Archivbild: Die Karstadt-Filiale am Tempelhofer Damm in Berlin (Quelle: dpa / Bildagentur-online/Joko).
Audio: Inforadio | 02.09.20 | Sebastian Schöbel | Bild: dpa / Bildagentur-online

Offenbar Durchbruch erzielt - Signa: Mietverträge für drei Karstadt-Filialen unterschrieben

Bei den Verhandlungen um neue Mietverträge für Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof in Berlin gibt es offenbar einen Durchbruch. Für drei der Standorte gebe es bereits eine Einigung, sagte ein Vertreter des Signa-Konzerns am Mittwoch im Abgeordnetenhaus.

Es geht um die Rettung der Filialen im Ring-Center, am Tempelhofer Damm, in der Wilmersdorfer Straße und in der Müllerstraße. Für drei von ihnen seien neue Mietverträge unterschrieben worden - für welche genau, wollte der Chef der Signa-Immobiliensparte in Deutschland, Timo Herzberg, allerdings am Mittwoch nicht verraten.

Bei zwei weiteren Filialen, darunter dem Warenhaus Karstadt Sports am Bahnhof Zoo, gebe es jedoch Probleme, hieß es: Nach der Vereinbarung zwischen Senat und Signa hätten Vermieter Nachforderungen gestellt, sagte Herzberg. Sie hätten sich bei den Verhandlungen zwischen Konzern und Senat möglicherweise übergangen gefühlt.

Zahl der Schließungen inzwischen gesunken

Der angeschlagene Warenhauskonzern, der der Signa Holding des österreichischen Milliardärs René Benko gehört, war durch die coronabedingte Schließung aller Filialen in der Corona-Krise zusätzlich in Schwierigkeiten geraten. Anfang April suchte die Konzernleitung für das Unternehmen Rettung in einem staatlichen Schutzschirmverfahren. Mitte Juni kündigte Karstadt im Rahmen seiner Sanierungspläne die Schließung von 62 der 172 Warenhäuser an. Inzwischen ist die Zahl bundesweit auf 50 gesunken. In Berlin konnte die Schließung mehrerer Filialen durch Zugeständnisse von Vermietern vorerst abgewendet werden.

Die rund 800 Arbeitsplätze in drei Warenhäusern an der Müllerstraße im Wedding, an der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg und am Tempelhofer Damm sollen erhalten werden. Dafür haben die Chefs der Regierungsparteien eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Der Senat will sich im Gegenzug verpflichten die Weiterentwicklung anderer Galeria Karstadt Kaufhof-Standorte zu unterstützen, darunter am Kurfürstendamm und am Hermannplatz. Die Planung am Hermannplatz zieht der Senat in diesem Zusammenhang an sich und setzt sich damit über die Bezirksverwaltung hinweg. Diese, besonders der zuständige Stadtrat Florian Schmidt (Grüne), steht den Signa-Plänen kritisch gegenüber.

3 Kommentare

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  1. 3.

    ich denke mal bei Kaufhaus des Nordens ist die Fa. Stolz gemeint, das hat diverse Filialen an Nord- und Ostsee. Das Alsterhaus liegt bekanntlich weder an der Ost- noch der Nordsee sondern an der Alster in hamburg

  2. 1.

    Um das, was ein Kaufhaus ausmacht, geht es Karstadt / Kaufhof längst nicht mehr. Ich war Stammkunde. Es war die hohe Kunst, an einem Platz wie dem Hermannplatz eines der größten und berühmtesten Kaufhäuser Deutschlands zu betreiben: preiswerte Alltagsartikel, gut sortierte Qualität für den knapperen Geldbeutel. Längst vorbei. Den Besitzern geht es nur noch um die sehr wertvollen Immobilien (wie auch bei real,-, das im Wedding ebenfalls gerade zugemacht wird).

    Es gibt noch das "Kaufhaus des Nordens" an der Küste von Nord- und Ostsee - die wissen noch halbwegs, wie Kaufhaus geht. Vielleicht sollche die Linkspartei die mal fragen?!

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