Tesla-Baustelle in Grünheide (Bild: imago images/Jan Huebner)
Audio: Inforadio | 21.09.2020 | Stefan Kunze | Bild: imago images/Jan Huebner

Ostdeutsches Wirtschaftsforum in Bad Saarow - Woidke: "Brandenburg wird besser durch die Krise kommen"

Noch bis Dienstag beraten Spitzenpolitiker im brandenburgischen Bad Saarow, wie die ostdeutsche Wirtschaft gestärkt werden kann. Für Brandenburg sieht Ministerpräsident Woidke gute Perspektiven. Das sieht auch der Bundesfinanzminister so.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist zuversichtlich, dass Brandenburg gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen kann. "Unsere Wirtschaftsstruktur hilft uns jetzt, besser durch diese Krise zu kommen, weil sie Innovationen fördert und ihnen offen gegenübersteht", sagte Woidke anlässlich des Ostdeutschen Wirtschaftsforums in Bad Saarow am Montag. "Wir haben viele kleine und mittlere Unternehmen bei uns im Land." Diese Firmen könnten oft schnell und flexibel reagieren und sich auf neue Rahmenbedingungen einstellen.

Woidke verweist auf Tesla und BASF

Dazu komme ein weitreichender Wandel, sagte der Regierungschef. Die Lausitz solle angesichts des Braunkohleausstiegs eine Modellregion für Klimaschutz und Wirtschaftswachstum werden.

Immer mehr Unternehmen wollten in Brandenburg etwas Neues aufbauen und fänden dafür "sehr gute Bedingungen" vor. Er nannte den Bau der Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide und die geplante Produktion von Batteriematerial der BASF in Schwarzheide als Beispiele.

Scholz: Brandenburg holt bei Pro-Kopf-Einkommen auf

Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) nahm an dem Treffen am Montag in Bad Saarow teil. Dabei lobte er, dass Bund und Länder die Corona-Krise gemeinsam bewältigen. Scholz sagte, Deutschland sei so gut durch die Krise gekommen, weil nicht nur ein Mann oder eine Frau entschieden habe, was zu tun sei.

Positiv äußerte sich Scholz insbesondere über Brandenburg. Das Land werde in absehbarer Zeit westdeutsche Länder beim durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen überholen, sagte Scholz. Das sei ein gutes Zeichen, das etwas funktioniere. Der Osten Deutschlands habe große ökonomische Veränderungen hinter sich und verfüge deshalb über viel Kraft, Kompetenz und Wissen, wie man große Brüche bewältigen kann.

Giffey: "Ungleichheiten müssen weniger werden"

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) dringt indes darauf, dass mehr wichtige Ämter mit Menschen aus den ostdeutschen Ländern besetzt werden. Die Ostdeutschen hätten allen Grund stolz zu sein auf das Erreichte, sagte Giffey am Sonntag zum Auftakt des Ostdeutschen Wirtschaftsforums. Die noch vorhandenen Ungleichheiten müssten aber weniger werden, bestenfalls ganz verschwinden, sagte sie. Unterschiede bei Löhnen, Vermögen oder der Besetzung von Führungspositionen änderten sich nicht von allein.

Giffey ging auch auf die Ansiedlung neuer Bundeseinrichtungen ein und nannte in dem Zusammenhang das Ausbildungszentrum des Technischen Hilfswerks in Brandenburg/Havel und das Modellprojekt "Smart City Cottbus". Die Stadt in der Lausitz gehört zu 13 Projekten, die vom Bundesinnenministerium und der Förderbank KfW bei der Digitalisierung unterstützt werden. Giffey, die sich Ende Oktober als neue Berliner Co-SPD-Chefin wählen lassen will, kommt gebürtig aus Frankfurt (Oder).

Beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum wollen Politiker, Unternehmer und Wissenschaftler an zwei Tagen über Folgen der Corona-Krise und Perspektiven für Ostdeutschland diskutieren. Am Dienstag sollen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und die Regierungschefs anderer ostdeutschen Länder nach Bad Saarow kommen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.09.2020, 13 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Also tut mir leid,ich sehe das nicht so rosig wie sie.
    Milliardeninvestitionen allerorten,Kurzarbeit ,das Einbrechen in Tourismus oder Gastronomie oder Einzelhandel - es werden Schulden gemacht ohne Ende.
    Siehe auch Lufthansa oder Werften.
    Da erzählen sie etwas von Steuereinnahmen ?
    Natürlich wir werden es überleben,aber welchen Preis werden wir zahlen müssen .

