Sie es wundere oder träfe mich im innersten, präsentieren Sie sich hier als autoritärer Rechtsaussenunten?
    Glauben Sie ich hörte in meinem 60. Jahr zum ersten Mal wie Rechte arme Menschen verachten? Während sie mit völkischer Girlande und nationalstolzem Modder behaupten deren legitime Interessenvertreter zu sein.
    Warum sollte ich beleidigt sein, bezöge ich Arbeitslosengeld. Dafür habe ich die Versicherungsbeiträge bezahlt. Oder bekäme ich nur Mindestlohn. Kein Grund beleidigt zu sein. Man organisiert sich und streikt dagegen.
    Aber ich kann Ihren Klischees nicht entsprechen. Ich bin die, die 29 Nazipolizisten suspendiert. Auf allen Ebenen dafür sorgt, das wohnen und Wohnung nicht weiter bloss ein Wirtschaftsgut darstellt. Ich geb Ihnen das Ticket, parken Sie auf dem Radweg. Ich komme Ihnen auf die Schliche bei Steuerbetrug. Sie sind ja gar nicht der brave Bürger, die Stütze der Gesellschaft Herr Thomas. Weshalb sollte ich mich von Ihnen beleidigen lassen?

  10. 24.

    Den normalen Standard gab es in der Calvinstraße 21 schon vor der Sanierung. Die Mieter haben bereits einen Balkon und einen Fahrstuhl (der allerdings seit vielen Monaten nicht funktioniert), Fernwärme und modernes Bad. Die Klingelanlage und die Haustür waren intakt, bevor die Sanierungsarbeiten begannen. Sie können sich gern mal das Haus daneben anschauen und fragen, wie hoch dort jetzt Miete bzw. der Kaufpreis pro Quadratmeter ist. Das Haus wurde ebenfalls modernisiert bzw. saniert. Auch das war mal mit Mitteln des sozialen Wohnungsbaus errichtet.

  11. 23.

    Man kann natürlich nachvollziehen dass Sie als linke Aktivistin und Mindestlohn-/Hartz4-Empfängerin das nicht verstehen können.

  12. 22.

    Wie menschenverachtend kann man nur sein? Meinen Sie, die Menschen mit Mindestlohn haben sich das gewünscht? Die sind selbst "schuld"??
    Und wo sollen die nach Ihrer Meinung wohnen?
    Viele von denen gehören zu den neuerdings als "systemrelevant" erkannten Gruppen. Trotzdem bekommen sie nicht mehr Lohn. Und die "Besserverdienenden", die sich schöne Wohnungen leisten können, profitieren durch Preise unterhalb der Herstellungskosten (Fleisch etc.), billige Dienstleistungen (Friseur etc.) von diesen inadäquaten Löhnen. Und dann guckt man noch mit Verachtung auf diese Menschen.

  13. 21.

    @Thomas: Sie sind aber ein ganz „Böser“! Hoffentlich liest das nicht der künftige Immobilienenteignungsbeauftragte Kühnert von der SPD. Natürlich wären ganz viele Immo-Investoren in Zeiten der fortgesetzten Nullzinspolitik auch schon froh über Erträge aus Nicht-Luxus-Immos. Aber der rot-dunkelrot-grüne Bauverhinderungssenat-Senat macht das Bauen ja in jeglicher Hinsicht so unattraktiv wie möglich (Mietendeckel). Angeblich soll sich das ja mit dem Lompscher-Nachfolger ändern. Wer‘s glaubt...

  14. 20.

    Ach ich liebe das. Den Leuten fällt nicht einmal auf was sie daherreden.
    Soso - mein Definition von "Luxus" ist schräg? Wie das? Mindestlohn ist das was zum Leben reicht. Sagen die Herren. Alles darüber wäre Luxus. Verlangte es der Mindestlohnempfänger.
    Sagen die Herren die nur Mindestlohn bezahlen.
    Was allerdings auch bedeutet, dass ihre Mindestlohn-Angestellten nicht so weit weg wohnen dürfen. Sonst lohnten sich die langen Fahrtzeiten zum Arbeitsort in die Innenstadt für Mindestlohn gar nicht.

    Aber das ist natürlich "schräg" Und Herr Neuert und Herr Thomas sagen dann doch noch, was das Ergebnis von Modernisierungen ist, die kein Luxus sein sollen. Aber vom Geringverdiener nicht mehr bezahlt werden können. Sie finden halt "zum Glück" kann der Geringverdiner nicht mehr bezahlen. Da haben Sie schön Verdrängung und Gentrifizierung beschrieben meine Damen und Herren. Und das Sie das voll richtig finden.

  15. 19.

    Warum ziehen Sie denn nicht aus, der Vermieter wird Ihnen sicher Angebote gemacht haben.

  16. 18.

    @Martina XX: Der Vermieter soll sich ihrer Ansicht bei der Miethöhe danach richten, was ein Mindestlohnbezieher an Miete zahlen kann/will? Zum Glück bestehen die Mieter nicht nur aus Mindestlohnbeziehern, es soll da auch Personen geben die bereit sind, für eine schöne Wohnung auch etwas mehr auf den Tisch zu legen, ohne danach am Hungertuch zu nagen. Merke: Es ist nicht verboten, mehr als ein Mindestlohnbezieher zu verdienen.

  17. 17.

    Ihre Definition von Luxuswohnung ist echt schräg. Ich wohne in einer ganz normalen 2-Zimmer-Wohnung in Prenzlauer Berg. Diese Wohnung kann sich niemand mit Mindestlohn leisten, es ist aber defnitiv keine Luxuswohnung. Ich würde gerne wissen, woher Sie diese schräge Definition herhaben. Bitte geben Sie Ihre quelle an - und nein, die eigene Vorstellungskraft recht nicht als Quelle. :-)

  18. 16.

    Weil mehr Mieter und Normalverdiener an den Wahlurnen stehen als Hauseigentümer. Es soll ja Unbelehrbare geben, die das selbst nach dem Mietendeckel noch nicht begriffen haben.

  19. 15.

    Und wie könnte es andres sein, von "Martina" wieder nichts als wirre Phrasendrescherei.

    Warum sollte ein Hauseigentümer unbedingt Mieter, welche nur den Mindestlohn bekommen, in seinen Wohnungen haben wollen?
    Mit hochwertigen Immobilien lässt es sich doch wesentlich besser leben!

  20. 14.

    Luxus Herr Neutert sind Wohnungen die sich niemand mit Mindestlohn leisten kann. Da der Mindestlohn als der von Experten des Expertentums und des ökonomischen sachverständigen Sachverstandes existenzsichernder Lohn gilt, der dem einfachen Menschen zum wohnen, leben, Krankenversicherung und Rente reichen muss,
    muss auch einem Hauseigentümer reichen, was von solchem Lohn angemessene Miethöhe sein kann.

    Schliesslich kann der Mindestlohnempfänger nichts dafür, das der expertenmässige Experten-Sachverstand der ökonomischen Sachverständigen die verfügbare Geldmenge für den Mindestlohnempfänger so festlegte.

    Falls Sie das also unrealistisch finden, wenden Sie sich an die verantwortlichen Volkswirtschaftler.

  21. 12.

    "Ich würde mal sagen, dass das ganz normaler Standard ist."

    Den man vorher, mit Profitabsicht, mutwillig zerstört hat.

  22. 11.

    "Die Stadt als Beute" ist eine sehr empfehlenswerte Dokumentation über genau solche Praktiken. Link zum Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=D5HTg6hBt20

  23. 10.

    @ Ute Barthel: Und was ist bei den Modernisierungsvorhaben nun Luxus? Ich würde mal sagen, dass das ganz normaler Standard ist.

  24. 9.

    Das würde mich auch interessieren. Aktuell scheint dieser Begriff bei jeder Sanierung Anwendung zu finden. Genauso wie das Schreckgespenst Mieterhöhung. Von wo nach wo erhöht sich die Miete? Ohne konkrete Zahlen lässt sich der Vorgang nicht bewerten. Stattdessen entsteht der Eindruck, hier sollte wieder nur ein Aufreger produziert werden.

  25. 8.

