Gaststättenverband will Heizpilz-Verbot aussetzen - Pop will alternativ betriebene Heizpilze für Berliner Gastronomie prüfen

Ein Heizstrahler steht im Außenbereich eines Restaurants (Quelle: dpa/Gero Breloer)
Audio: Inforadio | 01.09.2020 | Jan Menzel | Bild: dpa/Gero Breloer

Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hat sich dafür ausgesprochen, Alternativen zu herkömmlichen Heizpilzen für Restaurants zu prüfen.

Corona treffe die Gastronomie hart, gasbetriebene Heizpilze seien aber keine klimafreundliche und intelligente Lösung, so die Grünen-Politikerin. Infektions- und Klimaschutz müssten in Einklang gebracht werden. So könnten elektrische Heizstrahler, die mit Öko-Strom betrieben werden, eine klimafreundliche Alternative sein.

Heizpilze gelten als "Klimasauerei"

Der Gaststättenverband Dehoga hatte Ende August gefordert, im Herbst und Winter Heizpilze wieder zuzulassen, damit die Gäste auch im Freien sitzen können. Die Industrie- und Handelskammer hat ebenfalls vorgeschlagen, das Verbot auszusetzen, gleichzeitig aber eine Klimaabgabe für Heizpilze zu erheben. Für das seit rund zehn Jahren geltende Heizpilzverbot beziehungsweise für Ausnahmen davon sind die Bezirke zuständig.

Umweltschützer haben die Forderung scharf kritisiert. Heizstrahler und Heizpilze seien eine "Klimasauerei", sagte BUND-Energieexpertin Irmela Colaço. Ein einziges Gerät könne in einer Saison so viel Kohlendioxid produzieren wie ein Kleinwagen im Jahr. Eine Heizung, die auf der Straße steht und die Luft beheizt, ist der ineffizienteste Einsatz von Energie". Gäste von Restaurants und Kneipen, die draußen sitzen möchten, sollten sich lieber eine Decke umlegen.

Alternative: bessere Klimatechnik in Räumen

Andere Überlegungen gehen dahin, die Lüftungs- und Klimatechnik in Gaststätten so zu ertüchtigen, dass das Infektionsrisiko minimiert wird.

Sendung: Inforadio, 01.09.2020, 8 Uhr

26 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 26.

    Vor fast genau zwei Jahren ist ein mit Flüssiggas betriebener Heizstrahler im Außenbereich eines Bistro in Westerland auf Sylt in Brand geraten und hat die Tische und Stühle in Außengastronomie sowie Teile der Gebäudefassade zerstört. Dank dem raschen Eintreffen der Feuerwehr kam es zu keiner Gasexplosion. Wer will so etwas vor der Haustüre?

  2. 25.

    Lieber ICKESchlau!

    Das ist dennoch eine Milchmaedchenrechnung. Denn es ist fuer den Verbrennungsvorgang vollkommen unerheblich, ob Sie das Gas tief aus der Erde extrahiert haben oder ob es durch Gaerprozesse auf Misthaufen entsteht, in beiden Faellen wird ungefaehr die gleiche Menge CO2 freigesetzt.

    Mir ist klar, dass das Argument ist, dass die freigesetzte Menge CO2 bei Biogas ungefaehr der Menge entspricht, die die Pflanzenmasse waehrend ihres Wachstums aufgenommen hat.

    Das aendert jedoch nichts, dass unnoetig CO2 in die Atmosphaere geblasen wird. Jede Tonne CO2, welches wir nicht in die Atmosphaere blasen, hilft beim Kampf gegen den Klimawandel.

  3. 23.

    Hallo Andreas!

    Laut Bundesministerium fuer Wirtschaft und Energie werden aktuell lediglich 13% unseres Energiegesamthaushaltes mit Erneuerbaren Energien gedeckt:

    > https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/Energiedaten/energiedaten-gesamt-pdf-grafiken.pdf?__blob=publicationFile&v=38 (Seite 4)

    Und das, obwohl Deutschland schon seit 20 Jahren in die Energiewende investiert, dabei sind schon ueber eine halbe Billion Euro geflossen:

    > https://www.welt.de/wirtschaft/article158668152/Energiewende-kostet-die-Buerger-520-000-000-000-Euro-erstmal.html

    Fuer das Geld haette man 50 bis 100 Kernreaktoren des Typs EPR oder VVER-1200 bauen koennen und unser Stromnetz bereits vollstaendig dekarbonisieren koennen.

  4. 22.

    Lesen Sie mal das Kleingedruckte in Ihrem Ökostromvertrag.
    Glauben Sie wirklich, dass zu jeder Zeit genug Strom aus EE für alle Verträge zur Verfügung steht??

  5. 21.