  2. 9.

    Arbeiten Sie als einer der wenigen Einwohner in Grünheide oder pendeln Sie täglich zur Arbeit, vielleicht sogar wie manch prominenter Fabrikgegner nach Berlin? Kennen Sie das Verkehrskonzept, über das der RBB leider nur wenig berichtet hat?

  3. 8.

    Ein florierende Wirtschaft sorgt für sprudelnde Einnahmen bei den Finanzministern und für die Sozialkassen. Nur von Ackerbau und Baumzucht kann Brandenburg ebenso wenig leben wie von den Rentnern.

  4. 7.

    Die gesamte Wirtschaftspolitik, scheint mir noch aus Zeiten der untergegangenen DDR zu sein. Früher hat man aber wenigstens noch Kohle aus der Lausitz herausgeholt, seit der Wende versenkt man die ,,Kohle,, nur noch in der Lausitz. In vielen Regionen im Norden und Westen von Brandenburg gibt es doch überhaupt gar keine Investitionen in moderne Infrastruktur, während der BER, seit 1965 zum Großflughafen ausgebaut wird. Wir leisten uns künstlische Seen und Kanäle mit Radwegen so breit wie eine Strasse und andere Regionen, wissen noch nicht einmal wie Radweg geschrieben wird. Für die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken fehlen oftmals wenige Millionen, aber für das Tesla und BER Umfeld, spielen hunderte Millionen oder gar Milliarden, überhaupt keine Rolle. Viele kleinere Kommunen, haben Probleme bei neuen Wohngebieten und neuer Infrastruktur, im BER Umfeld und im Tesla Umfeld können aber Zehntausende Einwohner dazukommen und das mit politischem Segen.

  5. 6.

    Für die Wirtschaft sieht er gute Perspektiven.
    Und der Bürger,was sieht er da?
    Wie will man Armut bekämpfen,wie will man die Steuerausfälle kompensieren,wie will man die enorme Neuverschuldung abbauen,wie will man die Kosten für Krankenkassen oder Altersheimen bezahlbar halten ?
    Unfähig sage ich,damit meine ich alle Parteien im Landtag.
    Solche Spruchblasen erinnern mich an die Volkskammer.

  6. 5.

    Unser Ministerpräsident kommt doch selbst aus der Grenzregion. Da kommt man dann nur, vom Potsdamer Arbeitsplatz immer gen Osten nach Hause. Im Westen lauert nach 30 Jahren doch immer noch der Klassenfeind, also Wirtschaftspolitik immer noch, nur gen Osten.

  7. 4.

    Meint der Herr Ministerpräsident, nun nur die Osthälfte von Brandenburg, oder auch andere Teile unseres Bundeslandes und von Ostdeutschland ??? BER, Tesla, Cottbus, BASF, Lausitz, Frankfurt(Oder)??? Hat irgendwie Alles, mehr mit Polen oder Tschechien zu tun, wie mit Brandenburg oder Ostdeutschland. Meint man mit Ostdeutschland nur immer die Grenzregion und der Rest ist dann Niemandsland ohne Förderung in Industrie, ohne Förderung von Infrastruktur, usw.

  8. 3.

    Berliner werden hier bestimmt bald Autofahrverbot bekommen. Es stinken zu viele große SUV . Die können ja mit Öffis fahren. Wer die Waldzerstörung ansehen möchte fahre mit dem RE-1 bis Fangschleuse. Man findet leicht hin.

  9. 2.

    Es kommen leider kurzfristig nur mehr Pendler in überfüllten Zügen und noch mehr Straßenverkehr. Mehr ÖPnV sind nur Versprechungen und "Planungen" . Man setzt bis auf Gemeindeebene wir gehabt darauf, dass sich die Anwohner schon mit dem Lärm und Dreck abfinden. Am Freitag aus Richtung Berlin in Richtung Erkner-Tesla wie immer stundenlanger Stau.

  10. 1.

    Mein Vorschlag: mehr Züge im Berufsverkehr und mehr Zugstrecken von Berlin ins Umland.

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