    Die letzte Modernisierungsankündigung stammt aus dem Jahr 2018. Neben Vollwärmeschutz der Fassade, Dämmung der Kellerdecke waren ein neuer Hauseingang, neue Balkonen mit Türen und Fenstern, ein neuer Aufzug, eine neue Klingel -und Schließanlage, eine Gebäudeaufstockung geplant. Die umlagefähigen Kosten hätten eine Mieterhöhung von 382 Euro ausgemacht und damit die Kaltmiete verdoppelt.

  26. 7.

    Die Bauarbeiten scheinen mind. 10 Jahre anzudauern! Wieso.schreitet die Bauaufsichtsbehörde nicht ein? Siehe BauO Bln v. 29. Sept.2005
    § 73
    Geltungsdauer der Baugenehmigung
    (1) Die Baugenehmigung und die Teilbaugenehmigung erlöschen, wenn

    1.
    innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Erteilung mit der Ausführung des Bauvorhabens nicht begonnen wurde, oder

    2.
    das Bauvorhaben nach Ablauf von sechs Jahren nach ihrer Erteilung nicht fertig gestellt worden ist.

  27. 6.

    Nun, der Rot-Dunkelrot-Grüne Senat kann sich nicht mit solchen Nichtigkeiten abgeben. Die haben Größeres im Blick: Mietendeckel, Pop Up Radwege, u.a. worüber man vortrefflich in die ihnen zugerichtet Mikrofone und Kameras fabulieren kann. Und ein Thema, was es schon elf Jahre gibt, ist auch schon irgendwie abgestanden.

  28. 5.

    Von dort sind es nur paar Hunderte Meter zum Kanzlerpark (beim Bundeskanzleramt) - also Lage wohl attraktiv als große Zweitwohnungen für Lobbyisten, und symbolisch dafür, dass in der "Wirtschaftsstandortpolitik" für die meisten kein Platz für was anderes außer wie in Fabrikhalle zu wohnen, während die Elite aber hinter hoher Mauer schön gemütlich hat, huh? Dabei kann man sicherlich argumentieren, dass Situation der Mieter kein Grund es zu "politisieren", aber mit einem Satz in einem Gesetz hätten Mieter zumindest Wahl, wenn "bei spez. Bauarbeiten, welche mehr als x Tage in Anspruch nehmen, Vermieter-Pflicht min. 4*-Hotelersatzunterkunft für die Dauer anzubieten und zu bezahlen", statt dass z.B. Kanzleramtnachtschutzmitarbeiter überhaupt nicht zur Ruhe kommen und für Dienst voll unausgeschlafen. Und lokal-politisch könnte auch besser, statt u.a. sich zu feiern, dass Tausende in Sammelunterkünften, in manchen Fällen sogar ohne jedwede Perspektive zumindest auf Arbeitserlaubnis, u.ä.

  29. 4.

    Die Behörden sollten hier dringends handeln, bevor es andere tun!

  30. 3.

    Wer aus welcher Partei leitet nochmal das Bauressort In Berlin? Einfach nur traurig. Beweise? Von der Behörde installierte und geeichte Messgeräte dürften helfen. Wo ein Wille, da ein Weg.

  31. 2.

    "Mit Wohnungen kann man Menschen erschlagen.", hat schon Zille gesagt und mit dem nun schon zum festen Begriff gewordenen Behördenpingpong die Grundrechte von Mietern, die ja auch ihren Beitrag zum Leben beitragen (Arbeit Steuern, ...).
    Wohin wollen wir mit einer Politik, die der Wirtschaft und dem Geld immer wieder das Regieren überlässt während sie die Grundbedürfnisse der Menschen nicht nur aus dem Blick verliert sondern ei Fach nicht hinguckt? Auch Unterlassungen sind Taten und haben ihre Wirkung, spätestens bei der nächsten Wahl. Na, Prost Mahlzeit!

  32. 1.

    Sehr geehrter RBB, sie schreiben " ... der Vermieter .. wollte das Haus luxussanieren ... ". Könnten sie bitte dann auch erklären, was in ihren Augen eine Luxussanierung im Gegensatz zu einer "normalen" Sanierung ausmacht? Bin gespannt.

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