    Ich glaube schon, daß Oekostrom definiert ist: im Erneuerbare-Energien-Gesetz (www.gesetze-im-internet.de/gesetze-und-verordnungen/E/EEG).

    Eine Gesellschaft sollte erst dann über Luxus nachdenken, wenn eine belastbare Vollversorgung mit erneuerbaren Energien und eine tatsächliche stoffliche Kreislaufwirtschaft ebenso sichergestellt sind wie soziale Gerechtigkeit. Das sozial-ökologische Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen auf Bundestags-Drucksache 19/19549 (www.bundestag.de/Dokumente/Drucksachen/...)zeigt hier gute Wege auf. Das Unternehmen allerdings für die Einhaltung gesetzlicher Transparenzpflichten aus Steuermitteln bezahlt werden sollen, ist höchstens als Kroete in Koalitionsverhandlungen denkbar und muss die Ausnahme bleiben, damit Korruption nicht um sich greift.

  6. 20.

    Warum gehen die Leute nicht in die beheizten Innenräume ? - Da ist doch jetzt keiner.

  7. 19.

    Das ist hauptsächlich dieses nervtötende Maske auf maske ab getue. Wenn ich draussen sitzen darf -ohne Maske- und habe etwas Wärme um mich dann ist mir das am liebsten!

  8. 18.

    Einfach nur das grün-gelbe (Wind und Solar) und blaue Kabel (Wasserkraft) anschließen und das schwarze (Atom) oder braune (Kohle) weglassen, dann klappt das auch mit dem Ökostrom für den Heizpilz.

    BTW: Wollte Frau Pop nicht nur Ämter übernehmen, für die sie kompetent ist und hatte deshalb den Aufsichtsratsposten bei der FFB an Lederer abgegeben?

  9. 17.

    Was das mit Physik zu tun hat ist unklar? Um zu verstehen, dass Ökostrom nicht aus der Steckdose kommt, hilft ihnen vielleicht Wikipedia. Bei dem Begriff geht es um die Erzeugung, die aus erneuerbaren Energiequellen herstellt wird. Und seit wann ist der Wind in den Wintermonaten weniger als sonst? Und wenn es ihrer Meinung nach weniger sein soll, würde es auch keine Rolle spielen, weil man ja wie gesagt, den Ökostromanbieter bezahlt und unterstützt.

    Netter Vergleich mit dem Lagerfeuer. Das heißt also, die Menschen um solche Heizpilze kochen gleichzeitig und wollen sich wie Menschen fühlen die vor 3000 Jahren gelebt haben? Steile These.

  10. 16.

    Ist das wirklich so schwer? Ökostrom ist, wenn man einen Stromanbieter hat, der ausschließlich Ökostrom produziert.

  11. 15.

    Ökostrom in der Nacht Fr.Pop??
    Lesen Sie mal die Graphen der ÜNB.
    Wichtig ist, dass die Touris im Warmen Saufen können.

  12. 14.

    Wenn Frau Popp eine "intelligente" Lösung betrachten will, ja dann ist äußerte Vorsicht angebracht ... was ist Ökostrom genau?

  13. 13.

    ....eine Möglichkeit wäre doch die Pupse der Gäste zum Heizen zu verwenden. Das setzt dann natürlich das entsprechende Speisenangebot voraus.

  14. 12.

    Wie machen das nur die Menschen beim "Cornern" ? Hint: 80% des Wärmeverlustes über den Kopf ;)
    Wie wär's, wenn alle ihre warmen Mützen aufsetzen? Oder geht das modisch nicht bei den Grünen?

  15. 11.

    Da merkt man das Frau Pop völlig an der Realität vorbei lebt. Was haben wir uns nur mit den Grünen in Berlin angetan ?

  16. 10.

    Die InnenStadt ist stellenweise 5 Grad wärmer wie das Umland, weil Wärmeenergie verloren geht oder einfach nur rausgelüftet wird Und und und Regenfelder machen auf Grund der" Thermik"einen Bogen um unsere Region. was wäre die Alternative?

  17. 9.

    Die InnenStadt ist stellenweise 5 Grad wärmer wie das Umland, weil Wärmeenergie verloren geht oder einfach nur rausgelüftet wird Und und und Regenfelder machen auf Grund der" Thermik"einen Bogen um unsere Region. was wäre die Alternative?

  18. 8.

    Auch die etablierten "Grünen " werden eine radikale (Öko?)Partei abspalten. Es ist nur eine Frage der Zeit.

  19. 7.

    Ein kleines bischen BWL verinnerlichen, dann klappt es eventuell auch mit dem Verständis für die Wünsche der Gastronomie im Zusammenhang mit den CORONA-Regeln und deren Kalkulation: Indoor / Outdoor Gastronomie. DANKE

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren